Batman: Arkham Origins

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Warner Bros. Interactive
Erscheinungsjahr
2013.10
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii U
System im Test
Playstation 3
Kurzbewertung
Actiongeladenes und düsteres Abenteuer um Batmans Aufstieg zum dunklen Ritter.
Redaktion, Gruppenleiterin
Linda Scholz
Spieleratgeber-NRW, OT St. Anna Ehrenfeld
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Spielbeschreibung:
Die Fledermaus ist zurück und macht den Schurken und Verbrechern in Gotham City das Leben schwer. Batman alias Bruce Wayne ist einer der bekanntesten Superhelden des DC-Universums und hat im Vergleich zu seinen Kollegen keine speziellen Superkräfte oder besondere Eigenschaften. Batman nutzt verschiedene Gadgets und technische Geräte, um seine Feinde hinter Gitter zu bringen. "Batman: Arkham Origins" ist der Nachfolger von "Batman: Arkham Asylum" (Test: Batman Arkham Asylum) und "Batman: Arkham City" (Test: Batman Arkham City) und macht die Trilogie komplett. Hierbei erzählt dieser Teil die Vorgeschichte, was mittlerweile nicht unüblich ist. Der Spieler erlebt einen noch etwas ungestümen Batman, der es Heiligabend gleich mit mehreren Verbrechern zu tun bekommt. Mafiaboss Black Mask hat gleich acht Auftragskiller engagiert und ein Lösegeld auf Batmans Kopf ausgesetzt. Damit die Bewohner Gothams einen ruhigen Weihnachtsabend erleben können, macht sich ihr selbsternannter Beschützer auf, sich dem kriminellen Gesindel zu stellen. Hierbei gibt es wie bei den Vorgängern viele Kämpfe, Jagdmissionen, in denen sich Batman möglichst geschickt und unauffällig den Feinden entledigt und auch wieder etliche Rätsel zu lösen. Der Spieler kann oft selber entscheiden, welche Mission er als nächstes erledigen möchte oder ob er zuerst die Nebenaufgaben lösen will. Man bereist die gleiche Karte, wie im Vorgängertitel, allerdings ist die winterliche Stadt um einen kompletten Bereich erweitert und dadurch doppelt so groß. Zusätzlich ist jeder Bereich weihnachtlich geschmückt.

Pädagogische Beurteilung:
Rohe Gewalt statt Feuerkraft
Ein Merkmal von Batman ist der Verzicht auf jegliche Schusswaffen. Da seine Eltern erschossen wurden, verweigert er dessen Gebrauch. Der Spieler schaltet die Feinde durch technische Hilfsmittel oder im direkten Nahkampf aus. Durch gezieltes Drücken der Knöpfe können gegnerische Angriffe geblockt oder spezielle Kombo-Angriffe ausgeführt werden. Oftmals wirkt das Hämmern auf die Knöpfe allerdings relativ eintönig. Mit der Zeit schaltet man jedoch neue Angriffe frei und erhält neue Gerätschaften, die man ebenfalls in seinem Kampfstil integrieren kann. Und in Gotham City gibt es eine Menge Kämpfe, da in jeder Straße und Gasse feindliche Truppen lauern. Die Feinde können jedoch stets mit dem Detektiv-Modus auch durch Hindernisse und Wände im Auge behalten werden. Auch dieser ist aus den Vorgängertiteln bekannt und hilft oftmals, sobald der Spieler nicht mehr weiter weiß. Im Detektivmodus schaltet das Spiel in eine Scan-Ansicht, in der alle Feinde, Hinweise und Objekte, mit denen man interagieren kann, besonders hervorgehoben werden. So kann der Spieler im Kampf auch zwischen Feinden mit Schusswaffen unterscheiden, da diese orange angezeigt werden, während unbewaffnete Feinde blau dargestellt sind. Die zerstörbaren Objekte oder Stellen, an denen sich Batman mit der Kralle hochziehen kann, werden ebenfalls farblich hervorgehoben, wodurch der Spieler stets erkennen kann, wie und wo es weitergeht. Um in der Geschichte voranzukommen muss Batman verschiedene Gebäude wie das Polizeirevier oder das Royal City Hotel erkunden. Entweder man bereist die Orte per Batwing, wobei dieser die Punkte auf der Karte automatisch ansteuert, oder man gleitet in guter alter Manier per Greifhaken über die Dächer von Gotham City.

Auch Helden haben Probleme
Ein Hauptmotiv der Batman-Reihe ist neben der düsteren Atmosphäre die Thematik der menschlichen Psyche in Bezug auf Angst, Verlust und Moral. Bruce Wayne ist seit der Ermordung seiner Eltern auf Gerechtigkeit aus. Immer wieder wird der Spieler in der Rolle des zwiegespaltenen Helden versetzt, der von seinen Erinnerungen heimgesucht wird. In Rückblenden erinnert das Spiel an den Winterabend, an dem seine Eltern vor seinen Augen erschossen wurden. Gerade deshalb verzichtet Batman auf das Töten seiner Kontrahenten. Die Feinde werden stets ausgeschaltet und fallen ohnmächtig zu Boden. Auffallend ist hierbei jedoch die ungestüme Art des noch unerfahrenen Batman, der sich oft übermütig in den Kampf stürzt und nur selten auf die Ratschläge seines Butlers und Ziehvaters Alfred hört. Nebenher wird auch das Empfinden mancher Verbrecher näher beleuchtet. Hier gewährt das Spiel beispielsweise Einblick in das Denken und die Motive der gestörten Psyche des Jokers.

Viel neues bekannte Gesichter
Spannend sind zusätzlich die vielen Verweise auf spätere Ereignisse im Batman-Universum. Der Spieler erlebt Batmans Aufstieg zum dunklen Ritter, die ersten Kontakte mit dem Joker und anderen Kriminellen und erhält Informationen über die Erschaffung von Arkham Asylum. Gleichzeitig erlebt man die ersten Begegnungen von Batman und Barbara Gordon oder dem Joker und Dr. Harleen Quinzel mit, was besonders die Fans der Comics freuen sollte. Auch der Riddler taucht wieder auf. Unter seinem Ursprungsnamen Edward Nigma hat er wieder einige Rätsel für Batman versteckt, die diesmal unter dem Namen Datenpakete laufen. Diese und auch andere Nebenmissionen erinnern oft sehr stark an den direkten Vorgänger "Batman: Arkham City". So erinnert die Hypnose des Mad Hatters an das Gas von Scarecrow, die unter Zeitdruck zu entschärfenden Bomben von Anarky an die Geiselbefreieung von Victor Zsasz und die Drogenlager von Black Mask müssen ebenso zerstört werden wie die Venom-Behälter von Bane im Vorteil.

Viele Hilfsmittel führen ans Ziel
Auch bei den Gadgets fallen die recycelten Elemente aus dem Vorgänger-Titel auf. Neben den bekannten Gadgets wie der Rauchbombe, dem Batarang oder dem Greifhaken gibt es nämlich auch altbekannte Neuerungen. Die Klebepistole hat beispielsweise dieselben Fähigkeiten wie Mr. Freezes Eiskanone. Neu sind allerdings die Elektrohandschuhe. Mit diesen kann man durch elektrische Überbrückung Tore öffnen oder den Gegner im Kampf schneller kampfunfähig machen. Die verschiedenen Gadgets und die Verbesserungen sind im Laufe des Spiels auch wichtig, um die Kämpfe erfolgreich zu bestehen. Zusätzlich kann man verschiedene Herausforderungen annehmen, in denen man in mehreren aufeinanderfolgenden Kämpfen einer immer größer werdenden Gegnerschar den Garaus machen muss. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit verschiedene Tatorte zu scannen und sich interaktiv anzeigen zu lassen, was dort geschehen ist. In Form eines Films kann man den Tatvorgang vor- und zurückspulen und dadurch Pistolenschüsse zurückverfolgen oder nachvollziehen, wo der Schütze stand.

Fazit:
Für Fans der Serie und von Batman allgemein bietet "Batman: Arkham Origins" besonders viele Anekdoten und Anspielungen auf die späteren Ereignisse und Spiele. Allerdings gibt es spielerisch nur wenige Neuerungen und viele wiederverwendete Ansätze der Vorgänger. Nichtsdestotrotz bietet Batman durch die menschlichen Züge, das moralische Handeln und die klare Rollenverteilung in Gut und Böse eine Identifikationsfigur mit ehrenhaften Charakterzügen. Spieler ab 16 Jahren werden auch mit der düsteren Atmosphäre zurechtkommen und haben neben den Kampfpassagen auch viele Momente, in denen sie taktisch und clever agieren müssen. Für jüngere Spieler bieten die Umsetzungen auf dem Nintendo 3DS und der PlayStation Vita eine gute Alternative. In "Batman: Arkham Origins Blackgate" können bereits Spieler ab 12 Jahren die Abenteuer von Batman erleben. Hierbei ist das Kampfsystem entschärft und die Zwischensequenzen laufen in stimmiger Comic-Grafik ab.