Avencast - Rise of the Mage

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Lighthouse Interactive
Erscheinungsjahr
2007.11
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Gelungenes, kampflastiges Abenteuer mit erfrischenden Rätseln und ansprechendem Inhalt
Gruppenleiter
Marius Eversmann
Ü12 Kinder und Jugendzentrum Leichlingen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Avencast - Rise of the Mage erzählt die Geschichte um den Aufstieg eines jungen Zauberschülers zum Meistermagier. Nach seiner Abschlussprüfung in den Höhlen der Zauberschule Avencast findet der Spieler nur noch Verwüstung in den ehrwürdigen Hallen von Avencast vor. Er geht diesen Ereignissen in der Rolle des jungen Meistermagiers auf den Grund.
In bekannter "Einer gegen Alle" Manier des Action-Adventure Genres arbeitet sich der Spieler nach und nach durch die verschiedenen Hallen und Höhlen von Avencast. Hierbei stärkt er seine Spielfigur und erlernt dadurch neue Zauber und Fähigkeiten. Nicht ganz Genretypisch gehört auch das Lösen von Rätseln und das Kombinieren verschiedener Gegenstände zu den Aufgaben des Spielers.
 
Pädagogische Beurteilung:
Der Einstieg in das Spiel, gestaltet sich übersichtlich, die Hintergrundgeschichte wird durch ein ansprechendes Video zu Spielbeginn erzählt. Der Spieler schlüpft direkt im Anschluss in die Rolle des Zauberschülers und wird so auf einfache Weise mit der Steuerung und Handhabung der Zauber und Fähigkeiten vertraut gemacht. Hier kann er diese im sicheren Rahmen unter Anleitung der Meistermagier ausprobieren. Positiv fällt dabei auf, dass der Spieler drei verschiedene Möglichkeiten der Steuerung hat und auch während des Spiels zwischen diesen wechseln kann, außerdem werden Zauber durch Schnelltasten oder auch Tastenkombinationen ausgelöst. Der erfahrene Spieler muss sich hier etwas umgewöhnen, da die Steuerung nicht ganz den Genrestandards entspricht. Gelegentlich neigt zudem die Kameraperspektive dazu, etwas unübersichtlich zu werden. Mit längerer Spieldauer gewöhnten sich die Spieletester allerdings daran und konnte mit der Steuerung gut umgehen.
Als Spielmöglichkeiten bietet Avencast leider nur einen Einzelspielermodus.
Die Qualität der grafischen Umsetzung ist nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand (März 2008), jedoch, besonders wenn Zaubereffekte dargestellt werden, trotzdem ansprechend und von den jugendlichen Testern dadurch insgesamt noch als gut bewertet.
"Die Spielfigur sieht sehr realistisch aus, nicht so eckig, wie bei anderen Spielen" (Tester, 14 Jahre).
Der Spieler bewegt sich mit Hilfe einer Minikarte durch unterschiedliche Höhlensysteme oder Gewölbe, die grafisch sehr detailreich dargestellt sind und zu der insgesamt düsteren Atmosphäre des Spiels beitragen. Darüber hinaus unterstützt auch der Sound diese Atmosphäre. Positiv fällt dabei auf, dass sich die Musik verdüstert und dramatischer wird, sobald Gegner auf dem Spielfeld auftauchen und es zu einer Konfrontation kommt. Der Spieler wird so einerseits gewarnt und andererseits wird somit auch die Spannung, ähnlich wie in einem Film, aufgebaut.
Der junge Zauberer bewegt sich im Laufe des Spiels durch verschiedene Szenarien die jeweils mit so genannten Endgegnern abschließen. Hier empfiehlt es sich regelmäßig zu speichern, da die Spieletester durch die Autosave-Funktion oft wieder sehr weit vorne beginnen mussten. An diesen Stellen beschrieben die Tester gewisse Spannungsmomente, da der Ausgang des Kampfes nicht immer klar war, vor allem wenn sie auf den Stufen "Normal" oder "Schwerer" spielten. Handlungsalternativen zum Kampf gibt es allerdings nicht, jedoch sind die Kämpfe im Gegensatz zu anderen Titeln des Genres sehr abwechslungsreich. Der Spieler nimmt Einfluss auf jede Bewegung seiner Figur, ein einfacher Rechtsklick auf den Gegner, wie bei anderen Titeln reicht hier nicht aus. Die meisten Tester empfanden diese Erweiterung der Steuerung als gelungene Alternative im Gegensatz zu anderen Titeln.
Der Spieler muss genretypisch Gegner besiegen oder Rätsel lösen um Erfahrungspunkte zu bekommen. Diese kann er z.B. gegen Zauberfähigkeiten eintauschen. Hieraus entwickelte sich für die Tester eine besondere Motivation weiter im Spiel zu bleiben. Sie wurden hier weniger dadurch motiviert die Handlung des Spiels weiter zu verfolgen, als vielmehr dadurch ihre Fähigkeiten zu verbessern und in der Spielwelt auszuprobieren. "Ich will es spielen, weil man immer bessere Zaubersprüche bekommt" (Tester, 14 Jahre). Die damit einhergehende Spezialisierung und Ausdifferenzierung der Spielfigur auf bestimmte Fähigkeiten lässt eine große Identifikation des Spielers mit seinem Avatar zu.
Avencast beinhaltet eine große Anzahl von Spielforderungen, mit denen sich der Spieler auseinandersetzen muss und aus denen die gute Qualität und der hohe Aufforderungscharakter des Spiels resultieren. Aus- und Aufrüstung, Prüfung und Bewährung Kampf und Ziellauf sind zentrale Aspekte dieses Spiels, die, zusammen mit der Tatsache, dass der Avatar ausschließlich männlich dargestellt wird, dafür sorgen, dass das Spiel vorwiegend von männlichen Spielern gespielt werden dürfte. Hier wäre es wünschenswert, dass auch ein weiblicher respektvoll gekleideter Avatar zur Wahl stünde.
"Es ist eher für Jungs geeignet, weil der Hauptcharakter ein Junge ist" (Tester, 14 Jahre).
Dabei vermittelt Avencast durchaus positive moralische Werte wie Hilfsbereitschaft und die Übernahme von Verantwortung für Andere. Diese Werte sind für den Spieler recht einfach zu verstehen, da sie sehr gut in die Rahmenhandlung eingebunden sind. Durch die starke Identifikation mit der Spielfigur kann der Spieler die moralischen Werte seiner Figur gut übernehmen.
Das Spiel kann darüber hinaus zwei Arten von Spielern ansprechen. Zum einen den Vielspieler, der das Spiel dann aber in einer Woche durchgespielt haben wird und von der Motivation getrieben wird das Ende des Spiel zu kennen und die mächtigsten Zauber und Gegenstände auszuprobieren. Zum anderen den Gelegenheitsspieler, da der Einstieg auch nach einer mehrtägigen Pause wieder gut zu finden ist.
Jugendliche ab 12 Jahren sollten mit dem in Avencast - Rise of the Mage gebotenen in der Regel ohne Probleme umgehen können. Trotz des konflikthaltigen Inhalts wird die Gewalt zurückhaltend dargestellt und verkommt dabei nie zum Selbstzweck.
Ein ähnliches Spiel, das auch in der Testergruppe gespielt wurde ist z.B. Requital - Revenge of a Hero, dass aber im Vergleich der Spielmöglichkeiten und der grafischen Darstellung im Urteil dieser Testergruppe deutlich schlechter abgeschnitten hat.
 
Fazit:
Avencast ist ein gut gelungenes Action-Adventure Spiel mit Rätselaspekten und viel Kampf. Zudem ist für jugendliche Spieler grafisch als auch inhaltlich sehr ansprechend umgesetzt und bietet auch ohne Onlinespiel eine Menge Spielspaß im Fantasygenre.
"Die Actionseite des Harry Potter!" (Tester 15 Jahre).

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Spieletester
Ü12 Kinder und Jugendzentrum Leichlingen
Leichlingen
Bewertung Spielspass