Final Fantasy Record Keeper

Genre
Apps
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
DeNA Corp.
Erscheinungsjahr
2015.03
Systeme
iOS, Android
System im Test
Android
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Einfach zugängliches Strategie- und Managementrollenspiel
Redaktion
Kevin Huynh
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
In einer riesigen Bibliothek werden die Geschichten der verschiedenen Teile der Final Fantasy-Spielereihe in Gemälden aufbewahrt, bis die Bilder eines Tages auf seltsame Weise verschwinden. Als junger Record Keeper ist es die Aufgabe des Spielers, sie wieder zurückzuerlangen. Dies ist nur möglich, indem wichtige Momente der Geschichten wiedererlebt werden und die Gemälde somit ihre Farbe wiedererhalten. Dieses Abenteuer führt den Spieler durch die verschiedenen Welten aus den Spielen der Final Fantasy-Serie, mit all ihren wichtigen Charakteren, Zaubern und natürlich Bösewichten.
Die Spiele-App für Android- und iOS-Geräte ist eine der wenigen Final Fantasy-Applikationen, die kostenlos zur Verfügung stehen. Die App ist ein Stamina basierendes Spiel, was heißt, dass die Spielaktionen begrenzt sind, sich mit der Zeit aber wieder aufladen (ein Staminapunkt in etwa drei Minuten). Sind alle Punkte aufgebraucht, muss also erstmal gewartet werden. Dies ist ein gängiges Modell von Free-to-Play-Spielen. Die maximale Anzahl an Stamina-Punkten kann jedoch aufgestockt werden, ohne echtes Geld zu investieren. Mit diesen Stamina-Punkten kämpft der Spieler und seine bunte Truppe bestehend aus Charakteren der ersten 13 Final Fantasy-Teile gegen allerlei Monster. Nach dem Bestehen eines Dungeons (Level) wird der Spieler mit (teilweise) zufälligen Gegenständen und manchmal auch neuen Charakteren belohnt.

Pädagogische Beurteilung:
Ästhetik und Story
Mit "Final Fantasy Record Keeper" besinnt sich die Final Fantasy-Reihe auf ihre Anfänge zurück und verfolgt eine ähnliche Ästhetik wie bei den Vorgängern auf dem Super Nintendo. Das sehr pixelartige Design der Figuren und Monster wirkt dadurch in keinster Weise bedrohlich. Es gibt auch während der Kämpfe weder Blut noch echte körperliche Gewalt. Diese beschränkt sich darauf, dass die Figuren in die Luft schlagen und der Gegner so Schaden bekommt, bis er sich letztlich auflöst. Die musikalische Untermalung trägt zur Atmosphäre bei und ist ebenfalls an die vergangenen Teile der Final Fantasy-Reihe angelehnt.
Die Rückkehr zum klassischen Gameplay (Active Time Battle System), in dem die Spieler rundenbasiert ihre Charaktere steuern können, versetzt den Fan in eine angenehme Nostalgie. Da alles in der App auf die vergangenen Final Fantasy-Titel aufgebaut ist, kann es sein, dass Spieler, die bisher nicht mit den Final Fantasy-Welten vertraut sind, weniger mit dem Spiel anfangen können, da die spezifischen Elemente sowie Verweise nicht erkannt werden beziehungsweise keinen Wiedererkennungswert haben. Ohne den Bezug zu den Charakteren und ihren Geschichten ist es schwer, sich mit diesen zu identifizieren. Ein weiterer Haken: Das Spiel ist momentan nicht in deutscher Sprachausgabe erhältlich, sondern bisher nur auf Englisch, Französisch und Spanisch. Verstehen muss man allerdings wenig, da das Spiel keine tiefgreifende Story hat und diese lediglich einen thematischen Kontext gibt. Bis auf englische Zauber, die dann Fire anstatt Feuer heißen, kann das Spiel bis zum Ende gespielt werden, ohne großartig viel lesen zu müssen. Nachdem dann alle Gemälde befreit worden sind, kann man diese in einem höheren Schwierigkeitsgrad erneut spielen.

Das Kampfsystem
Das Spiel basiert auf einem Dungeon-System. Das heißt, dass die verschiedenen Abschnitte, die der Spieler beschreitet, aus unterschiedlich langen Kämpfen gegen verschiedene Monster bestehen und in den meisten Fällen ein Endgegner auf sie wartet. Die Befehle im Kampf beschränken sich auf drei Handlungsmöglichkeiten: Angriff, Verteidigung und Spezialfähigkeiten wie beispielsweise Zauber, welche aber nur begrenzt eingesetzt werden können. Allerdings benötigt es keiner strategischen Raffinesse, um die gewöhnlichen Monster zu besiegen. Es geht sogar so weit, dass "Final Fantasy Record Keeper" eine automatische Kampffunktion besitzt, wodurch der Spieler seinen Figuren ohne weitere Probleme einfach beim Kämpfen zuschauen kann. Erst in den Begegnungen mit den Endgegnern wird der Spieler gefordert taktisch zu handeln. So sind Robotergegner beispielsweise schwach gegen Elektrizität und Pflanzen gegen Feuer. Aber nicht jeder Charakter kann alles: So gibt es Nahkämpfer, Bogenschützen, Heiler, Magier und vieles mehr, die sich mehr oder weniger in eine Richtung spezialisieren und dafür dann in anderen Bereichen schwächer sind. Für ein möglichst erfolgreiches Abenteuer benötigt man also ein ausgeglichenes Team, das für jede Lage gewappnet ist.

Faszination: Fantasy & Sammeln
Der fesselndste Aspekt sind die verschiedenen Sammelmöglichkeiten. Charaktere, Waffen und Zauber können erspielt und aufgewertet werden und das ohne echtes Geld investieren zu müssen. Ähnlich wie beim Sammeln von Fußballstickern möchte der Spieler ein möglichst komplettes Raster an Charakteren und Waffen haben. Dadurch, dass einige Spielfiguren nur durch zeitlich begrenzte Events freischaltbar sind, erhält der erfolgsorientierte Spieler Druck, diese teils zeitintensiven Events abzuschließen, um seine Sammlung zu vervollständigen. Die neu eingeführten Quests (Aufgaben) motivieren den Spieler zusätzlich gewisse Inhalte zu spielen, da meist saftige Belohnungen auf ihn warten. Zusatzinhalte, die mit echtem Geld zu erwerben sind, beschränken sich zum größten Teil darauf, Wartezeiten zu verringern oder sich innerhalb von Dungeons zu heilen. Beides ist aber nicht notwendig, um das Spiel genießen zu können, sofern der Spieler Geduld für eventuelle Wartezeiten aufbringt. Auch auf Werbung verzichtet die App, was für kostenlose Spiele eher selten ist.

Fazit:
"Final Fantasy Record Keeper" ist eine kurzweilige, aber dennoch fordernde Spiele-App. Dies drückt sich nicht in der Handlungsebene, sondern im Managementaspekt aus. Das Aufwerten und Kombinieren der Waffen sowie die richtige Wahl der Zauber und Charaktere spielt eine größere Rolle als das Gameplay an sich. „Vorbereitung ist die halbe Miete“ heißt die Devise. Wegen dieses anspruchsvollen Prinzips ­­­- besonders auffällig in höheren Dungeons – sowie der englischen Sprachausgabe ist die Applikation trotz sehr milder Fantasygewalt für Kinder ab zehn Jahren zu empfehlen. Die freiwillige Alterseinschätzung des Herstellers ist sechs Jahre.