Dragons: Aufstieg von Berk

Genre
Apps
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Ludia Inc.
Erscheinungsjahr
2014.06
Systeme
iOS, Android
System im Test
iOS
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Trainiere die Drachen aus “Drachenzähmen leicht gemacht“ und baue das Dörfchen Berk auf
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans vom Film „Drachenzähmen leicht gemacht“, Liebhaber von Aufbauspielen
Sprache
Deutsch, keine Sprachausgabe
Grafik
Bunte Comicgrafik, 3D Animation
Sound
Passende Soundkulisse

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Hicks, Ohnezahn und andere Drachen und Wikinger aus dem Film
Mehrspielermodus
Zufällige Zuteilung der Drachenkämpfe mit anderen Spielern
Spielforderungen
Taktisches Denken beim Aufbau von Berk und bei den Drachenkämpfen
Zusatzkosten
Spielitems können erworben werden, InGame Währung kann gegen echtes Geld gekauft werden
Problematische Aspekte
Unübersichtliche Kosten können zur Kostenfalle werden
Redaktion
Karolina Kaczmarczyk
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Wer die Filme "Drachenzähmen leicht gemacht" kennt, dem sind die Figuren um Hick und Ohnezahn bekannt. Nun starten die beiden gemeinsamen mit den anderen Bewohnern des Dörfchens Berk in ein neues Abenteuer. Als Unterstützung dienen ihnen hierbei Drachen, die beim Ausbau von Berk mithelfen. Um das Dorf bestmöglich auszubauen und vor Gegnern und Eindringlingen zu schützen, liegt es an den Spieler_innen Drachen zu züchten und zu trainieren. Zu Beginn des Spiels führt der Drachenzähmer Hick in das Geschehen ein. Da das Spiel nicht vertont ist, wird mithilfe von Dialogfenstern ein Überblick über das Dörfchen Berk geschaffen. Hick ist der Sohn des Wikingerhäuptlings Haudrauf und muss seine Nachfolger-Qualitäten unter Beweis stellen, indem er sein Heimatörtchen mithilfe von Drachen ausbaut und beschützt. Denn nach dem Kampf zwischen den Drachen und den Bewohnern Berks, herrscht Frieden zwischen den beiden Parteien. So stellen die Wikinger fest, dass Drachen nicht nur tolle Begleiter auf gemeinsamen Reisen und Abenteuern sind, sondern auch stark genug, um Häuser, Fischhütten und Sägewerke zu bauen. Denn so kann Berk ausgebaut und für jeden Wikinger ein sicherer Platz zum Leben und zum Drachenzähmen geschaffen werden.

Pädagogische Beurteilung:
Strategisches Aufbauspiel
Um den Aufstieg von Berk zu bewerkstelligen, folgt die App den typischen Anweisungen und Spielprinzipien eines Aufbauspiels. Am Rande des Bildschirms befinden sich Icons, die unterschiedliche Bedeutungen haben. Am oberen Rand gibt es einen Überblick über die Anzahl der Währung von Berk, nämlich Fische, Hölzer, Runen und Odin-Münzen, als auch die Menge der Wikinger und das erreichte Level von Hicks Drachen Ohnezahn. An die Währung gelangt man, indem Drachen die Ressourcen sammeln und zu den Lagern bringen, Quests erledigen oder indem Währung umgetauscht wird. Im unteren Bereich des Bildschirms finden sich, je nachdem was ausgewählt wurde, unterschiedliche Aktionen. Werden einzelne Drachen angeklickt, können diese Ressourcen sammeln gehen, trainieren oder ihre Fähigkeiten werden angezeigt. Wird jedoch auf Häuser oder Gebäude geklickt, können diese (aus-)gebaut, bewegt oder modifiziert werden, Naturgegenstände wie Bäume oder Felsen hingegen werden entfernt, um Platz für neue Häuser oder Drachennester zu schaffen. An den Seiten des Bildschirms werden Botschaften anderer Wikinger wie Hicks Vater oder Hicks Freundin Astrid angezeigt, die meistes die zu erfüllenden Quests beinhalten. So können diese Quests darin bestehen, bestimmte Elemente auf der Insel umzubauen, die Drachen bis zu einem speziellen Level zu trainieren oder die Drachen und ihre Besitzer auf weite Reisen zu schicken, um geheimnisvolle Gegenstände zu sammeln.
So müssen die Drachen den Wikingern konstant am Ressourcenabbau helfen, um das Dorf auszubauen. Je mehr Ressourcen gesammelt wurden und je weiter eine Aufbaustrategie für Berk entwickelt wurde, desto mehr Inselteile können durch Brücken und Erreichen von Leveln freigeschaltet werden. Dementsprechend mehr Drachen können trainiert werden, sodass die Bevölkerung Berks davon profitiert. Freigeschaltete Drachen, die noch keinen Platz für ihre Nester gefunden haben, können im Hangar trainiert und ausgebildet werden.

Der Kampf um Berk
Ein Minispiel mit Suchtfaktor ist definitiv der Drachenkampf. Der Drachenkampf, auch Keilerei genannt, erinnert an einen Arenakampf. Es treten insgesamt 6 Drachen gegeneinander an. Die gegnerische Mannschaft wird per Zufall und anhand des erreichten Levels ausgewählt. Es gibt ebenfalls drei Arten von Drachen, die besonders gut in einem Bereich sind: langanhaltendes Leben, guter Angriff und Präzision. Nacheinander kämpfen die Drachen, indem ein ausgewählter Gegner angezielt und dann mit einer Fähigkeit zunehmend zunichtegemacht wird, bis immer weniger Drachen in der Arena sind. So können die etwas opulenteren Gronckel besonders stark alle drei Gegner mit Feuer außer Gefecht setzen, die sogenannten riesenhaften Alpträume dagegen verfügen über einen sehr präzisen Angriff. Bevor ein Drache angreifen kann, muss er sich nach einer Attacke erholen. Leider ist die Ladezeit eines erneuten Angriffs ziemlich unproportional: So kann es sein, dass ein einziger Drache gegen zwei oder drei Gegner kämpfen muss, die nächste Energie für den Angriff aber so lange lädt, dass man keine Chance hat, sich zu behaupten. Das Training der Drachen zeigt in der Arena Wirkung, denn je trainierter der Drache ist, desto stärker sind seine Angriffe. Das gleiche gilt für das Sammeln von Drachenkarten. Diese befinden sich in Gratis-Championspaketen im Champions-Menü. Sobald eine Keilerei gewonnen wurde, erhält man ein solches Paket. Je nachdem welche Farbe das Paket hat, was übrigens von der Aufmachung her sehr an die Panini-Sammelkarten erinnert, umso länger muss man auf eine Freischaltung warten. Um Drachen aufwerten zu können, braucht man eine bestimmte Anzahl an solchen Karten, da sich so die Fähigkeiten immer weiter verbessern und präzisieren.
Doch es wird nicht nur gegen Drachen gekämpft! Je größer und ausgebauter Berk wird, desto attraktiver wird die Insel für unerwünschte Besucher. So greifen gegnerische Wikinger Berk an und wollen das Dorf übernehmen. Der Kampf findet zwischen ausgewählten Drachen und der Flotte statt. Auch hier gilt: Je stärker die Drachen durch das Training werden, desto einfacher wird es, die Flotte mithilfe von Feuerkugeln zu bekämpfen. Die Stärke der Drachen hängt ebenfalls vom Level der Mead-Halle ab. Die Mead-Halle bildet das Verwaltungszentrum von Berk und muss immer weiter ausgeweitet werden, um das dazugehörige Dorf mit Häusern, Drachennestern und Wikingern zu versorgen. Da die Kämpfe, egal ob mit Drachen oder mit Wikingern, keine explizite Gewalt und vor allem Verletzungen zeigen, ist es auch jüngeren Kindern möglich, Abstand zum Geschehenen zu halten.

Schön aber teuer
Nach dem letzten Update von "Dragons: Aufstiefg von Berk" (Stand Dezember 2016) strahlen Berk und die Bewohner im winterlichen Glanze. Die Insel macht unter dem Schnee einen idyllischen Eindruck und auch die Wikinger haben sich weihnachtlich herausgeputzt. Die Spielästhetik lebt zum einen von den toll animierten Figuren, wie sie auch im dazugehörigen Film zu finden sind. Zum anderen ist eine an Die Siedler erinnernde Optik aufzufinden, welche die Dorfsituationen aus einer Vogelperspektive übersichtlich präsentiert. Da das Spiel nicht vertont ist, wird über geschriebene Dialoge und aufgegebene Nachrichten kommuniziert, die der Wikinger-Zeit nahekommen. Das Rustikale, jedoch Imposante, macht die komplette Atmosphäre im Spiel aus. Denn zwischen Holzhütten, Dracheneiern und fliegenden Drachen, sind auch noch andere Wikinger zu entdecken, die mit ihren Drachen Abenteuer erleben und sich ab und zu gegenseitig einen frechen Spruch reindrücken. Rustikal eben.
Doch hinter alldem steckt ziemlich viel strategisches Denken: Was siedle ich wo an? Wofür gebe ich meine Währung aus? Brauche ich eher Fische oder Holz? Diese Strategie kann jüngere Kinder schnell überfordern. Neben aufploppenden Werbefenstern sind zudem ziemlich viele versteckte Kosten zu finden. Da man konstant mit Währung um sich wirft, auflevelt und versucht aufzusteigen, kann es leicht untergehen, dass es sich hier tatsächlich um echtes Geld handelt, das für Erweiterungen investiert werden soll, und nicht um Runen oder Odin-Münzen. Diese Aspekte führen dazu, dass das Spiel nicht für Kinder und 10 geeignet ist, wobei auch in diesem Alter Bestimmungen über Finanzielles aufgestellt werden sollten, um nicht den Überblick zu verlieren.

Fazit:
"Dragons: Aufstiefg von Berk" ist ein Aufbauspiel, das ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Oft müssen die Spieler_innen lange warten (oder die Zeit freikaufen), um Karten freizuschalten oder Drachen von ihren Reisen zu empfangen. Da das Spiel im Hintergrund läuft, ist der Anreizg groß, regelmäßig nachzuschauen, was gerade im Spiel geschieht. Und der Aufwand lohnt sich: Berk vergrößert sich immens und die Drachen werden immer stärker, um das Dorf zu einem sicheren Platz für die Wikinger zu machen. Das Spiel überzeugt mit Minispielen und einer schönen Grafik, die die Fans von "Drachenzähmen leicht gemacht" bereits gut kennen. Durch die vielen Werbeanzeigen und die In-App Käufe ist das Spiel jedoch erst ab 10 Jahren zu empfehlen.