Assassin's Creed

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2007.09
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
innovatives Action Adventure im Mittelalter mit opulenter Grafik
Gruppenleiter
David Dahlmann
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Im Action Adventure "Assassin's Creed" haben Amerikanische Forscher ein Gerät entwickelt, mit dem Sie an Hand von Gen-Informationen einen Probanden auf eine Zeitreise schicken können. Dieser findet sich daraufhin in einem seiner Vorfahren wieder und erlebt dessen Geschichte aktiv nach. Der eher unscheinbare und defensive Desmond Miles ist ein solcher Proband und wird in einen seiner Vorfahren namens "Altair", einem gefährlichen Assassinen zur Zeit der Kreuzzüge im 11. Jahrhundert geschickt. Assassine, die zu einer schiitischen Sekte gehörten und dazu ausgebildet wurden politische Morde zu begehen, waren geschickte Dolchkämpfer. Die Forscher möchten mehr über Altair erfahren und wie nicht anders zu erwarten übernimmt der Spieler die Rolle dieses gefährlichen Assassinen.
Altair hat bei einem Auftrag gegen die Grundsätze der Assassine verstoßen und mutwillig zwei seiner Ordensbrüder gefährdet. Diese mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen und um die Gunst der Sektenführer wiederzuerlangen, muss er die Ausbildung zum Assassine erneut absolvieren. Seine Mission führt ihn durch Damaskus über den einsamen Landweg bis hin nach Jerusalem. In allen Städten hat er eine Kontaktperson, die ihn mit Aufträgen versorgt. Meist gilt es zunächst die Stadt zu erkunden und z.B. Gerüchte aufzuschnappen, die sich die Bürger in den Gassen der Stadt zuhauchen. Erst später bekommt er eine Zielperson genannt, die er liquidieren muss. Der Spieler kann mehr Informationen über Menschen, die ihm begegnen erhalten, indem er stehen bleibt und Altair eine Vision hervorrufen lässt. So erfährt er ob er es mit Zivilisten, Verbündeten oder aggressive Gegner zu tun hat. Sobald er sich aber bewegt verblassen die Informationen.
Besonders geeignet, um unterzutauchen, sind übrigens die Dächer der Städte, deren höchste Türme er nicht nur erklimmt, um bestimmte Stadtteile zu erkunden. Der Dolchkämpfer schwingt sich wie ein Akrobat von Wäscheleinen über schmale Mauerabsätze um dann zu einem weiten Sprung auf das nächste Hausdach anzusetzen. An bestimmten Stellen kann er so genannte Todessprünge machen, bei denen er per Köpfsprung von besonders hohen Stellen in Heuhaufen oder ähnliches springt. Zum Glück sind diese Stelle meist gut sichtbar, denn verfehlt er diese, dann geht es wieder ab dem letzten Speicherort weiter.

Pädagogische Beurteilung:
Auf seinen ersten Ausflügen in die mittelalterliche Welt muss der Spieler zunächst begreifen, wie man sich als Assassin verhält. Oberste Prämisse ist es immer unauffällig zu bleiben um im Bedarfsfall schnell und unbemerkt zu töten und eben schnell wieder zu verschwinden. Hierzu muss der Spieler lernen in Menschenmengen nicht aufzufallen, um z.B. an Wachen vorbei unbemerkt in Städte zu gelangen. Dabei gilt es die komplexe Steuerung gut zu beherrschen, denn schon ein tollpatschiger Rempler gegen eine Frau, die eine Vase trägt, kann dazu führen, dass deren kostbare Fracht unter lautem Geschepper auf dem Boden zerschellt und die Aufmerksamkeit dadurch auf sich und den Assassine lenkt. Eine Anzeige im oberen linken Rand des Bildschirms gibt immer Auskunft über den aktuellen Bedrohungsgrad Altairs. Verhält er sich auffällig so steigt sie. Um sie zu verringern kann er unauffällige Körpersprache verwenden oder sich auf Bänke neben Einheimische setzen. Haben ihn die Wachen erst einmal aufgespürt so kann er die Anzeige nur löschen indem er aus deren Sichtfeld verschwindet und sich an geeigneten Orten, wie Heuhaufen oder alten Schuppen, versteckt. Gelingt es ihm nicht seine Verfolger abzuschütteln, so werden sie sein Versteck aufspüren und ihn attackieren. Altair ist jedoch auch in der Lage sich zu wehren, da er aber eigentlich am besten aus dem Hinterhalt angreift, ist es immer sinnvoll, möglichst vorsichtig und unauffällig vorzugehen. Dies führt dazu, dass das Spiel zu großen Teilen nur wenig Action bietet, da es vornehmlich um die Vorbereitung der entscheidenden Aktionen geht. Ungeduldige Spieler können diese Phasen schnell als langweilig empfinden.
Obwohl es sich um ein Einzelspieler Spiel handelt wurde in der Spieletestergruppe in Deutz gemeinsam gespielt. Die Jugendlichen wechselten sich dabei an der Steuerung ab, die immer dann an den nächsten weitergegeben wurde, wenn der nächste Speicherpunkt erreicht war oder Altair bei einer Aktion gestorben war. In einer Szene musste der Avatar über schmale Holzbalken balancieren, um eine tiefe Schlucht zu überqueren und auf der anderen Seite an einen Turm hochklettern. Wenn er sich aber zu lange Zeit ließ wurden Wachen auf ihn aufmerksam und griffen ihn an. In dieser Szene konnten die Jugendlichen den anderen zeigen, wie geschickt und schnell sie die Steuerung des Helden beherrschten.
Die grafische Darstellung der Spielwelt ist herausragend und setzt neue Maßstäbe in der Illustration einer belebten Spielwelt auf dem PC und auf Konsolen. Besonders wenn Altair seinen Blick von Aussichtstürmen aus über Landschaften oder Städte wandern lässt erscheint es einem wie in einem Fernsehfilm. Auch die Animation der Bewegung ist gut gelungen. Egal ob Altair zu Pferd unterwegs ist, durch die Straßen wandert oder von Dach zu Dach hüpft. Alle Bewegungen wirken dabei flüssig und realistisch.
Diese grafische Qualität findet sich so auch in den Kämpfen wieder, die materialistisch erscheinen. Die Kämpfe und vor allem die Auftragsmorde wirken jedoch trotz aller grafischen Brillanz nicht brutal und dominant. Sie fügen sich vielmehr in die Mittelalterliche Welt ein, die in ihren Grundzügen von anderen Regeln bestimmt war, als es moderne Gesellschaften sind. Hier liegt der große Unterschied zu thematisch ähnlichen Spielen wie der Hitman-Serie. Altair muss sich wehren um zu überleben und der Spieler hat es dabei selber in der Hand, Unschuldige zu verschonen und z.B. Kämpfen mit Wachen aus dem Weg zu gehen. Trotz allem ist und bleibt Altair im Spiel ein Auftragsmörder, der andere Menschen nicht nur aus Notwehr tötet. Die jugendlichen Tester nahmen dieses moralisch zweifelhafte Verhalten innerhalb des Spiels erst auf Nachfrage wahr. In diesem Spannungsfeld aus einem starken Helden und einer spielerischen Grenzüberschreitung liegt jedoch ein großer Reiz in "Assassin's Creed". Besonders jüngere Jugendliche könnten durch dieses Verhalten des Helden jedoch irritiert werden. In Zusammenspiel mit einer phasenweise sehr kampflastigen Spielgeschichte, hat dies zu einer Einstufung ab 16 Jahren durch die USK geführt. Auch in diesem Alter bietet sich jedoch noch eine Thematisierung des Verhaltens Altairs an.

Fazit:
Die durchweg männlichen Jugendlichen aus der Testergruppe im Bürgerzentrum Deutz waren begeistert von Assasin’s Creed. Natürlich fühlten Sie sich in der Rolle des gefährlichen und geschickten Assassine wohl. Es gefiel ihnen schwere Missionen zu erfüllen oder einfach nur die riesige, optisch sehr schön gestaltete Landschaft zu erkunden. Gefragt ist neben reaktionsschnellem und sicherem Beherrschen der Steuerung, in diesem Spiel vor allem vorausschauendes und vorsichtiges Vorgehen.
"Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen kommt es hier nicht allein darauf an immer wieder mit größeren Gruppen von aggressiven Gegnern fertig zu werden. Ich gehe lieber unbemerkt durch die Stadt, um dann aus nächster Nähe zuzuschlagen", beschreibt Chris aus der Testergruppe das Gefühl während des Spielens.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass