Kinect Sports Season 2

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Microsoft
Erscheinungsjahr
2011.10
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Kurzweiliges Sportspiel mit relativ ausgereifter Bewegungserkennung
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Microsoft läutete 2011, etwa ein Jahr nach Erscheinen des ersten Ablegers (Link zur pädagogischen Beurteilung), mit "Kinect Sports Season 2" die zweite Saison seiner Sportserie ein. Mittlerweile ist mit "Rivals" für die Xbox One der dritte Ableger in den Verkaufsregalen.
Die Entwickler aus dem Hause Rare, die einst für Nintendo mit Spieletiteln wie „James Bond 007 – Goldeneye“ oder „Donkey Kong 64“ Maßstäbe setzten, bieten bei "Kinect Sports Season 2" erneut sechs Disziplinen an: Tennis, Skifahren, Darts, Golf, Football und Baseball. Jede der bewegungsgesteuerten Sportarten kann on-, wie offline, alleine oder im Team auf drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen gespielt werden.

Pädagogische Beurteilung:
Einstieg mit Regelkunde
Sofern man die Regeln der jeweiligen Sportarten kennt, lässt weder die Steuerung noch die Spielmechanik viele Fragen offen. Unter Zwölfjährige an bundesdeutschen Schulen könnten damit aber so ihre Probleme haben, da nicht alle sechs Disziplinen unter der Zielgruppe verbreitet sind. Mit einigen Abstrichen kannten die Kinder der Testergruppe die Grundregeln der auch im deutschen Fernsehen präsenten Disziplinen - Tennis, Skifahren, Darts und Golf. Die, vor allem im US-amerikanischen Raum verbreiteten, Sportarten Football und Baseball hingegen hinterließen beim ersten Spielen mindestens drei Fragezeichen. „Ah, jetzt kapier ich`s in etwa.“ - zwei bis drei Spielrunden waren nötig, um die Grundregeln der einzelnen Sportarten zu verinnerlichen.

Ambivalentes Steuerungserlebnis
Festhalten muss man an dieser Stelle, dass "Season 2" hinsichtlich Funktionalität der Steuerungserfassung, genauso wie sein Vorgänger zu den besseren Kinect-Titeln gehört. Die meisten Aktionen, wie etwa langsame oder schnelle Wurfbewegungen beim Baseball, werden erstaunlich genau auf den Bildschirm gebannt. Andere wiederum erstaunlich ungenau - Wurfziel tariert, Dart geworfen und statt der Triple-20 die 17 getroffen. „So`n Sch..., da trifft man ja nie!“
Die etwas holprige Richtungserkennung wirkt sich beispielsweise auch auf das Spieleerlebnis beim Football aus. So visiert man einen Spieler in der Bildschirmmitte an, wirft und der Ball landet gerne auch bei einem Spieler am rechten oder linken Bildschirmrand. Gerade in diesem Zusammenhang wurden innerhalb der Gruppe Stimmen laut, die das controllerlose Spielen an sich in Frage stellten - „Das ist doch voll komisch und kann gar nicht richtig funktionieren. Ich werf doch ohne Pfeil in der Hand ganz anders als mit.“ Das Hauptmanko, gerade bei Darts, ist die Tatsache, dass man um in den vollen Genuss des Mehrspielermodus zu kommen, bei Spielerwechseln seinen Kinectsensor auf die jeweilige neue Körpergröße einstellen muss und „wer macht das schon?“

Siri
Dass die Kinectkamera in der Lage ist Sprachbefehle entgegenzunehmen war bereits 2011 an sich nichts Neues und schon immer vorgesehen. Das Integrieren dieser Funktion, außerhalb des Menüs, in das eigentliche Spielgeschehen schon eher. Insbesondere beim Football erreicht die Spielatmosphäre durch „Hut!“-Rufe der Spieler einen charmanten und realistischeren Hauch. Das funktionierte leider nicht immer - „Ey, der reagiert nicht!“ Selbst bei relativer Stille wollte die ansonsten gut funktionierende Spracherkennung bei höheren, etwas piepsigeren Stimmen nicht reagieren.

Quietschbunter Realismus
Hinsichtlich der Spielregeln und -mechanik sowie der Steuerung wird "Kinect Sports 2" seinem eigenen Anspruch möglichst realistisch zu sein durchaus gerecht. Audiovisuell hingegen präsentiert sich der Titel allenfalls solide. Grafisch bekommt man dabei einen kunterbunten HD-Comicstil, der stets flüssig läuft, aber zu keinem Zeitpunkt überzeugt. Hier fehlen grafische Details und Finessen wie etwa Schweißperlen oder Skispuren. Akustisch wiederum bleibt "Season 2" meist im Hintergrund und geht im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit Feierlichkeiten und musikalischen Untermalungen meist etwas dezenter und weniger aufgesetzt um. Positiv wurden in der Gruppe die, der Bewegung angepassten, „Ahs“ und „Ohs“ des Publikums registriert.

Mehr als Party?
Durch etliche Team-Modi und unterschiedliche Online-Wettbewerbe versucht Rare die Spieler bei Laune zu halten. Auch interessant ist für einige wahrscheinlich die Tatsache, dass neue Disziplinen wie etwa Basketball auf der Online-Plattform Xbox Live mittlerweile zum Download zur Verfügung stehen. Inwiefern allerdings ein, wenn auch wohl als Mehrspielererlebnis angelegtes, Sportspiel gänzlich ohne Online-Ranking und mit doch dürftigem Umfang längerfristig begeistern kann, bleibt zumindest in der Schwebe. 

Fazit:
"Kinect Sports Season 2" stellt auch heute noch hinsichtlich der relativ präzisen Bewegungserfassung eines der Highlights für Microsofts Kinect dar, fällt aber mit sechs, bis auf Golf, recht kurzen Disziplinen nicht besonders umfangreich aus. Wer noch keinen Teil der Serie sein Eigen nennt, kommt garantiert, wenn auch wahrscheinlich eher kurzweilig, auf seine Kosten.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass