Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Disney
Erscheinungsjahr
2014.09
Systeme
Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U, Playstation Vita
System im Test
Xbox One
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Superhelden-Abenteuer mit hohem Anreiz, Figuren nachzukaufen
Gruppenleiter
Christopher Wandel
Games4Kalk
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Spielbeschreibung:
Auch wenn es für die Spieletester der Stadtbibliothek Köln Kalk das erste Infinity-Spiel ist, waren zahlreiche Vorkenntnisse vorhanden. Bereits im ersten Titel der Reihe war es möglich, mit einer Vielzahl verschiedener Disney-Charaktere in Kombination mit abwechslungsreichen Spielwelten sein ganz eigenes Spiel zusammenzustellen. Erforderlich dafür ist die sogenannte „Infinity-Base“, eine Art Schnittstelle, auf die man unterschiedliche Plastikfiguren platzieren muss, um sie in das Spiel zu übertragen. Drei Figuren und eine Spielwelt sind bereits im Starter-Kit enthalten. Das Spiel funktioniert also auf einer erweiterbaren Sammelbasis, ähnlich wie die beliebte Skylanders-Serie. Um weitere Charaktere spielen zu können, müssen diese erst als Figuren nachgekauft werden. Auch die eigentlichen Spielwelten werden zum nachträglichen Kauf angeboten. Hier werden den Spielern Kaufanreize geboten, wodurch das Hobby schnell zu einem kostspieligen Zeitvertreib werden kann. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es hier
Im zweiten Teil der Infinity-Reihe rücken die Helden des Marvel-Universums in den Mittelpunkt. Von Spider-Man über den Hulk bis hin zu Iron Man sind alle bekannten Helden und auch Schurken vertreten. Diese können in den eigenen Welten gesteuert werden, um Abenteuer zu absolvieren, Kämpfe zu meistern und Rätsel zu lösen. Vorerst muss sich allerdings mit den Figuren aus dem Starter-Kit begnügt werden.

Pädagogische Beurteilung:
Sag mir, wo die Helden sind…
Das Starter-Set beinhaltet das New York der Avengers als Spielwelt und drei Marvel-Figuren: Iron Man, Thor und Black Widow. Auf diese Weise ist es möglich, dem hinterhältigen Loki zu zweit die Stirn zu bieten. Dieser versucht ganz New York in eine glitzernde Eislandschaft zu verwandeln, damit seine Schergen, in Gestalt von Eisriesen, die dort lebende Bevölkerung unterwerfen können. Insgesamt handelt es sich um eine offene Spielwelt, in der unterschiedlich schwere Missionen warten. Neben dem Steuern von Fahrzeugen ist es ebenfalls möglich, mit Iron Man, Thor und anderen Charakteren ganz heldentypisch durch die Spielwelt zu fliegen. Die Steuerung innerhalb der Kampfsequenzen ist angenehm schlicht und übersichtlich gehalten. Die Aktionen beschränken sich auf verschiedene Attacken und Angriffe sowie Ausweichen. Die Spieletester waren von anderen Spielen eine kompliziertere Steuerung gewohnt.
Trotz der Nebenmissionen war die Spielzeit von "Disney Infinity 2.0" jedoch enttäuschend für die Spieletester. Den Story-Modus hatten die Tester daher schnell beendet: „Was? Schon vorbei? Ich fasse es nicht, der erste Teil lag bei über zwanzig Stunden!“ (Merve, 12 Jahre alt).

Viel zu entdecken
Neben verschiedenen Sammelgegenständen, welche die Energie aufladen oder die spieleigene Währung erhöhen (Mit dieser können entsprechende Gegenstände freigeschaltet werden, die im Laufe des Spiels behilflich sind), gibt es zusätzliche Spielzeit in Form weiterer Herausforderungen wie Wettrennen, Zielschießen sowie Geschicklichkeitstest, die den Helden noch einmal ordentlich viele Erfahrungspunkte einbringen. Allerdings fällt es im späteren Verlauf immer öfter auf, dass gewisse Figuren benötigt werden, um beispielsweise an bestimmte Kisten zu kommen oder Aufgaben zu erfüllen. Das Prinzip „Pay To Win“ (Zahlen, um weiter oder schneller voranzukommen) tritt hier unangenehm zum Vorschein, was von allen Spieletestern einstimmig kritisiert wurde.
Hinzu kommt, dass kleinere Herausforderungen einer ständigen Wiederholung unterliegen. Hier hätte ein wenig mehr Abwechslung das Spiel noch einmal aufwerten können. Bei den Testern schlich sich das Gefühl ein, dass spielerische und grafische Elemente aufgrund der Spielweltgröße ein wenig untergingen. Zwar schafft es der Tausch der Spielfiguren das unvermeidliche Ende noch ein wenig in die Länge zu ziehen, dennoch erscheint das Gesamtpaket, selbst in Anbetracht eines Start-Sets, ein wenig spärlich.

Eine Spielzeugkiste für die Kreativen
Die sogenannte „Toybox“ entpuppt sich überraschenderweise als eine wahre Bereicherung. In diesem Editor können eigene Welten mit Missionen geschaffen und weitere Erfahrungspunkte zur Weiterentwicklung der Spielfiguren gesammelt werden. Bekannte Disney-Charaktere führen durch verschiedene Tutorials und ermöglichen gerade den Jüngeren einen vielseitigen Eindruck der Möglichkeiten, die der Editor birgt. Die Bedienung des Gamepads geht hier auch ungeübten Spielern leicht von der Hand. Ergänzend warten die klassischen Herausforderungen wie Rennfahrten, unterhaltsames „Rumgekloppe“ und auch spannende Schusswechsel und bieten weitere Abwechslung und eine stets vergnügte Spielzeit.
Um im Editor weitere Elemente freizuschalten, müssen diese allerdings meistens erst im Kampagnen-Modus gefunden und freigeschaltet werden, was aber leider oftmals nur mit bestimmten Figuren möglich ist.

Umweltverträgliche Mehrweg-Avatare
Erfreulich ist an dieser Stelle, dass die Figuren des Infinity-Vorgängers anstandslos in der Toybox wiederverwendet werden können. Doch schalten diese nicht nur weitere Boni und Optionen frei, die alten Helden lassen sich ebenfalls weiterentwickeln, was somit nicht nur den neuen Figuren vorbehalten bleibt.

Fazit:
"Disney Infinity 2.0" zeichnet sich vor allem durch seine ungleichmäßig verteilten Potenziale aus. Während die Kampagne eher eintönig und lieblos erscheint, verzaubert vor allem das Angebot der „Toybox“ und ermöglicht viele spaßige und auch spannende Momente vor der Konsole. Erfreulich ist vor allem, dass die Bedienung des Gamepads entsprechend angepasst wurde, so dass gerade jüngere Kinder problem- und frustlos den Inhalten des Spiels folgen können. Ob die Verknüpfung zweier Universen letztlich eine gute Idee war, können wohl nur die eingefleischten Marvel- beziehungsweise Disney-Fans beurteilen. Während sich der erste Teil der "Disney Infinity" Serie den Spielwelten aus den bekannten Disney-Filmen widmete, erscheint Marvels New York City im Vergleich eher karg und unfreundlich. Fans von Iron Man, Thor und den anderen Marvel-Helden werden allerdings trotz der kurzen Spielzeit auf ihre Kosten kommen. Es sollte jedoch besprochen werden, ob und wie viele zusätzliche Figuren gekauften werden dürfen.

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Spieletester
Games4Kalk
Köln
Bewertung Spielspass