Bolt - Ein Hund für alle Fälle

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Disney Interactive Studios
Erscheinungsjahr
2009.01
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Nintendo DS
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Anspruchsloses Actionspiel ohne wirklichen Bezug zur Vorlage
Gruppenleiter
Dirk Poerschke
Game On/Two Kinderhilfezentrum Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
2009 starteten die Walt Disney-Filmstudios einen ungewöhnlichen, computeranimierten Trickfilm in den Kinos: "Bolt – Ein Held für alle Fälle". Eine beinah familientaugliche Geschichte mit teils brachialen Actionsszenen, Witz und einer subtilen Kritik am amerikanischen Filmgeschäft. Die Actionsszenen konnten für kleiner Kinder schon bedrohlich wirken. Der Film bekam die Einstufung ab 6 Jahre. Verfolgungsjagden mit Motorrädern, Granatenbeschuss aus Hubschraubern, fiese Gegenspieler und explodierende, brennende Kulissen sprachen eher Zuschauer an, die mit dem Genre der Actionfilme vertraut sind. Auf der anderen Seite standen der schön animierte kleine Hund Bolt und seine sympathische Mitstreiterin Penny, verstrickt im skrupellosen Lügengeflecht der amerikanischen Filmindustrie. Ein wendungsreiche Geschichte, immense Spannung, viele wirklich komische Situationen und ein dramatischen Happy End machten aus dem Film einen Kinoerfolg. Fast zeitgleich kam das gleichnamige Computerspiel für fast alle Spieleplattformen und der USK Einstufung ab 12 auf den Markt. Schnell stellten meine Tester fest, dass der Anspruch an die Geschichte aus dem Film nicht im Spiel verankert ist. Zwar gibt es auch eine Hintergrundstory. Auch hier bekämpft man die Schurken, muss Pennys Vater aus der Entführung befreien und ist an unterschiedlichen Spielorten unterwegs, das wird aber durch unzählige Kämpfe stark in den Hintergrund gedrängt und so testeten sie eher ein Kampfspiel auf der PS2.

Pädagogische Beurteilung:
Zu Beginn startet man als Penny beim Anschleichen an den Gegner und wird gleichzeitig in die grundlegenden Bedienelemente der Spielfigur eingeführt. Das Spiel ist komplett deutsch synchronisiert und Erläuterungen zur Bedienung sind zudem schriftlich unterlegt. Als Penny unter zu Hilfenahme eines Tarnmantels und einer Art Universalstab bis auf das Dach der Entführer ihres Vaters schleicht und dieses dann einbricht, kommt es zur ersten echten Actionszene. Da Penny dem Ansturm der Gegner nicht lange standhält, kommt Bolt zum Einsatz. Ab diesem Zeitpunkt spielt man den kleinen Hund, der mit Kopfstößen, Laserblick oder Überschallgebell in 25 Missionen viele maskierte Gegner k.o. schlagen muss. Das Ganze ist mit heftigen Kampfgeräuschen unterlegt, ist unblutig, besiegte Gegner lösen sich in Luft auf. Es wirkt aber trotz alledem sehr kampfbetont und actionlastig. 
Besondere Aktionen für die Steuerung werden unseren Testern in den Kämpfen dabei nicht abverlangt. Schnell verlegten sich meine Spieler auf wildes Tastendrücken und das reichte dann für einen Sieg aus. Dadurch wurden die Kämpfe für die Jugendlichen aber sicher nicht spannender. 
Der Wechsel zwischen den beiden Figuren Bolt und Penny, die sich eher schleichend vorwärts kämpft, kann nicht durch die Spieler ausgewählt werden sondern ist vorgegeben. Der bei beiden Spielfiguren niedrige Schwierigkeitsgrad machte unseren Testern nur kurzfristig Spaß. Dazu kam die eher mittelmäßige Grafik, die bei den Schauplätzen Dschungel bis Russland eher einen tristen Eindruck hinterlässt. Ein Mehrspielermodus oder Onlinemodus ist nicht möglich. Die Testern welche Wert auf die Story aus dem Film legten, ihrem Helden Bolt oder Perry etwas näher kommen wollten oder einfach ein wenig Humor erwarteten, konnte das Spiel nicht fesseln.

Fazit:
Im besten Fall hat die digitale Umsetzung der Story "Bolt - Ein Hund für alle Fälle" einen anderen Ansatz als der Film und es darf vermutet werden, dass es sich dabei um einen actionorientierten Ansatz handeln soll. Aber auch dafür sind die Herausforderungen an meine Tester zu niedrig und Schwierigkeiten zu schnell zu meistern. Die Geschichte stand mit Sicherheit nicht im Fokus der Entwickler. Die Alterseinstufung der USK ab 12 ist gerechtfertigt aufgrund der ständigen cartoonhaften Gewalt und dauernden Kämpfe. Aber Kampfspiele ab 12 können durchaus intensiver sein.
Hier zeigt sich, dass eine differenziertere Einstufung bei Filmen und Spielen von Vorteil sein kann. Das Spiel ab 12 ist nicht spannend genug und der Film ab 6 ist noch zu aufregend. 
Ein ungewöhnlicher Trickfilm und sein gleichnamiges Spiel laden zu einem Medienvergleich geradezu ein.

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Spieletester
Goethe-Gymnasium Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass