FIFA 11

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
EA
Erscheinungsjahr
2010.09
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
(Langzeit-)spaßiges Fußballspiel in gewöhnungsbedürftigem Gewand
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Seit der Veröffentlichung von „FIFA International Soccer“ (Video von FIFA Internation Soccer auf Youtube) 1994 sind über 15 Jahre vergangen. Kaum einer kann wohl beantworten, ob die auf Sportspiele spezialisierten Spieleentwickler aus dem Hause EA solch einen Erfolg ihrer Fußballsimulation vorausahnen konnten. Jahr um Jahr werden neue und unglaublich erfolgreiche Ableger einer scheinbar nie endenden Reihe veröffentlicht. Nicht nur in technischer Hinsicht werden die Spiele dabei jeweils weiterentwickelt, auch die neuesten Daten aus der Welt des Fußballs werden der Fußballsaison angepasst möglichst detailgetreu eingeflochten. Aufgrund des Erfolgs der Reihe veröffentlicht EA Sports zudem, nicht ganz uneigennützig, in unregelmäßigen Abständen sich vom ‚Original’ unterscheidende Ableger (vgl. FIFA Street) der Spiele sowie jeweils eigenständige Versionen zu Welt- und Europameisterschaften (z.B. FIFA FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT DEUTSCHLAND 2006).
Mit dem Erscheinen eines neuen Ablegers wird nahezu weltweit in vielfältiger Form die Werbetrommel gerührt. Banden in den Fußballstadien, Anstecker bei Promis, Sticker oder kostspielige Werbespots mit den jeweils national als Helden angesehenen Fußballprofis - scheinbar ist bei Electronic Arts die Portokasse für die Promotion von Spielen der FIFA-Reihe sehr, sehr tief. Auf den HD-Konsolen Playstation 3 und XBOX360 stellt die Reihe für den renommierten Spielentwickler auch jedes Jahr aufs Neue eine wahre Goldgrube dar, da er bei vielen Zockern zu den absoluten „Must-Have-Titeln“ gehört. Auf der Wii hingegen muss EA um jeden Käufer ringen. Die Wii-Ableger konnten bis hierhin schlicht nie das Niveau der entsprechenden Konkurrenzprodukte erreichen und das mit Sicherheit nicht nur aufgrund der grafischen Unterlegenheit der Wii.
Sich dieser Tatsache bewusst, versucht EA deshalb potentielle Käufer der Wii-Version von „FIFA 11“ durch exklusive Spielinhalte zu überzeugen. Auf den ersten Blick ist alles zunächst beim Alten geblieben. Im Trainings-Modus kann man verschiedene Spielsituation üben. Im schnellen Spiel online wie offline gegen den Computer oder gegen ‚Freunde’ antreten. Im Turniermodus spielt man Meisterschaften oder eigens zusammengestellte Turniere durch. Etwas mehr als nur ‚sportliche’ Fertigkeiten sind beim Manager-Modus „Weg zum Ruhm“ gefragt bei der man sich als Trainer, Manager und Mannschaft der Aufgabe stellt, nationale Meisterschaften samt Pokalwettbewerben zu gewinnen. Als Einzelspieler hat man zudem die Möglichkeit im „Be a Pro-Modus“ fünf Meisterschaften lang in die Rolle eines vorgefertigten oder selbst kreierten Spielers zu schlüpfen. Wii-exklusiv ist hier der „Ab auf die Straße-Modus“, der Züge von „FIFA Street“ besitzt. Hier tritt man als Mannschaft oder eben als unfertiger Jungprofi in 5 gegen 5-Spielen auf Bolzplätzen und in Hallen an. Im Vergleich zu den Konkurrenten hat man dafür aber den „Be a Goalkeeper-Modus“ weggelassen und auch der „Manager-Modus“ erscheint in einer veränderten und teilweise abgespeckten Version.

Pädagogische Beurteilung:
Leichter Einstieg auch fürLaien mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden
Electronic Arts hat scheinbar einiges gelernt, und den augenscheinlichen Fokus der „FIFA 11“-Vorgänger auf knallige, teils alberne und in jedem Fall in Fußballsimulationen deplatzierte Effekte größtenteils aufgehoben. So präsentiert sich „FIFA 11“ für die Wii durchaus reifer und einen Tick realistischer. Die ungenauen und dadurch nervigen Schüttelaktionen vom Vorgänger sind weitestgehend minimiert worden, lediglich das Reinrutschen wird noch in dieser Form ausgeführt. Ansonsten wird, wie in anderen „FIFA 11“-Teilen auch, mittels Knopfdrücken eine Leiste aufgeladen und mit entsprechender Stärke ein Pass oder Schuss vom Stapel gelassen, ein Sprint angesetzt, geflankt, getrickst oder eine Defensivaktion durchgeführt. Zudem bietet EA mannigfaltige Steuerungsmöglichkeiten. Egal ob die Steuerung alleine via Wii-Remotecontroller, in Verbindung mit dem Nunchuk-Controller oder per Classic-Controller erfolgt, der Einstieg, der je nach Steuerungsart unterschiedlich komplex ausfällt, ist gelungen. Die Steuerung mittels Classic-Controller schließt sich nahtlos der klassischen Steuerungsart von Playstation und Co. an. Mit Wii-Remote und Nunchuk stellt EA mehr oder minder eine Verbindung zwischen klassischer und Wii-typischer Steuerung her. In beiden Fällen dient der jeweilige Stick zur Fortbewegung des angewählten Spielers. Die restliche Steuerung ist bis auf die Tackling-Attacke nahezu identisch. Bei der alleinigen Wii-Remote „All-Play“-Steuerung geht es nur darum, den Spielern beim Gestalten des Spielaufbaus zuzusehen und im richtigen Moment einen Pass oder Schuss abzugeben. Diese Variante ist unzweifelhaft die einfachste Variante, während die Steuerung mit dem Classic-Controller die schwerste Steuerungsart darstellt. Grundlegende Kenntnisse der Fußballregeln sind natürlich auch in der „All-Play“-Variante von Vorteil, sonst heißt es schnell: „Hey, du schießt in die falsche Richtung!“ oder „Spiel doch endlich mal ab, du verlierst ihn doch eh gleich.“

Grafisch Mau, Soundcheck bestanden
Leider unterscheidet sich die Wii-Version von „FIFA 11“ kaum von seinen Vorgängern und erreicht mit Ach und Krach, wenn überhaupt Playstation 2-Niveau. Der oft typische Comicartige Look ist dabei noch das kleinere Übel, ist man ja gemeinhin von der Wii gewöhnt. „FIFA 11“ weist grafisch einfach immense Mängel auf. Mies animierte und unglaublich pixelige Zuschauer, verwaschene Texturen, matte Farben und unschön hakelige Animationen der Spieler, durch die man sich zeitweise ins Jahr 2005 zurückversetzt fühlt. Zusammengefasst lässt sich sagen, die Grafik von „FIFA 11“ kann man bestenfalls noch als Mittelmaß bezeichnen. Auch wenn man von der Wii keinen grafischen Hochgenuss erwartet, ist „FIFA 11“ in punkto Grafik nicht mehr als ein marginales Update für viel Geld. Soundtechnisch fällt das Urteil weitaus weniger dramatisch aus. Die Stadionatmosphäre ist teilweise exzellent eingefangen worden mit Schlachtrufen der berühmteren Fangemeinschaften und mit Anfeuerungen für die Heimmannschaft. Auch die Kommentatoren machen einen vergleichsweise guten Job, wenngleich Wiederholungen oder unpassende Sprüche nach wie vor zum Inventar gehören. Dies kann mit der Zeit durchaus nicht gar so positive Reaktionen hervorrufen, denn „der labbert ja immer das Gleiche, egal was ich da mache.“ Wie eigentlich immer lassen sich die Soundeffekte zudem den persönlichen Wünschen anpassen, so dass sich ein ab und an etwas nerviger Kommentator auch einfach abschalten lässt. Die musikalische Untermalung des Menüs ist abwechslungsreich und mit einigen auch unbekannteren Ohrwürmern gespickt.

Langzeitmotivation für Fußballbegeisterte Zocker
EA bietet durch 28 offiziell lizenzierte Ligen, über 500 reale Mannschaften mit meist aktuellen Trikots und mehr als 15000 Originalspieler wie gewohnt unglaublich viel Authentizität. Nicht nur steuerungstechnisch, sondern auch bezüglich des inhaltlichen Umfanges stellt die Wii-Version von „FIFA 11“ etwas Besonderes dar. Alles ist zwar deutlich oberflächlicher, dafür aber auch für die Jüngeren durch beispielsweise das „All-Play“-Prinzip etwas zugänglicher gehalten. Insgesamt kommt „FIFA 11“ für die Wii im Vergleich zur Konkurrenz etwas zu „arcadelastig“ und actionreich daher. Von einer Fußballsimulation ist das Spiel immer noch ein Stück weit entfernt. Laien wird’s freuen, aber FIFA-Fans könnten sich generell am etwas niedrigeren Schwierigkeitsgrad reiben. Wer bereits FIFA kennt, wird recht schnell auch im schwierigsten Modus die Computergegner meistern. Durch den Online-Modus wird dieses Manko allerdings ein Stück weit aufgefangen, geht es doch gegen meist unbekannte und reale Gegner ins Duell, die dann doch nicht so einfach voraus zu sehen sind. Neben den zahlreichen Ligen und Pokalen, die das Spiel ohnehin bereithält, werden die Ergebnisse der Onlinespiele entweder in einer Rangliste oder direkt in einem Ligamodus festgehalten. Wer eine Wii sein Eigen nennt, gerne Fußballspiele spielt und sich bisher keinen Ableger für seine Konsole geholt hat, der wird sicherlich einige Wochen bis Monate Spaß am neuen „FIFA 11“ haben. Wer allerdings neben seiner Wii eine Konkurrenzkonsole besitzt oder „FIFA 10“ bereits hat, sollte sich etwas genauer überlegen, ob er für ein etwas umfangreicheres Update Geld zahlen will oder ob er nicht lieber einfach direkt zur entsprechenden HD-Version greift.

Fazit:
Der Wii-Ableger von „FIFA 11“ hinterließ in unserer Testergruppe gemischte Gefühle. Steuerungstechnisch konnte es Pluspunkte sammeln, da der erste Einstieg wirklich kinderleicht von der Hand geht. Technisch ist das Spiel jedoch eher mau. Kantige und pixelige Grafik und ein sich wiederholender Kommentator gaben einem nicht wirklich das Gefühl, gerade den neuesten Ableger der FIFA-Reihe zu testen. „FIFA 11“ kann man dennoch als bisher beste Wii-Version betrachten, auch wenn sie in keinem Augenblick mit den HD- oder PC-Versionen mithalten kann. Wer ein spaßiges Fußballspiel haben möchte, liegt hier so falsch nicht. Wer allerdings eine Fußballsimulation haben will, der wird bitter enttäuscht.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass