Osterferiencamp vom Projekt JuMP im Haus Neuland

Politische Bildung klingt häufig erstmal trocken und wenig intuitiv zugänglich. Gesellschaftliche Dynamiken und Zusammenhänge sind gerade für Kinder und Jugendliche schwierig zu überblicken. Im Osterferiencamp des Projekts JuMP vom Haus Neuland konnten sich etwa 30 Jugendliche in drei verschiedenen Medienworkshops partizipativ und kreativ gesellschaftlichen Themen widmen.

von Alexander Hundenborn


Im Minecraft-Workshop entschieden sich die Jugendlichen, ein eigenes Dorf zu erbauen. Für ein gemeinsames Zusammenleben beriefen sie verschiedene Rollen ein. Zwei Polizisten kümmerten sich um das Einhalten der vorher aufgestellten Regeln (keine Gebäude von anderen zerstören etc.), ein Richter verhängte Strafen und ein Dorfrat bestimmte Steuern, um öffentliche gemeinsame Gebäude errichten zu können. Hierbei gab es stetig Diskussionen und gemeinsame Verhandlungen über verschiedene Vorgänge, Verhaltensweisen und Absprachen. Die Jugendlichen organisierten sich selbstständig und schafften so einen eigenen Kodex, der ihnen die gemeinsame Zusammenarbeit am Dorf ermöglichte.

 

 

In einem Kurzfilm beschäftigte sich eine weitere Gruppe Jugendlicher damit, unterschiedliche Wahrnehmungsweisen der Lebenswelt zu thematisieren. Zwei Jugendliche schlüpften in die Rolle der Bösewichte, die in der Vergangenheit einen Kult anführten, der die Farben aus der Welt verbannen möchten. Zwei mutige Zeitreisende stellten sich der Herausforderung, das nötige Werkzeug rechtzeitig zu erobern und so die Welt wieder bunt erscheinen zu lassen. Hierbei waren die Jugendlichen auf allen Ebenen des Filmdrehs beteiligt. Sie lieferten sowohl die Idee, als auch die szenischen Gestaltungen wie auch die technische und schauspielerische Umsetzung.

Im dritten Workshop stand auf der einen Seite das Basteln von kleinen technischen Geräten im Vordergrund. Technische Geräte kennenlernen und die Funktionsweisen verstehen zu können verhilft dazu, die digitale Welt besser für sich nutzen zu können. Eine der grundlegendsten Ebenen der Partizipation ist die Fähigkeit, Informationen finden und verarbeiten zu können. Technik zu verstehen und für sich als Werkzeug nutzbar machen zu können, schafft ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Mechanismen der gesellschaftlichen Steuerung durch Technik, Algorithmen und Plattformen. Im zweiten Teil dieses Workshops beschäftigten sich die Jugendlichen mit einer ästhetisch-kreativen Auseinandersetzung mit digitaler Fotografie. Grundtechniken eine Kamera zu bedienen und diese Fähigkeit als kreative Ausdrucksmöglichkeit und individuelle Sichtweise auf die Welt benutzen zu können, war während dieser Workshopphase die Kernidee. So entstanden 360°-Kugelpanoramen zur eigenen Sicht der Welt genauso wie Projektionen in andere Welten mittels Greenscreen-Technik.

Das Projekt JuMP wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und fand mit Unterstützung der Referenten der GMK und der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW statt.