LEGO Star Wars III: The Clone Wars

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Lucasarts
Erscheinungsjahr
2011.03
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS, Nintendo 3DS
System im Test
Wii
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Technisch gelungene Adaption des Filmklassikers mit kindgerechtem Schwierigkeitsgrad
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Die Entwickler aus dem Hause Traveller's Tales, die sich mittlerweile zunehmend auf Videospieladaptionen von Filmen spezialisiert haben, bringen in Zusammenarbeit mit Lucasarts eine weitere ‚LEGO-Variante‘ von „Star Wars“ auf den Markt. Die Verbindung zwischen den nicht nur im Kinderzimmer stets willkommenen Bauklötzen und erfolgreichen Filmen hat sich scheinbar seine eigene Marktlücke geschaffen, denn der LEGO-Franchise konnte sich in den letzten Jahren zu einer echten Größe auf dem Konsolenmarkt entwickeln. In "LEGO Star Wars III: The Clone Wars" kämpfen sich die ‚LEGO-Jedis‘ das dritte Mal durch eines der „Star Wars“-Filmszenarien.
Diese sind jedoch nicht der „Episode III“ oder der „Rückkehr der Jedi-Ritter“ entnommen, sondern stammen aus der animierten, derzeit insbesondere bei Kindern äußerst angesagten, Fernsehserie: „The Clone Wars“. Die jeweiligen Szenen bzw. in diesem Fall Level werden stets durch humorvolle Minifilmchen, welche die gesamte Thematik hier und da auf die Schippe nehmen, eingeführt. Dieser Humor, der meist zumindest einen Schmunzler hervorruft, serviert die Thematik auch für „Star Wars“-Fremde etwas angenehmer, wenngleich eine zusammenhängende Story ohne vorherige Kenntnisse der Serie nur schwer erkennbar bleibt.
Das Spiel hält drei Kampagnen bereit, welche sich inhaltlich jeweils einem bestimmten Bösewicht widmen. Eine einzelne Kampagne besteht dabei aus sechs, im Schnelldurchlauf etwa 20minütigen, Missionen, die sich nacheinander freischalten lassen. Kommt man mal gerade nicht weiter, kann man jedoch problemlos die Kampagnen wechseln.
Zum ‚missionieren‘ stehen zunächst lediglich einige der zahlreichen Helden aus dem „Star Wars“-Imperium bereit. Hat man sich seinen Charakter ausgesucht schlägt man sich mit einer Mixtur aus Kampf, Strategie- und Rätseleinlagen durch die verschiedenen Level. Gegner werden bevorzugt mit Kanonen, Lichtschwertern, o.ä. futuristischen Waffen aus dem Weg geräumt. An manchen Stellen greift man zur ‚Macht der Jedi‘ und muss mit dieser quasi telepathisch Brücken reparieren oder Puzzle zusammenlegen. Die jeweiligen Missionen können dabei jederzeit offline im Einzelspieler- oder zu zweit im klassischen Kooperationsmodus angegangen werden. Die einzige Alternative zum Kampagnen-Modus stellt eine Art ‚Arcade-Modus‘ dar, indem sich zwei Spieler darum bemühen, sich gegenseitig ihre Basisstationen zu zerstören.

Pädagogische Beurteilung:
‚LEGO-geprüfte‘, leicht zugängliche Steuerung
Analog zu den LEGO-Vorläufern begibt man sich in die Schlacht mit drei Spielfiguren, von denen man immer nur eine direkt kontrolliert. Je nach Situation lassen sich per Tastendruck die übrigen Figuren jeweils direkt übernehmen. Alle Charaktere haben dabei anders geartete Kampfeigenschaften. So greift man beispielsweise im Getümmel am besten auf Droiden mit viel Kampfkraft zurück und Passagen, die ohne ‚Denkkraft‘ und vor allem ohne die ‚Macht‘ nicht zu meistern sind, sollten im Idealfall mit Jedi-Rittern angegangen werden. Der Wechsel vollzieht sich zwar stets problemlos, sorgt jedoch hier und da für etwas Verwirrung im oftmals hektischen Spielgeschehen.
Die eigentliche Steuerung des Spiels sorgt wiederum aufgrund ihrer Einfachheit für weit weniger Verwirrung. Mit dem Analogstick des Nunchuk-Controllers lassen sich die Figuren in Bewegung setzen, gesprungen wird mit der Wii-Remote mittels Drücken der A-Taste und diverse Aktionen, wie etwa Kampfaktionen können mit dem dazugehörigen B-Knopf durchgeführt werden. Die Waffe kann jedoch auch durch Schütteln des Remote-Controllers betätigt werden. Die Steuerung wird dabei ohne nachweisbare Verzögerungen ausgeführt und funktioniert im Grunde einwandfrei. Einziges kleines Manko stellt das Betätigen diverser Schalter dar. Scheinbar haben es die Entwickler bei diesen etwas zu genau genommen, denn man muss wirklich exakt auf dem richtigen Platz stehen, um diese umzulegen. Richtig störend ist das jedoch nicht, denn selbst „wenn man die Steuerung noch nicht genau“ kennt, kommt man letztlich auch meist mit „einfach nur rumfuchteln“ ans Ziel.

„Anakin ‚Baustein‘ Skywalker“
Wer bei "LEGO Star Wars III" Highend-Grafik erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Wer wiederum niedliche, bunte, zusammengebaute LEGO-Landschaften erwartet unter Umständen auch. „The Clone Wars“ präsentiert sich irgendwo dazwischen. Unglaublich putzige, aber durch ihr Dasein teilweise etwas arg hakelige LEGO-Figürchen geben sich die Hand mit zum Teil erstaunlich detaillierten Spielhintergründen und -effekten. Die LEGO-Figuren bewegen sich letztlich zwar hier und da etwas hölzern, sind jedoch in ihrer Mimik und Gestik liebevoll animiert. Hervorzuheben sind insbesondere die ansehnlichen Lichteffekte der Weltraumschlachten, die der Atmosphäre der filmischen Vorlage erstaunlich nahe kommen. Die typische „Star Wars“-Atmosphäre wird jedoch trotzdem vor allem durch die Originalsoundeffekte und den allseits bekannten Soundtrack, welcher beinahe durch die gesamte Testphase hindurch mitgesummt wurde, erreicht. Von der typischen musikalischen Untermalung der Geschehnisse bis hin zum ‚Originalschwingen‘ der Lichtschwerter wurde hier wirklich nahezu alles detailliert übernommen. Ein Wiedererkennungswert ist damit, selbst bei Laien, vorprogrammiert. Nur die Sprachausgabe der Zwischensequenzen enttäuscht, da unsere LEGO-Männchen scheinbar die komplexen Eigenheiten der menschlichen Kommunikation nur bis ins Kleinkindalter erlernt haben. Mehr als sinnfreies Gebrabbel und diverse Lach- oder Stöhngeräusche sind durch die Figuren dann auch nicht zu vernehmen. Prinzipiell stört dies nicht weiter, aber kennt man die Serienvorlage des jeweiligen Levels nicht, wird einem dadurch der Zugang zu einer ansatzweise erkennbaren zusammenhängenden Story verwehrt. Kenner der Serie, und das waren in unserer Testergruppe nahezu 100%, wird dieses augenscheinliche Manko jedoch mit Sicherheit nicht im Geringsten stören, denn „die Folge hab ich schon gesehen, das geht gleich voll ab.“ Dies zieht wiederum insbesondere im Kooperationsmodus eine gewisse Unübersichtlichkeit mit sich.

Langzeitmotivation, wahrscheinlich nur für jüngere Spieler
Gemeinhin bieten Videospieladaptionen von „Star Wars“ einen anspruchsvolleren Schwierigkeitsgrad und fordern selbst geübte Spieler heraus. Nicht so "LEGO Star Wars III". Nicht nur die Steuerung erweist sich als kinderleicht zugänglich, auch einzelnen Missionen stellen meist kaum ein Hindernis dar. Selbst wenn man an einer Stelle mal etwas kleinere Schwierigkeiten haben sollte, wird man eine Mission mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dennoch meistern, denn LEGO-Figuren sind nun mal unsterblich. Fällt man mal auseinander, sprich hat einen der Gegner zu oft abgeschossen, wird man in Sekundenschnelle einfach wieder zusammengebaut und kann problemlos weitermarschieren. Im Übrigen zerfallen auch erledigte Gegner lediglich in ihre einzelnen Bausteine und verschwinden dann meist nach einer gewissen Zeit vom Bildschirm. Wie lange man sich mit „The Clone Wars“, trotz des kinderleichten Schwierigkeitsgrades beschäftigt, hängt stark vom Alter und unter Umständen von der eigenen ‚Liebe‘ zu „Star Wars“ ab, obwohl man das Spiel auch mögen kann, wenn man „Star Wars eigentlich voll blöd findet“. Kinder im Grundschulalter und auch 12- bzw. 13-jährige Jugendliche werden den Titel wahrscheinlich, ähnlich wie unsere Testergruppe ‚in sich aufsaugen‘. Hat einen das Spielprinzip erst einmal ‚gepackt‘, kann man, sofern man alle 50 Charaktere und etliche andere Geheimnisse entdecken und freispielen will, getrost mit mehreren Wochen Spieldauer rechnen. Weniger „Star Wars“-affine oder erprobtere Spieler hingegen werden den Titel, vor allem mangels Herausforderung, wahrscheinlich eher nach zwei bis drei Nachmittagen durchgespielt haben.

Fazit:
"LEGO Star Wars III: The Clone Wars" präsentiert sich in einem technisch gelungenen Korsett. Insbesondere die Soundeffekte stechen dabei heraus. Eine nahezu fehlerfreie, jedoch schnell erlernte Steuerung rundet das positive Gesamtbild ab. Junge Fans der Filmreihe und Kinder im Grundschulalter werden dem Spiel, aufgrund seines niedrigen Schwierigkeitsgrades und der zahlreichen freischaltbaren Extras, sehr wahrscheinlich einiges an Zeit opfern, bis sie alle Gegenstände und Figuren freigespielt haben. Hier sind klare Regeln notwendig, um der ohne Frage vorhandenen Faszination Einhalt zu gebieten.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass