Gamescamp: Ethik & Games - Rückblick

Ethik & Games – Das war das Thema des Gamescamps, welches am Pfingstwochenende stattfand. Vom 13. bis 15. Mai 2016 fanden sich rund 30 Jugendliche in Köln-Riehl zusammen, um Ethik und Moral in Games zu diskutieren.

Von Lisa Welter

Veranstaltet wurde dieses Camp im Rahmen des Projekts „Ethik und Games“ an der TH Köln, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

In Kooperation mit dem Spieleratgeber-NRW und der Akademie Remscheid stellte das Betreuerteam eine angenehme Barcamp-Atmosphäre her. Die große Auswahl an Technik und Know-how der eingeladenen Gäste, boten eine gute Basis für die Session-Ideen der Jugendlichen.

Freitags kamen die Teilnehmer langsam alle an, Konsolen und Laptops standen zur freien Verfügung und Bespaßung bereit. Bis zum Abend füllte sich das Gamescamp mehr und mehr. Zur spielerischen Einstimmung gab es zunächst ein Minecraft-Tunier.

Freitagshightlight „Minecraft-Turnier“

Fünf Teams mit jeweils fünf Teammitgliedern spielten gegeneinander den Spielmodus „Turmbau zu Babel“. Aufgabe war es hierbei, den höchsten Turm zu bauen und mithilfe diesem eine hohe Plattform als Team zu erreichen. Das Team konnte zwischen drei Klassen wählen: 

  • Mercenary – Der Verteidiger und Angreifer des Teams. Er hatte die gute Ausrüstung für den offensiven Kampf.
  • Saboteur – Seine Aufgabe war es mit TNT Blöcken den Turm des Gegners zu sprengen.
  • Baumeister – Wie der Name es vermuten lässt, war dieser Spieler für den Bau des Turmes zuständig. Nur er konnte die benötigten Sandblöcke abbauen und setzen.

In einem Ausschlussverfahren traten immer zwei Teams gegeneinander an. Der Gewinner kam eine Runde weiter und die Verlierer rutschten in das Verlierer-Turnier. Im Finale spielte dann das Gewinner-Team gegen den Champion des Verlierer-Turniers.

Ausklang fand der Abend mit Mario Kart, Just Dance und einigen interessanten Gesprächen zwischen den Teilnehmenden über Gaming und Moral.

Samstag wurde es produktiv

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde durch drei Hashtags, die die Person selbst vorstellten, wurden Sessionvorschläge in der Gruppe gesammelt. Es gab zahlreiche Ideen, sodass der Tagesplan schnell reichlich gefüllt war.

Neben den großen Mittags-und Kaffee-Kuchen-Pausen wurden immer zur vollen Stunde jeweils drei Sessions angeboten, auf die sich die Jugendlichen nach ihren Interessen verteilen konnten. Die Sessions wurden von den Teilnehmenden selbst geleitet. Dabei hatten sie die Möglichkeit, zu ihrer Session die „Joker“ einzuladen und deren Expertise entsprechend zu „nutzen“. Es kamen einige interessante Gäste als „Joker“ am Samstagnachmittag (dazu gleich mehr).

Breit gefächert und trotzdem stimmig

Die Teilnehmer waren vielseitig interessiert - dies wurde schon zu Beginn klar. Noch klarer wurde es aber dann bei der Aufstellung der Sessions. Nicht nur die moralisch-ethischen Inhalte in Spielen wurden beleuchtet, sondern auch z.B. die Spielendenkultur im Allgemeinen. Beeinflussen moralische Entscheidungen im Spiel auch meine eigenen Entscheidungen im Alltag? Was ist das perfekte Spiel und gibt es ein solches überhaupt? Ist die USK sinnvoll und wie wird diese überhaupt beschlossen? Genau mit solchen Fragen beschäftigten sich die Jugendlichen in den Diskussionen. Auch Themen wie Emanzipation und Rollenbilder in Spielen war in einigen Sessions enthalten. Hier war Nina Kiel, Journalistin, Autorin und Illustratorin als „Joker“ eine perfekte Ansprechpartnerin zu diesem Thema. Sie hat bereits ein Buch zum Thema Rollenbilder in Games herausgebracht und war mit ihrem fundierten Wissen eine große Bereicherung. Andreas Suika von Daedalic Studio West und Fabian Weichert von Electronic Arts konnten ihre Erfahrungen aus der Spieleindustrie einbringen und entsprechend die Diskussionsrunden bereichern. Für die Jugendlichen war es besonders spannend und interessant, Erfahrung aus erster Hand zu bekommen.

Nach den erfolgreichen und interessanten Sessions tagsüber, startete nach dem Abendessen das abwechslungsreiche Abendprogramm. Ein kleines Highlight des Abends war eine Einführung eines Teilnehmenden in Pen & Paper-Rollenspiele. Da traf ein stinkiger Zwerg auf einen 2,5 m großen Menschen, der sich ein Horn auf die Stirn geklebt hatte und sich „The Horn“ nannte. Neben dieser lustigen Runde gab es auch an diesem Abend die Möglichkeit, sich in Just Dance und Sing Star auszutoben oder bei Mario Kart über bunte Strecken zu rasen. Sehr spät am Abend spielten die letzten verbliebenen Nachteulen Quiplash zusammen. Ähnlich wie bei dem sehr bekannten Spiel „Cards against humanity“ müssen die Spieler hier eine Frage mit eigenen kreativen wie glaubhaften Antworten befüllen. Gestartet wird das Spiel am PC oder Laptop. Die Mitspieler*innen können dann durch Smartphone, Tablet oder Laptop beitreten und mitspielen.

Der letzte Tag des Gamescamps wurde mit einem letzten Sessionblock begonnen und endete dann schließlich mit einer großen Feedbackrunde. Hier waren alle aufgerufen, Kritik , Lob und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Alle Teilnehmenden fühlten sich im Gamescamp wohl und begrüßten die offene und ungezwunge Atmosphäre während des Wochenendes. Viele betonten, dass sie es toll fanden, auch als „Nicht-Spezialisten“ ernst genommen zu werden. Positiv hervorgehoben wurde auch, dass eigene Ideen wie Vorstellungen in das Programm mit einfließen konnten. Die Nachfrage nach dem nächsten Gamescamp blieb bei diesem Feedback natürlich nicht aus.

 

Weitere Gamescamp-Termine 2016/2017 (unter Vorbehalt)

23.-25. September 2016 – Dresden

10.-12. Oktober 2016 – Remscheid

24.-26. März 2017 – Remscheid

 

Fotos: Jürgen Sleegers / CC-BY-NC-SA 3.0