Dragonball – Revenge of King Piccolo

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Bandai Namco
Erscheinungsjahr
2009.10
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kindliches Anime-Spiel, das für erfahrene Gamer schnell langweilig werden kann.
Gruppenleiter
Hendrik Schmitz
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
„Dragonball“ ist eine der beliebtesten Anime-Serien der Welt. Die Saga um Son-Goku, den kleinen Außerirdischen und die sieben magischen Kugeln erfreut seit Jahren Zuschauer auf der ganzen Welt und es gibt wenige Vorlagen, im Film oder Fernsehen, die die Übertragung ins Games-Genre so leicht machen wie die „Dragonballs“-Reihe. Sie beinhaltet einfach alles, was ein Videospiel braucht: Action, interessante Figuren und eine gute Story. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe Computer- und Konsolenspiele, "Dragonball - Revenge of King Piccolo" soll aber trotzdem, so versprechen es die Macher von Bandai, etwas ganz Besonderes sein. Das erste Mal ist dem Spieler möglich, den ganz jungen Son-Goku (alle anderen Spiele beschränken sich auf die Zeit, in der er schon erwachsen ist) zu steuern und so die Grundgeschichte live mitzuerleben, die den Hype um ihm ihn, den Herren der Schildkröten, Kirin, Norma und die anderen Figuren des "Dragonball"-Universums losgetreten hat.
Der junge Son-Goku macht sich auf den Weg um den Dragonball, den sein Großvater ihm vor dessen Tod vermacht hat, zurück in seinen Besitz zu bringen. Sieben Dragonballs gibt es insgesamt, über die ganze Welt verstreut, und die Legende besagt das der, der alle Wunderkugeln zusammenträgt, einen Wunsch freihat. Diese Aussicht sorgt natürlich für eine ganze Reihe von interessierten Schatzsuchern. Ganze Armeen begeben sich neben Son-Goku auf die Suche. Auch der Oberteufel Piccolo, der Erzfeind aller Gut-Gesinnten, hat es auf die Dragonballs abgesehen und ihm möchte man wahrlich keinen freien Wunsch gönnen. Son-Goku hat also einiges vor sich, als er sich mit seiner fliegenden Wolke und seinem selbst-verlängernden Kampfstab auf den Weg macht.

Pädagogische Beurteilung:
Los geht’s....
Die meisten Gamer, die sich dieses Spiel zulegen, werden die Manga- oder Zeichentrickvorlage bereits kennen. Darauf setzen die Macher der Traditions-Schmiede Namco Bandai schon mit dem knalligen Cover, welches genau das verspricht, was „Dragonball“ für seine Fans bedeutet: Action, Spass und eine riesige, ja gewaltige Anzahl von spektakulären Kämpfen. Unsere Spiele-Tester-Gruppe bestand fast ausschließlich aus Fans im Alter zwischen 10 und 13 Jahren, genau die angepeilte Zielgruppe also (das Spiel ist ab 12 Jahren empfohlen).
Im Laufe der Test-Session spaltete sich die Meinung der Gruppe in zwei Lager. Die einen waren begeistert, die anderen fanden die Umsetzung von Konami langweilig, einfallslos und platt.
Wie kann ein Spiel so polarisieren?
Das erste, was einem auffällt ist die sehr einfach gehaltene Grafik von "Dragonball - Revenge of King Piccolo". Son-Goku bewegt sich auf dem Bildschirm von links nach rechts, von rechts nach links, springt auf schwebende Plattformen oder muss fliegenden Fischen ausweichen. Das alles erinnert ein wenig an die alten „Mario“-Games, die Spieler vor 15 Jahren begeistert haben, heute jedoch niemanden, der einigermassen regelmässig spielt, noch vom Hocker reißen können. Die Steuerungs-Möglichkeiten der Wii-Konsole werden kaum genutzt und die Fähigkeiten, die der Spieler bei den Kämpfen mitbringen muss, beschränken sich auf simples Knopf-Gehacke. Was unseren Testern vor allem auffiel, war die sprunghafte Steigerung des Schwierigkeitsgrades, sobald es einen der zahlreichen Endgegner zu erledigen gab. Während man im Spiel die Gegnermassen relativ leicht besiegen kann, braucht man bei den Endgegnern meistens mehrere Anläufe. Auch im Multiplayer-Modus, in dem man in einer Arena gegeneinander antritt, bleibt die Steuerung und die Gestaltung der Kampforte sehr simpel. Dieser Umstand wurde innerhalb der Gruppe allerdings durch den Wettkampf-Aspekt ausgeglichen. Die bekannten Attacken wie das "Kame-Hame-Ha" von Son-Goku wurden, sehr zur Freude unserer Tester, in das Spiel eingebaut.
Es gibt keine Synchronisation, die Dialoge zwischen den Figuren werden über Standbilder vermittelt, objektiv hat "Dragonball - Revenge of King Piccolo" für den erfahrenen, modernen Games-Spezialisten also nicht besonders viel zu bieten. Warum wurden es manche unserer Tester also trotzdem nicht müde, dass Spiel, auch nach offiziellem Abschluss der Testphase weiter zu spielen, ja sogar mit nach Hause zu nehmen?

Schlichtheit befördert die Fantasie - Wer nicht alles sieht, kann sich vieles denken
Trotz der stark zurückgenommenen technischen Umsetzung erntete "Dragonball - Revenge of King Piccolo" gute Kritiken bei einigen unserer Spiele-Tester. Die Einfachheit der Steuerung, die trotz simpler Texttafeln sehr gelungene und humorvolle Übersetzung der Dialoge, die einfache Geschichte und die zurückgenommenen Level-Designs waren, ganz im Gegensatz zur Meinung der „Gegengruppe“, genau das, was sie an diesem so Spiel begeistert hat. Gerade die etwas jüngeren Tester sah man mit großen Augen vor dem Bildschirm sitzen und ein gelegentliches Kichern ob der sehr schrägen Dialoge blieben (auch bei den Gruppenleitern) nicht aus. Bei "Dragonball - Revenge of King Piccolo" fliesst kein Blut und der Spieler muss sich nicht gegen Menschen, sondern gegen Bären, Wölfe und andere Kreaturen unter Beweis stellen. Genau dieses Kindliche, was auch der Serie seinen Charme verleiht, haben die Macher von Konami erfolgreich in dieses Spiel transportiert. Das bringt denjenigen, die an verzwickte Stories, eine ausgefeilte Steuerung und atemberaubend gestaltete Spielwelten gewöhnt ist natürlich herzlich wenig. Unsere Spiele-Tester (und mit Sicherheit auch viele Kinder ausserhalb unserer Testgruppe) die, bei uns und auch privat, andere Anforderungen von Spielen an die Spieler gewohnt sind, langweilten sich schnell, wodurch das Testergebnis der Bewertungsbögen eher schlecht ausgefallen ist.

Fazit:
"Dragonball - Revenge of King Piccolo" ist, nach Meinung unserer Spiele-Tester, vor allem für zwei Gruppen von Spielern geeignet. Erstens werden ältere Spieler ( 18 Jahre und aufwärts ), die sich vor allem an der nostalgischen Steuerung und dem einfachen Plot erfreuen können, das Spiel als kleine Unterhaltung für Nebenbei zu schätzen wissen. Das Spiel fordert nicht (außer bei den Endgegnern) groß heraus, man kann es statt dessen als Möglichkeit sehen, die Anfangsgeschichte um Son-Goku und Konsorten endlich einmal live mitzuerleben. Die Nostalgie – eine Eigenschaft, die den jüngeren noch nicht so bekannt ist - spielt hierbei eine große Rolle.
Zweitens sind da die jüngeren Spieler, denen aufwendige Rollen-Spiele a la "Tales of Vesperia" noch zu kompliziert sind. Diese können sich an den knallbunten Welten und dem „Dragonball“-eigenen Humor erfreuen den das Spiel, trotz einfachster Umsetzung, sehr schön transportiert. Nach Meinung unserer Spiele-Tester wäre das Spiel auch für jüngere Spieler geeeignet. Allen anderen Spielern, die es gewohnt sind von einem Konsolen-Spiel gefordert und überrascht zu werden, sei an dieser Stelle vom Kauf von "Dragonball - Revenge of King Piccolo" abgeraten. Einfachheit ist bei weitem nicht für jeden der optimale Grundstein für ein Spiel, dass sie über längere Zeit erfreuen soll.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass