Gewalt in digitalen Spielen

Wenn Außenstehende sich Ausschnitte von gewalthaltigen Spielen anschauen, schütteln sie oftmals nur ungläubig mit dem Kopf. Wieso spielen so viele Menschen eine Gangster-Karriere nach (GTA V), nehmen am Krieg gegen russische Ultranationalisten teil (Call of Duty: Modern Warfare 2), kämpfen gegen gefährliche Drachen (Dragon Age: Inquisition) oder wehren sich gegen herannahende Zombies (Resident Evil 5)?

In der JIM-Studie 2015 wurden 12-19 jährige Jugendlichen befragt, ob sie schon brutale bzw. besonders gewalthaltige Spiele genutzt haben.

Quelle: mpfs.de

Bei den Jungs sind es immerhin 59%, die bereits solche Medienerfahrungen gemacht haben. Ein Grund dafür, sich näher mit gewalthaltigen Spielen auseinandersetzen zu müssen.

Inwieweit digitale Spiele den Nutzer aggressiv machen, ist aufgrund unterschiedlicher Forschungsergebnisse durchaus nicht einfach zu beantworten. Dass digitale Spiele einen Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben, ist mittlerweile unter deutschen wie internationalen Forschern unumstritten. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Nutzung von Gewaltspielen und der direkten Ausübung von realer Gewalt ist jedoch nicht erwiesen. Die Forscher sehen vielmehr soziale und familiäre Ursachen als gewichtigen Anstoß, die zu jugendlichen Gewalttätern führen. Wer Gewalt in der Familie erlebt, neigt demnach eher dazu, Gewalt gegenüber anderen Menschen anzuwenden. Bei den Amokläufern von Erfurt und Winnenden spielte zudem die Verfügbarkeit von Schusswaffen eine entscheidende Rolle.

Diese Artikel beschäftigen sich tiefergehend mit den Fragen, wie sich mediale Gewalt historisch darstellt, was für viele Spieler so faszinierend an virtueller Gewalt ist und wie diese mediale Gewalt letztlich auf die Spieler wirkt.

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Teile dieses Artikels entstammen der EU-Initiative klicksafe und wurden in Kooperation mit dem Spieleratgeber-NRW erstellt.