Forza Horizon 2

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2014.10
Systeme
Xbox 360, Xbox One
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Toller Rennspiel-Simulator mit Festival-Charakter
Redaktion, Gruppenleiterin
Karolina Albrich
Spieleratgeber-NRW, Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
„Erkunde eine riesige und lebendige offene Welt - Lebensecht mit beeindruckender Detailtreue. Dynamischer 24-Stunden Tag/Nacht-Wechsel sowie spektakuläre Wetter-, Licht- und Grafikeffekte.“ So heißt es auf der Rückseite der Spiele-Verpackung. Das wollten unsere Tester natürlich direkt prüfen. In freudiger Erwartung auf ein erstklassiges Rennspiel wurde also das Spiel gestartet.
In dem Open-World-Rennsimulator nimmt der Spieler, wie bereits im Vorgänger (Forza Horizon), am sogenannten Horizon Festival teil. Jedes gewonnene Rennen bringt dem Spieler sogenannte Credit-Points (Erfahrungspunkte) und Geldgewinne ein. Hin und wieder winkt auch ein neues Auto als besonderer Zusatzgewinn. Nach und nach werden so neue Rennen freigeschaltet und das Festivalgelände weiter erkundet. Die Atmosphäre und das Gelände erinnern sehr stark an die Toskana, die wegen ihrer sehr alten Städte und der atemberaubenden Natur mit ihren kleinen baumbesetzen Hügeln und Olivenhainen viele Urlauber zu sich zieht. „Ist ja wie im Urlaub“, „Voll schön, die Landschaft“ und ähnliche Ausrufe waren daher häufig zu hören. 

Pädagogische Beurteilung:
Einzelspielermodus
Eine erste Enttäuschung machte sich breit, als klar wurde, dass es sich bei "Forza Horizon 2" abermals um ein Spiel mit einem Einzelspielermodus handelt, und man lediglich mit Internetzugang online gegen andere reale Spieler antreten kann. Hin und wieder kam es also zu Streitigkeiten unter den Testern, weil natürlich jeder am liebsten die neuste Rennherausforderung meistern wollte. Für ein Autorennspiel ist es wirklich sehr schade, dass es keinen Mehrspielermodus gibt, in dem Freunde ohne Onlinezwang und ohne dass jeder das Spiel besitzen muss, gegeneinander antreten können. Die anfänglichen Streitigkeiten verflogen jedoch schnell, als die Kinder eigenständig eine gerechte Regelung gefunden hatten. Diese Regelung bestand darin, dass zu Beginn einer jeden Sitzung durch Schere-Stein-Papier eine feste Reihenfolge festgelegt wurde, die dann stets eingehalten werden musste. Dann durfte der Gewinner starten (hierzu gehörte auch der Weg durch die offene Welt zum Startpunkt des Rennens), während die Zweit- und Drittplatzierten im Anschluss an der Reihe waren. Somit hatte das anfängliche Ärgernis also auch sein Gutes, da es die Kinder dazu bewegt hatte, in Eigeninitiative eine Lösung zu finden. 

Herausforderungen
Anfangs empfanden die Tester die Steuerung der Autos als sehr rutschig. Dieses Gefühl verflog jedoch schnell nach einigen Rennen und vor allem nachdem die ersten Siege eingefahren waren. Hier machte sich schnell eine große Begeisterung breit. Dem zuträglich war auch die Tatsache, dass bei jedem Rennen die Schwierigkeitsstufe selbst festgelegt werden kann. So konnte also ein Spieler mit Autorennerfahrung schwierigere Rennen meistern, während ein anderer Einsteigererfahrung sammeln durfte, ohne dabei zu schnell frustriert zu werden.
Des Weiteren müssen in "Forza Horizon 2" während der Rennen bestimmte Kontrollpunkte eingehalten werden. Geschieht dies nicht und der Spieler verfehlt einen der Kontrollpunkte, wird er automatisch etwas weiter zurück auf die Strecke versetzt und muss erneut versuchen, den Kontrollpunkt einzuhalten. Dies stellte sich zwar hin und wieder als sehr schwierig dar, war aber auch eine willkommene Herausforderung für die Tester. Wenn man das Rennen auf der leichtesten Stufe spielt, kann sogar zurückgespult werden. Dies empfanden die Spieler als sehr einsteigerfreundlich, da man bei einem kleinen Fehler (der über Sieg und Niederlage entscheiden kann) nicht das gesamte Rennen neustarten muss, sondern zurückspulen kann, um dann erneut zu versuchen, den Streckenabschnitt zu meistern und den vorangegangen Fehler zu verhindern.

Umsetzung
Besonders die übersichtliche Karte fand bei den Testern Anklang. Auch die offene Welt war in ihrer Vielfalt, was die Strecken und die Umgebung anging, sehr schön zu erkunden. Des Weiteren hatten die Tester viel Freude daran, auf bestimmte Autos hinzuarbeiten: „Nein, lass uns für den Lamborghini sparen! Lieber später einen Lamborghini, als jetzt einen Fiat!“ Die Möglichkeiten des Autokaufs waren schier unendlich. Ein Manko jedoch ist, dass die offene Welt des Horizon Festival Geländes teilweise recht leblos wirkt, da abgesehen von den teilnehmenden Autos (samt Fahrer) kaum Lebendiges (wie beispielweise Zuschauer oder Tiere) an den Wegstrecken zu finden war. Hier haben sich die Tester mehr Details gewünscht.
Ein weiteres Problem ergab sich, als ein Tester aus Spaß die angegebene Strecke verließ und über die Wiesen und Hügel fuhr. Dort zeigte sich, dass es teilweise schwierig sein kann, zurück auf die Strecke zu gelangen, da diese häufig umzäunt ist und man länger suchen muss, um einen freien Weg zurück auf die Piste zu finden. Auch die Spielphysik war ab und zu unrealistisch. So fuhr ein Tester gegen einen winzigen und dünnen Baum, welcher von dem PS-starken Auto eigentlich mühelos hätte mitgenommen werden müssen. Hier stand man nun vor einer kleinen Birke und kam nicht vorwärts, was die Kinder sehr zum Lachen brachte: „Die Birke denkt auch, sie ist ein Mammutbaum.“ Alles in allem bietet das Spiel jedoch eine schön inszenierte Welt, die sehr gerne erkundet wurde, immer auf der Suche nach der nächsten großen Rennherausforderung.

Fazit:
"Forza Horizon 2" ist ein würdiger Nachfolger des Vorgängers. Trotz der kleineren Mängel und des fehlenden Mehrspielermodus (ohne Onlinezwang) bietet das Spiel ein meist realistisches (wenn man von unserer kleinen Auseinandersetzung mit dem Baum einmal absieht) Spielvergnügen. Besonders die offene Welt hat ihren Charme, da sie mit ihrer detaillierten Landschaft regelrecht Urlaubsfeeling aufkommen lässt. Die Tester hatten viel Freude daran, Rennen zu meistern, um sich endlich ihr Traumauto leisten zu können. Ich persönlich war begeistert von den demokratischen Entscheidungen der Kinder, die getroffen wurden, damit jedem der gleiche Spielspaß zuteilwerden konnte. Zu guter Letzt sollen noch die einstellbaren Schwierigkeitsstufen gelobt werden, da diese entweder besonders einsteigerfreundliche Rennen ermöglichen, oder aber auch Spielern mit Erfahrung und Übung besondere Herausforderungen bieten. Schade um den fehlenden Mehrspielermodus!

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass

"Tolles Autofeeling" (Tester 14 Jahre)