LEGO Der Hobbit

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Warner Bros.
Erscheinungsjahr
2014.4
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One, Wii U
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Spannende Abenteuer des Hobbits erleben
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Fans der Lego-Spiele, der Filme Herr der Ringe und der Hobbit, von Fantasy
Sprache
Deutsch, sowohl in Text als auch in der Synchronisation
Grafik
sehr detailliert; teils fotorealistisch, teils Lego-Optik
Sound
Originalmusik und Synchronstimmen wie aus dem Film, spannender Geschichtenerzähler

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
wechselende Charaktere aus dem Hobbit-Universum, wie Bilbo, Gandalf oder die bekannten Zwerge
Mehrspielermodus
2-Spieler-Modus (offline) im Split-Screen
Spielforderungen
Hand-Augen-Koordination in Kampf- und Rätselpassagen, Teamarbeit
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
viele Kampfpassagen
Gruppenleiterin
Katrin Schmidt
Luna Sennestadt, HoT Schildesche
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5Screenshot 6

Spielbeschreibung:
LEGO Der Hobbit
ist ein weiteres Action-Adventure der digitalen LEGO-Spiele und basiert auf den ersten beiden Teilen der Hobbit Verfilmungen: „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ und „Der Hobbit – Smaugs Einöde“. Wer also die Filme nicht kennt, aber noch sehen möchte: Spoileralarm!
Die Spieler_innen folgen der Geschichte rund um Bilbo Beutlin, Gandalf, Thorin Eichenschild und die anderen Zwerge, indem sie bekannte Filmszenen nachspielen. Dabei schlüpft man nicht nur in die Hauptrolle, Bilbo Beutlin, sondern kann zwischen verschiedenen Charakteren wechseln und deren spezielle Eigenschaften nutzen. Wie auch in den Filmen wird Mittelerde bereist, um das verlorene Königreich der Zwerge „Erebor“ zurückzuerobern. Dabei kämpft man gegen Orkscharen, durchläuft den verborgenen Pfad, landet in den Trollhöhlen und begegnet Gollum und den Elben. Im Gegensatz zum Film, bekommt der Spieler die Möglichkeit, nicht nur in die Geschichte einzutauchen, sondern diese auch selbst zu erleben.

Pädagogische Beurteilung:
Ein Spielerlebnis mit Filmcharakter

Wer die Filme schon gesehen hat, erkennt die Mühe, die sich Warner Bros. mit diesem Spieleableger gemacht hat. So ist die grafische Umsetzung auf hohem Niveau. Sie ist detailreich, teils fotorealistisch, aber dennoch in bekannter Lego-Optik. Die Videosequenzen wurden liebevoll gestaltet und man hört ebenso die Filmmusik, die vertrauten deutschen Synchronstimmen und damit auch bekannte Zitate. „Das ist ja genauso wie im Film, sogar die Stimmen und die Musik“ (Felix, 14, HoT Schildesche). So leitet die Stimme des alten Bilbo Beutlin auch hier als Geschichtenerzähler durch das Spielgeschehen. Nach dem Einstiegstutorial hört man ihn bspw. den ersten Satz aus dem Buch sagen: „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit“. Er erzählt spannend, sodass seine Worte auch ohne Bilder funktionieren, so als höre man ein Hörbuch.

Wie wird gespielt?
Die Vorgeschichte, die in den Film „Der Hobbit“ einleitet, dient im Spiel als Einstiegstutorial. Man spielt demnach die Zwerge Thrain und den jungen Thorin, die sich auf den Weg machen, um die Bergbauarbeiten zu besichtigen. Sie finden den Arkenstein und müssen anschließend mit ansehen, wie der Feuerdrache Smaug das Königreich angreift, verwüstet und viele der Zwerge tötet. Während dieses Ablaufs werden immer wieder wichtige Tastenbelegungen und verschiedene Aufgaben angezeigt. So muss man kämpfen, Münzen sammeln, Objekte wegschlagen, bestimmte Lego-Rohstoffe sammeln, aus denen wiederum Objekte gebaut werden können, man muss Gegenstände miteinander kombinieren oder Gegenstände werfen. Trotz der guten Übersicht, war es für die Spieletester_innen schwierig, diese vielen Anforderungen auf Anhieb umzusetzen und manchmal mussten sie auch knobeln, um weiterzukommen. „Wieso steht da nicht, was ich jetzt machen muss? Ich komm nicht weiter“ (Tasnim, 12, Luna Sennestadt).

Zusammenarbeit ist wichtig
Der Mehrspielermodus ist lediglich offline und nur zu zweit nutzbar. Jede Person übernimmt einen Charakter und kann diesen auch im Spielverlauf wechseln. Man startet gemeinsam im gleichen Sichtfeld. Sobald sich ein Spieler/eine Spielerin entfernt, wird der Bildschirm geteilt (Splitscreen), sodass beide an unterschiedlichen Orten agieren können. Dennoch ist es wichtig, dass sich beide Spieler_innen wieder zusammenfinden, denn Zusammenarbeit ist wichtig. So lassen sich bestimmte Rätsel nur lösen, wenn beide miteinander interagieren und sich gegenseitig helfen. So können bspw. einige Bereiche nur erreicht werden, wenn die Figuren eine Menschenleiter bauen. Auch ist es wichtig, dass sich die Spieler_innen untereinander absprechen, um möglichst effizient Legomünzen und Lego-Rohstoffe zu sammeln oder sich nicht gegenseitig zu behindern. „Geh mal bitte zur Seite, sonst schlag ich dich wieder aus Versehen“ (Felix, 14, HoT Schildesche). „Warum schlägst du mich, ich hab kein Leben mehr“ (Marvis, 17, HoT Schildesche). „Ich geh links, du gehst rechts“ (Melanie, 12, Luna Sennestadt).

Bekannte Filmszenen werden nachgespielt
Wie bereits erwähnt, werden bekannte Filmszenen nachgespielt, z.B. die Geschirr-Szene in Bilbo Beutlins Höhle. Während die Zwerge im Film das Geschirr geschickt umherwerfen und alles dort landet, wo es schließlich soll, müssen die Spieler_innen hier eine eingeblendete Tastenfolge im Takt einhalten, sonst fällt ein Teil des Geschirrs zu Boden. Ein weiteres Beispiel ist das berühmte Rätselspiel mit Gollum: Bilbo hat sich verirrt und möchte, dass Gollum ihm nach draußen hilft. Sie einigen sich auf ein Rätselspiel und wenn Bilbo gewinnt, weist Gollum ihm den Weg. Allerdings stellt im Spiel nur Gollum die Fragen. Anders als vermutet, muss man nicht aus möglichen Antworten die richtige auswählen, sondern man muss Legosteine zusammensuchen, aus denen das Lösungswort als Legogebilde nachgebaut wird.

Kleinere Mängel in der technischen Umsetzung
Bereits im Einstiegstutorial zeigten sich kleinere Schwierigkeiten, um ins Spiel reinzukommen. Zwar wurde zu Beginn angezeigt, wie die Tastenbelegungen sind und wie man Aufgaben zu erledigen hat, dennoch musste die Testergruppe an vielen Stellen rumprobieren, um weiterzukommen. Zwar wurde die Grundsteuerung von allen Testerinnen und Testern leicht erlernt. Dennoch war der Einstieg zum Teil noch etwas zu schwierig, was dazu führte, dass der erste Spielabschnitt lang dauerte. Mehr Hinweise, zumindest am Anfang, hätten das noch vereinfacht. Als weiteres Problem kam hinzu, dass nicht direkt ersichtlich war, ab wann bzw. wie das Spiel gespeichert wird. Nachdem eine kurze Pause eingelegt und dabei das Gerät ausgeschaltet wurde, kam so die Enttäuschung auf. „Hä, wieso hat der nicht gespeichert? Jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen“ (Annette, 12, Luna Sennestadt). 

Fazit:
LEGO Der Hobbit
ist ein gelungenes Action-Adventure der ersten beiden Filme der Hobbit-Trilogie. Neben der Filmnähe in der grafischen und musikalischen Umsetzung fällt positiv auf, dass man nicht nur den Hauptcharakter Bilbo Beutlin spielt, sondern aus einer großen Anzahl verschiedener Charaktere wechseln kann und auch ein Mehrspieler-Modus vorhanden ist. Trotz der intuitiv leicht erlernbaren Steuerung, war die Spielanforderung zu Beginn relativ hoch, wodurch einzelne Spielabschnitte lange dauerten. Dennoch hat der Spaß dadurch nicht abgenommen. Zwar orientiert sich das Spiel sehr am Film, dennoch ist ein Vorwissen zu diesem nicht notwendig. Insgesamt wurde das Spiel von den Spieletesterinnen und -testern im Alter von 10 bis 17 Jahren in den Punkten Grafik, Sound, Steuerung und Spielspaß gut bewertet und für Freunde und Verwandte weiterempfohlen. Aufgrund der recht komplexen Spielanforderungen und der vorhandenen Kampfszenen empfehlen sie das Spiel allerdings erst ab 8 Jahren weiter.

LEGO Der Hobbit wurde ebenfalls von Jugendlichen aus der Spieletestrgruppe JuWel Stadtbücherei Münster getestet. Ihre Beurteilung finden Sie hier.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
HoT Schildesche
Bielefeld
Bewertung Spielspass

„Das ist ja genauso wie im Film, sogar die Stimmen und die Musik“ (Felix, 14, HoT Schildesche)

„Wieso steht da nicht, was ich jetzt machen muss? Ich komm nicht weiter“ (Tasnim, 12, Luna Sennestadt)

„Geh mal bitte zur Seite, sonst schlag ich dich wieder“ (Felix, 14, HoT Schildesche)

„Warum schlägst du mich, ich hab kein Leben mehr!“ (Marvis, 17, HoT Schildesche)

„Ich geh links, du gehst rechts“ (Melanie, 12, Luna Sennestadt)

„Hä, wieso hat der nicht gespeichert? Jetzt müssen wir wieder von vorne anfangen“ (Annette, 12, Luna Sennestadt)