Asterix bei den olympischen Spielen

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Atari
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox 360, Wii, Nintendo DS
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Kurzweiliges Sandalen-Comic-Adventure
Gruppenleiter
Max Fischer
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
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Spielbeschreibung:
Nachdem Anfang 2008 der auf dem gleichnamigen Comic basierende Film "Asterix bei den olympischen Spielen" als eine der teuersten europäischen Filmproduktionen für Furore gesorgt hatte, veröffentlichte der Softwarehersteller Atari im gleichen Jahr eine Computerspieladaption des Streifens. Die Geschichte des Spiels rankt sich um die beiden Hauptfiguren Asterix und Obelix, sowie dessen kleinen Hund Idefix. Die drei furchtlosen Gallier machen sich auf, um die finsteren Pläne ihrer Erzfeinde Doktor Mabus und Brutus zu vereiteln. Die beiden Bösewichten verfolgen nämlich den teuflische Idee mittels magischen Portalen das Raum-Zeit-Gefüge durcheinander zu bringen, um so die Macht in Rom an sich zu reißen. Des weiteren bittet Asterix’ Freund Wiederblix die Helden um Hilfe in einer wahren Herzensangelegenheit. Dem Gewinner der olympischen Spiele winkt eine Vermählung mit seiner angebeten Prinzessin Irina. Da der schmächtige Wiederblix dieser Aufgabe alleine nicht gewachsen ist, müssen Asterix und Obelix mit einer Flasche Zaubertrank im Gepäck zu Hilfe eilen.
Das Spiel ist in neun Kapitel unterteilt, in denen der Spieler wahlweise die Steuerung von Asterix, Obelix und in einigen Passagen auch des Hundes Idefix übernimmt. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, das Abenteuer zu zweit, im sogenannten Kooperation- (kurz: Koop) Modus, in Angriff zu nehmen. Der Fokus des Spiels liegt klar auf der Action, welche darin besteht Römer nach Strich und Faden zu verkloppen. Das Geschehen wird aber immer wieder durch kleinere Rätselelemente und Geschicklichkeitspassagen aufgelockert. Ein zweiter großer Bestandteil sind die neun im Spiel integrierten olympischen Disziplinen, welche sich an den antiken Wettkämpfen wie Speerwurf, Hundertmeterlauf und Tauziehen orientieren. Diese sind entweder direkt aus dem Hauptmenü anwählbar oder müssen im Laufe des Abenteuers bestanden werden.  

Pädagogische Beurteilung:
Nach einer kurzen Einführung in die Hintergrundgeschichte des Abenteuers wird der Spieler mittels einer Probemission in die eingängige Steuerung eingeführt. Die Jugendlichen in der Spieletestergruppe hatten keinerlei Probleme, sich mit den Grundaktionen der Figuren vertraut zu machen und bezeichneten die Steuerung als "simpel und leicht erlernbar. Auch für unerfahrene Spieler gut geeignet" (Spieler, 12). Tatsächlich sollte es auch jüngeren, unerfahrenen Spielern keine Probleme bereiten, sich schnell im Abenteuer zurecht zu finden. Als besonders gelungen empfanden die Tester die Umsetzung der neun olympischen Disziplinen. Die Steuerung setzt sich hierbei aus einem Mix aus dem aus anderen Leichtathletikspielen bekannten Button-Mashing (zwei Knöpfe müssen möglichst schnell hintereinander gedrückt werden um Geschwindigkeit aufzubauen) und der Ausführung von visuell eingeblendeten Knopfkombinationen zusammen. In diesen Sequenzen war bei den Spieletestern eine hohen Gruppendynamik zu beobachten. Die Jugendlichen feuerten sich gegenseitig an und waren erpicht darauf, die Rekorde der anderen Kinder zu brechen. Ein Spieler (12) attestierte diesen Sequenzen "einen sehr hohen Spielspaßfaktor. Der beste Part des Spiels." Leider nehmen die olympischen Disziplinen nur einen kleinen Teil des Abenteuers ein und sind nur mit bis zu zwei Spielern spielbar. Hier verschenkt der Titel viel Potenzial um sich auch als Partyspiel zu etablieren. Kritikwürdig ist auch die Steuerung der Actionsequenzen. Meistens ist es völlig ausreichend einen Knopf möglichst schnell hintereinander zu drücken um den römischen Heerscharen den Garaus zu machen. Da die Feinde nicht gerade besonders intelligent agieren (was Lesern der Asterix-Comics sehr bekannt vorkommen sollte) und das Gekloppe einen Großteil des Spiels ausmacht, spielt sich der Titel auf Dauer etwas monoton. Für etwas Abwechselung sorgen die rar eingestreuten Rätselelemente im Spiel. Zu Beginn des Spiels müssen Asterix und Obelix beispielsweise zehn Brieftauben befreien, um ein Formular zu erhalten, dass sie zu der Teilnahme an den olympischen Spielen berechtigt. Hier sind allerdings keine wirklichen Kopfnüsse zu erwarten. Auch wenig erfahrene Spieler sollten keine Probleme haben diese Abschnitte zu bewältigen. 
Ebenfalls auf Anfänger zugeschnitten ist der relativ niedrige Schwierigkeitsgrad und der geringe Umfang des Spiels, welches nach wenigen Stunden schon durchgespielt sein sollte. Das sorgt einerseits bei ungeübten Spielern für schnelle Erfolgserlebnisse und wenige frustrierende Momente, lässt andererseits bei erfahrenen Spielern schnell Langeweile aufkommen. 
Grafisch präsentiert sich der Titel in einem dreidimensionalen Comicstil, welcher stark an die gezeichneten Vorlage orientiert. In den Zwischensequenzen wird die Spielgrafik mit echten Darstellern gemixt, dessen schauspielerische Leistung allerdings niemanden zu Jubelstürmen veranlassen dürfte. Gut gelungen sind hierbei die vielen humorvollen Einlagen. In einer Szene wird Asterix nach einem Kopfstoß gegen einen aufmüpfigen römischen Soldaten die rote Karte gezeigt. Diese Anspielung auf Zinedine Zidanes Tätlichkeit im Weltmeisterschaftsfinale 2006 sorgte in der Spieletestergruppe für großes Gelächter und fand so sehr positiven Anklang. Insgesamt wirkt die Grafik allerdings sehr grobkörnig und bietet nicht die Performance eines Titels, welcher auf einer leistungsstarken Konsole wie der Xbox 360 umgesetzt wird. Ein Tester (13) bemerkte treffend, dass "das Spiel so aussieht, als würde ich an einer älteren Playstation 2 spielen."
Der Sound hinterlässt leider einen ähnlich mauen Eindruck wie die grafische Präsentation des Spiels. Anfangs sind die Asterix’ Kommentare zu den Leistungen in den olympischen Disziplinen noch nett anzuhören und verleiten zu dem ein oder anderen Schmunzler. Nach einiger Zeit wiederholen sich diese allerdings dermaßen oft, dass eine ähnliche Monotonie wie beim Wort zum Sonntag nach durchzechter Nacht aufkommt. Der Rest ist ideenloser Standard. Die Schläge der Gallier werden comicartig mit "Pong", "Poing" oder "Bumms" unterlegt und die Hintergrundmusik ist zwar annehmbar, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. 

Für den meisten Spielspaß sorgt sicherlich der Koop-Modus, bei dem ein Spieler die Steuerung des starken, aber etwas schwerfälligen Obelix übernimmt und sein Mitspieler den kleinen, flinken Asterix durch das Abenteuer begleitet. Im Spiel treten des öfteren Situationen auf, bei denen die Vorzüge eines der beiden Charaktere eingesetzt werden müssen, um das das Spiel voran zu treiben. Das gemeinsame Verkloppen der Römer sorgte bei den Testern für den größten Spielspaß. Wer allerdings gerade keinen Freund zur Hand hat, muss nicht mit einer abgespeckten Version des Titels vorlieb nehmen. In diesem Fall übernimmt der Computer die Steuerung des zweiten Charakters und dem Spieler steht es jederzeit frei auszuwählen, mit welchem der beiden Gallier er das Abenteuer bestreiten soll. Das funktioniert ebenfalls sehr gut, da der Computer einigermaßen intelligent und nachvollziehbar handelt, bringt aber nicht ganz so viel Spaß wie das gemeinsame Spielen.

Fazit:
"Asterix bei den olympischen Spielen" weiß durch die humorvolle Comicpräsentation, den gelungenen Koop-Modus, sowie die gute Umsetzung der olympischen Disziplinen kurzzeitig zu gefallen. Allerdings sorgen die kurze Spieldauer, grafische und soundtechnische Schwächen und die zu geringe Spieltiefe nur für eine "annehmbare" Wertung. Durch eine kompromisslosere Vertiefung der durchaus guten Ansätze hätte der Titel für eine langfristigere Motivation zum Weiterspielen gesorgt. Durch den relativ niedrigen Schwierigkeitsgrad und die einfache Steuerung ist das Spiel grundsätzlich für Spieler ab 6 Jahren zu empfehlen. Erfahrenere Spieler mit hohen Ansprüchen können getrost die Finger von dem Titel lassen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass