LEGO Der Herr der Ringe

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Warner Bros.
Erscheinungsjahr
2012.11
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Nintendo DS, Nintendo 3DS, PS Vita
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Spaßige Umsetzung von Tolkiens Meisterwerk, das die Spieletester sehr begeisterte
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
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Spielbeschreibung:
Etwas mehr als 11 Jahre ist es mittlerweile her, dass Peter Jacksons „Der Herr der Ringe: Die Gefährten" in den deutschen Kinos anlief. Alle drei Teile landen unter den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten.
In diesem LEGO-Ableger tauchen Spieler ein in die faszinierende Welt von Mittelerde ein und übernehmen die Rolle von den aus den Büchern bekannten Figuren. Egal ob der Zauberer Gandalf, Legolas, Gimli, Aragon oder einer der Hobbits, alle Helden können im Verlauf des Spiels gesteuert werden. „LEGO – Der Herr der Ringe" führt uns dabei durch die wichtigsten Ereignisse der drei Filme. Angefangen bei der Schlacht am Schicksalsberg gegen Sauron über die ersten Schritte der Hobbits im Auenland, die Verteidigung von Helms Klamm, die Erkundung der Minen von Moria und der Schlacht vor Minas Tirith führt uns das Spiel zur Vernichtung des Rings zum Schicksalsberg zurück. Unterwegs müssen zahlreiche Gegner in ihre einzelnen Bauklötze zerlegt, knifflige Rätsel gelöst und Legoklötzchen, aus denen der Spieler die verschiedensten Dinge bauen kann, gesammelt werden.

Pädagogische Beurteilung:
tolle, authentisch und liebevoll umgesetzte Spielwelt
Eigentlich klingt ein Videospiel mit Legosteinen ein wenig überholt. Allerdings versucht das Spiel auch gar nicht, diese grafischen Meisterleistungen zu vollbringen. Vielmehr soll durch die besondere LEGO – Grafik ein ganz eigener Charme erzeugt werden. Dies gelingt vollauf, vor allem weil die Grafik zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig für ein Videospiel ist, aber mit viel Liebe zum Detail recht charmant wirkt. Besonders die Landschaften sind detailliert umgesetzt. Die Spielwelt bietet einen ansprechenden Rahmen, um sich in die Geschichte hineinzuversetzen.

einfache, anfängerfreundliche Steuerung
Die Steuerung war den Testern aus anderen LEGO – Abenteuern bekannt. Das erste Level dient als Tutorial. Sämtliche Steuerelemente werden hier erklärt und können einfach nachvollzogen werden. Außerdem gestalten sich diese recht simpel und einsteigerfreundlich. Hierdurch können auch Spieler, die bislang wenig Erfahrungen im Umgang mit LEGO – Spielen oder Videospielen im Allgemeinen gemacht haben, problemlos starten. Durch mangelnde Beherrschung der Steuerung wird kein Frust auftreten.

Gegner zerfallen in ihre einzelnen Bausteine, anstatt effektvoll zu sterben
Wer sich bereits mit der Buchvorlage oder den Filmen auseinandergesetzt hat, der weiß, dass in der Geschichte einiges an Blut fließt und Figuren sterben. Eine jugendfreundliche Umsetzung der Geschichte fordert also insbesondere eine angemessene Darstellung dieses Aspekts. Anstatt blutend nach einem Kampf zusammenzusacken und zu sterben, zerfallen die besiegten Figuren schlichtweg in ihre einzelnen Legosteine. So wird einer der Hauptaspekte des Spiels, das Besiegen von Gegnern in einer Fantasy-Umgebung, sehr abstrakt dargestellt und ist für Jugendliche ab 12 Jahren i.d.R. als Fiktion erkennbar.

unsterbliche Charaktere machen das Spiel einfacher, aber auch etwas langweiliger
Ein Element, das das Spiel für Einsteiger interessant macht, ist die Tatsache, dass der Spieler nicht sterben kann. Zwar können die Gegner die Spielfigur in ihre Einzelteile zerhauen, dies hat aber kaum Konsequenzen. Die Legosteine setzen sich einfach wieder zusammen und die Figur erscheint wieder auf dem Bildschirm. Einzig ein wenig LEGO – Geld wird dem Spieler abgezogen. Gewissermaßen wird also jeder Spieler, wenn er sich nur lange genug mit dem Spiel beschäftigt, irgendwann den Ring in die Feuer des Schicksalsbergs werfen können. Einerseits ist dies sehr hilfreich für Anfänger, die wohl häufiger in ihre Einzelteile zerfallen als geübte Spieler, andererseits fehlt dem Spiel dadurch eine wichtige Komponente: es ist mehr oder weniger egal ob der Charakter stirbt, die Missionen können also viel unvorsichtiger gespielt werden. Die Spieler in der Spieletester – AG bewerten diese Funktion aber als überflüssig: „Das macht das Spiel einfacher, aber ich hätte es lieber etwas schwerer." (Tester, 12 Jahre)

Originalmusik und kurze Filmsequezen sorgen für tolle Atmosphäre
Ein wichtiger Aspekt für die Spieler war die Atmosphäre. Neben den liebevoll gestalteten Landschaften tragen auch zwei andere Komponenten wesentlich zu einer ansprechenden Atmosphäre bei. Einerseits ist die Filmmusik der Filme im Spiel eingebaut und sorgt für eine stimmungsvolle Untermalung. Hinzu kommen kurze Videosequenzen, die der Spieler als eine Art Belohnung für Spielfortschritt erhält. Die Sequenzen tragen inhaltlich die einzelnen Level und sorgen für eine zusammenhängende Geschichte, die auch Spieler verstehen, die bislang keine Erfahrungen mit Tolkiens Trilogie haben.

Missionen können auch mit zwei Spielern gespielt werden
Wie in den anderen LEGO – Spielen macht „Der Herr der Ringe" insbesondere mit zwei Spielern Spaß. Auch gemeinsam lassen sich die Missionen durchspielen, die man auch alleine angehen kann. Das Spiel fordert die Zusammenarbeit, gemeinsame Vorgehensweisen und geplante Strategien. Diese Möglichkeit war einer der großen Pluspunkte von „LEGO – Der Herr der Ringe" in unserer Gruppe. Die Tester, die das Spiel vornehmlich zu zweit spielten, bewerten diese Funktion als ansprechend: „Zu zweit macht es noch mehr Spaß, weil man sich absprechen kann." (Tester, 12 Jahre)

sehr ausführliche Umsetzung in nur einem Spiel
Als bemerkenswert wurde auch der Spielumfang beurteilt. Die wesentlichen Handlungen der drei Filme können alle in nur dem einen Spiel nachgespielt werden. Dies sorgt für einen durchgehenden Handlungsverlauf, der für zusätzlichen Spielspaß sorgte.

Herr der Ringe – Charaktere und Umgebungen auch als LEGO – Produkt zu kaufen
Neben der Möglichkeit das Spiel an der Konsole zu spielen, gibt es auch die Möglichkeit, mit echten Legosteinen und -figuren zu spielen. Passenderweise gibt es zahlreiche LEGO – Pakete zu kaufen, die einzelne Abschnitte der Geschichte darstellen. So können die Spieler sich auch abseits der Konsole nach Mittelerde denken und die Geschichte nachspielen.

Fazit:
„LEGO – Der Herr der Ringe" ist – wie eigentlich alle LEGO–Spiele, ein Titel mit sehr hohem Wiedererkennungswert. Die Steuerung ist einsteigerfreundlich, die Atmosphäre liebevoll gestaltet und Tolkiens Geschichte wird toll inszeniert. Auch wenn Gegner getötet werden, geschieht dies doch sehr abstrakt und eindeutig fiktiv, da die Gegner in ihre einzelnen Bausteine zerfallen. Das Spiel ist bislang eines der von den Spieletestern in der Spieletester AG am besten aufgenommenen Spiele. Die pädagogische Einschätzung geht aufgrund der oben genannten Aspekte mit der USK – Einschätzung konform: ab 12 Jahren.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass