Datenschutz

Alle modernen Spielgeräte können sich mit dem Internet verbinden. Dies eröffnet Spielern zahlreiche reizvolle Möglichkeiten: Sei es das gemeinsame Spiel, das Veröffentlichen von Erfolgen, die Kommunikation mit Freunden oder der Download von Zusatzinhalten. Doch ähnlich wie in Sozialen Netzwerken müssen Nutzer persönliche Daten von sich preisgeben, um mitmachen zu können.


Zeigt her Eure Daten...
Jede Spielplattform hat mittlerweile eine Online-Umgebung. Hier ist es möglich Games zu kaufen, Spiele zu aktualisieren oder Inhaltserweiterungen (DLCs) herunterzuladen. Besonders reizvoll ist die Möglichkeit, mit anderen Nutzern kommunizieren und spielen zu können. Der Hersteller hat außerdem eine Nutzungskontrolle über seine Spiele sowie Informationen zu den Gewohnheiten und Vorlieben seiner Kunden. Bedingung ist die Registrierung beim jeweiligen Dienst. Auch bei vielen Online-Games muss man sich zunächst beim jeweiligen Betreiber anmelden, um teilnehmen zu können.

In der Regel gilt es einen Benutzernamen und ein Passwort sowie die E-Mail-Adresse anzugeben. Manche Registrierungen erfragen hingegen eine sonderbar große Menge an Daten wie Alter, Schulabschluss, Telefonnummer und Hobbys. Wie diese Daten genutzt werden, ist hierbei nicht auf den ersten Blick erkenntlich. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) sind oft sehr umständlich formuliert und werden in der Regel nicht gelesen.
Zusätzlich zu den privaten Daten werden auch Informationen über das Spielverhalten gesammelt. Ebenfalls nicht unerheblich ist die Koppelung von Spielerfolgen an den Nutzernamen. Ist dieser bekannt, vielleicht sogar mit dem Profil verknüpft, lassen sich viele interessante Informationen über die Person sammeln. Zudem übertragen manche Kopierschutzvorrichtungen persönliche Daten, ohne dass ersichtlich wird, was mit ihnen passiert.

Bei Spielen, die innerhalb der Sozialen Netzwerke gespielt werden (so genannte Social Games), muss der Spieler dem Anbieter Zugriff auf sein persönliches Profil gewähren. So erfahren Freunde von den Erfolgen oder werden zum Mitmachen animiert. Da hier auch sehr persönliche Daten hinterlegt sind, sollten Spieler vorsichtig sein und die Seriosität eines Anbieters kritisch hinterfragen. Denn wer viel von sich preisgibt, setzt sich diversen Risiken aus, wie z.B. massiver Werbung oder unerwünschter Kontaktaufnahmen durch Dritte.

Kinder und Jugendliche müssen sich darüber bewusst sein, dass Firmen ihre Daten sammeln und verknüpfen. Sie sollten daher über das Thema „Datenschutz“ Bescheid wissen und dazu befähigt werden, Persönliches sehr bewusst und lediglich gezielt zu veröffentlichen. So könnten evtl. auch Lehrer oder zukünftigen Arbeitgeber einsehen, was und wie lange sie spielen. Wer offensichtlich zahlreiche Stunden am Tag in virtuellen Welten verbringt, belastet vielleicht seinen Ruf schon vor einem ersten Bewerbungsgespräch.


Werbung in Games
Werbung ist allgegenwärtig. Sei es im Fernsehen, im Kino, im Internet oder bei Shopping-Touren in Fußgängerzonen. Gerade Kinder sind eine beliebte Zielgruppe von Werbetreibenden. Kein Wunder - Sie haben einen erheblichen Einfluss auf das Kaufverhalten ihrer Eltern. Sie kalkulieren mit der medialen Unerfahrenheit, Leichtgläubigkeit und Neugier von Kindern, um sie schon frühzeitig an bestimmte Markenvorlieben zu binden. So ist es kaum verwunderlich, dass auch in manchen Spielen Werbebotschaften implementiert werden. Sei es in einem Browsergame oder direkt im Spiel selbst. Letzteres wird als „In-Game-Advertising“ bezeichnet. Durch die Sammlung von Daten kann dies sogar zielgruppengerecht geschehen.  Auch hier gilt: Jeder Anbieter muss die Datenschutzrechte des Spielers beachten und wahren. Außerdem finden sich in den AGBs nähere Informationen, die vor der Nutzung eines Spiels von den Eltern geprüft werden sollten. Werbeverlockungen Stand zu halten, Spiel und Werbung unterscheiden und die Absichten von Anbietern einordnen zu können, sollte frühzeitig geübt werden.

Tipps zum Thema Datenschutz
Im Zusammenhang mit Datenschutz werden auf klicksafe folgende Hinweise genannt:

  • Persönliche Daten lassen sich auch im Bereich der Spiele einfacher recherchieren und zusammentragen als man denkt.

  • Auch im Bereich der Spiele sollte man so wenig persönliche Daten wie möglich öffentlich einsehbar machen.

  • Auch aus Spieldaten lassen sich Lebensgewohnheiten und Vorlieben ableiten.

  • Die AGBs geben Auskunft darüber, was mit den persönlichen Daten passiert.

  • Je größer der Anbieter, desto wahrscheinlicher, dass er sich an die deutschen Datenschutzbestimmungen hält.

  • Die Verknüpfung der privaten Informationen macht es professionellen Datensammlern einfach, ein detailliertes Profil zu erstellen.


Eltern sollten Kinder bzgl. der Weitergabe persönlicher Daten sensibilisieren und ihnen folgende Tipps geben:

  • Lege Dir eine E-Mail Adresse an, die Du nur für die Anmeldung bei unbekannten Anbietern benutzt.

  • Nutze einen Nickname und eine E-Mail-Adresse, die keine Rückschlüsse auf Dich zulassen!

  • Gib Deinen Nickname nur an Bekannte weiter!

  • Nutze als Avatar kein Foto von Dir!

  • Lies in den AGBs, bzw. der Datenschutzerklärung nach, was der Anbieter mit Deinen Daten macht!

  • Vernetze Deine Daten nicht unnötig!

  • Gib Deine Daten nicht an jeden weiter!

 

Teile dieses Artikels entstammen der Handreichung „Elternabende Computerspiele“ von der EU-Initiative klicksafe . Die Handreichung wurde in Kooperation mit der Initiative Eltern + Medien und dem Spieleratgeber-NRW umgesetzt.