Eragon

Genre
Action-Adventure
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Vivendi Games
Erscheinungsjahr
2008.10
Systeme
PC, Playstation 2, Xbox, Xbox 360, Playstation Portable, Game Boy Advance
System im Test
PC
Kurzbewertung
Mäßige Umsetzung einer tollen Abenteuergeschichte
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Das Spiel orientiert sich an den gleichnamigen erfolgreichen Büchern des Autors Christopher Paolini, zu denen 2006 auch eine Verfilmung in die Kinos kam.

Spielgeschichte
Das Leben des einfachen Bauernjungen Eragon ändert sich schlagartig, als er durch Zufall im Wald ein großes blaues Ei findet. Er nimmt es mit und findet heraus, dass es sich um ein Drachenei handelt. Eragon wurde vom Schicksal auserwählt ein Drachenreiter zu werden. In diesem Vorrecht liegt auch eine große Verantwortung, denn die wenigen Drachenreiter müssen ihre Kraft im Kampf gegen Bösewicht Galbatorix einsetzen, der die Welt mit seinen üblen Soldaten unterjocht.
Zum Glück trifft er auf den erfahrenen Drachenreiter Brom, der fortan sein Meister wird und ihn in das Drachenreiterleben einführt.

Pädagogische Beurteilung
Das Spiel erzählt die Geschichte des jungen Helden Eragon. Der Spieler begleitet ihn auf seinem langen Weg vom Bauernjungen zum edlen Drachenreiter.
Die Steuerung des Spiels wurde im Handumdrehen erlernt, dank des ersten Levels, welches gleichzeitig als Tutorial fungiert. Ideales Steuergerät ist das Gampad: Mit diesem ist der Spielspaß auch am PC um einiges höher. Wer kein Gamepad besitzt kann das Spiel alternativ auch mit der Tastatur steuern. Leider lässt sich die Tastenbelegung nicht individuell verändern, was in Einzelfällen zu Problemen führen kann.

Es gilt zunächst Dorfbewohnern und Bauern zu helfen, die von Galbatorixs Schergen heimgesucht werden. Dies geschieht in erster Linie auf einem kämpferischen Weg, auch wenn es gelegentlich auch friedliche Aufgaben, wie das Löschen von Bränden, zu erledigen gilt. Die Stärke der Gegner und auch deren Anzahl nehmen im Verlauf des Spiels immer weiter zu. Diese übel aussehenden Figuren stürzen sich auf die edlen Drachenreiter, sobald diese in die Nähe kommen. Das immer gleiche Handlungsschema der Gegner ist schnell durchschaut, weswegen diese schon bald keine echte Herausforderung mehr darstellen. Die Kämpfe werden begleitet von Gebrüll und Gejammer. Sobald die Feinde jedoch einmal besiegt liegenbleiben, beginnen sie sofort zu verblassen und verschwinden von der Bildfläche. Die grafische Darstellung der kämpferischen Auseinandersetzung verzichtet zwar weitgehend auf detailgetreue Gewaltskizzierungen, trotzdem werden die Gegner im wahrsten Sinne des Wortes "aus dem Weg geräumt". Gelegentlich werden besonders wirksame Attacken durch eine Zeitlupe hervorgehoben.
Pfeil und Bogen sowie Schwerter für den Nahkampf stehen als Waffen zur Verfügung. Mit jedem Level gibt es effektivere Waffen und der junge Bauer erlernt zudem magische Fähigkeiten, um z.B. entfernte Gegenstände oder Feinde zu bewegen. Dabei ist er fast nie allein unterwegs, denn meistens kämpft Brom an seiner Seite. Im späteren Verlauf des Spiels verlagert sich das Geschehen auf den Rücken seines inzwischen herangewachsenen Drachen Saphira hoch hinaus in die Luft. Dabei steuert der Spieler den Drachen jedoch nicht selber, sondern muss nur von hier aus auf angreifende Gegner schießen. Dieser lineare Weg zieht sich durch das gesamte Spielgeschehen. Es wird ein bestimmter Weg vorgegeben, dem der junge Held folgen muss. Alternative Routen, Entscheidungen oder sonstige Freiheiten sind nicht möglich. Abwechslung bietet lediglich die Suchen nach weiteren Eiern, die z.T. gut versteckt in jedem Level entdeckt werden können.

Die im Vergleich zu anderen aktuellen Spieltiteln mäßig gelungene grafische Präsentation wird von stimmiger Musik aus dem Eragon-Filmsoundtrack untermalt. Eine durchgehend spannende Atmosphäre wird allerdings nicht konsequent genug erzeugt. Auch die Spielgeschichte kann nur verstehen, wer den Film gesehen oder das Buch gelesen hat. Zu wenig Information bieten die kurzen filmischen Zwischensequenzen über den Spielhintergrund - Inhaltliche Fehler verwirren den nicht mit der Hintergrundgeschichte vertrauten Spieler zusätzlich. Hat man zum Beispiel im ersten Level das Drachenei nicht gefunden, so wird in der Zwischenszene trotzdem so getan, als hätte Eragon es entdeckt. Das Spiel geht kommentarlos weiter. Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, das Spiel auch zu zweit zu spielen. Zu jedem Zeitpunkt kann ein zweiter Spieler die Rolle des Begleiters Brom übernehmen und tatkräftig mitmischen.
Besonders Jungen fühlten sich motiviert, in die Rolle des jungen Helden zu schlüpfen und sein abenteuerliches Schicksal zu erleben. Welcher Jugendliche träumt nicht davon, für eine spannende Aufgabe ausgewählt zu werden, und diese im Anschluss mit Bravour meistern? Und dann gibt es da noch jemanden, der einem vieles beibringt und bei Schwierigkeiten sofort zur Stelle ist. Einen Fürsprecher wie Brom hätten viele Jugendliche auch gerne dabei, wenn es auf dem Schulhof, Zuhause oder auf dem Fußballfeld mal zu Problemen kommt. Diese Abenteuergeschichte würde sich aus diesem Grund auch für Jungen unter 16 Jahren eignen. Leider wird das Spiel der inhaltlichen tiefe der Buchvorlage nicht gerecht und ist aufgrund der gewalttätigen Inhalte und der damit verbundenen Alterskennzeichnung erst etwas für Jugendliche ab 16 Jahren -Die Filmvorlage wurde übrigens ab 12 Jahren freigegeben. Das Spiel hätte mit leichten Veränderungen in der Darstellung der Kampfszenen auch diese Zielgruppe erreichen können, zumal die Buchvorlage ganz klar die Zielgruppe der 12-Jährigen anspricht. Hätte man stattdessen mehr Arbeit in die Umsetzung der sonst starken Geschichte gesteckt, hätte ein besonderes und fantasieanregendes Spiel entstehen können.

Fazit
"Eragon" eignet sich trotz einer auch für jüngere Jugendliche interessanten Geschichte erst für ein Alter über 16 Jahren. Der Fokus des Spiels liegt klar auf der kämpferischen Auseinandersetzung. Auf der Strecke bleibt eine sonst sehr schöne und in Form von Büchern und Filmen bereits erfolgreiche Geschichte.

Getestet wurde die PC-Version