Mario Tennis: Ultra Smash

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2015.11
Systeme
Wii U
System im Test
Wii U
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Technisch in nahezu jeder Hinsicht ausgereiftes, jedoch nicht sehr umfangreiches Tennis-Videospiel
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Interessant für
Mario-Fans, Gelegenheitsspieler
Sprache
Deutsch
Grafik
bunte Comic-Grafik
Sound
fröhlich

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Charaktere aus dem Mario-Universum
Mehrspielermodus
Offline- und Onlinemodi
Spielforderungen
Umgang mit Gamepad, Geschicklichkeit, Reaktionsfähigkeit
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
geringer Umfang
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
Gut 20 Jahre nach Veröffentlichung des ersten Ablegers (1995) kommt mit "Mario Tennis: Ultra Smash" der nunmehr achte Teil der "Mario Tennis"-Reihe ins Verkaufsregal. In "Ultra Smash" lässt Nintendo bis zu 16, teils freischaltbare, Charaktere aus den Spielwelten Marios auf dem Tenniscourt antreten. Dabei hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Offline-Spielmodi: Mega Battle, Ball Rally, Knockout Challenge und Classic Tennis. Im Mega Battle werfen die Pilzköpfe (Toads), die teils als Balljungen, Kameraleute oder Schiedsrichter fungieren, riesige Giga-Pilze auf den Platz. Sammelt man diese ein, mutiert man eine gewisse Zeit zum Tennisriesen und als solcher hat man mehr Kraft und kommt nahezu an jeden Ball. Im Modus Mega Ball Rally hat man es mit einem Riesenball zu tun, der mit jedem Schlag kleiner und somit schneller wird. Die Knockout-Challenge lässt einen in einer Art Einzelspieler-Arcade-Marathon gegen immer besser agierende Gegner antreten. Im letzten Modus wird hingegen klassisches Tennis in Einzel- oder Doppelmatches serviert.Bis auf die Knockout-Challenge lassen sich alle Offline-Spielmodi mit bis zu vier Spielern angehen. Der neueste Ableger der Reihe bietet zudem erstmals einen Online-Spielmodus an. In diesem lassen sich Einzel- oder Doppelmatches austragen.

Pädagogische Beurteilung:
Präzise und leicht zugänglich
Nintendo verzichtet bei "Ultra Smash" komplett auf die Bewegungssteuerung durch den Remotecontroller. Stattdessen gilt es, Mario, Yoshi, Peach und Co. klassisch per Steuerkreuz des quer ausgerichteten Remotes beziehungsweise per Stick des Wii U-Gamepads zu navigieren. Top- und Backspins, Lobs oder Volleys werden durch verschiedene Tastenkombinationen durchgeführt. Um es Laien leichter zu machen, signalisiert ein farbiger Schweif, welcher Schlag gerade am sinnvollsten ist. Die einzelnen Schläge lassen sich dabei jeweils sogar für kräftigere Schläge aufladen. Und beim Wort kräftig kommt der "Ultra Smash" des Titels ins Spiel. Diese Spezialschläge werden in zwei Schritten hervorgerufen. Wechselt der Ball einige Mal erfolgreich über das Netz, erscheint ein blaues Feld. Ein in diesem Moment ausgeführter Schlag wird verstärkt, der Return des Gegners wiederum gelingt meist eher schwach und daraus ergibt sich die Möglichkeit eines Ultra Smash. Dabei wird der Ball derart stark über das Netz gehämmert, dass der nächste Punkt sicher ist. Wer auf diese nette Spielerei verzichten will, kann die Ultra-Schläge zumindest im Classic-Modus ausstellen.
Die Spielmechanik ist insgesamt intuitiv und präzise. Beim Test fielen dennoch kleinere Mankos auf. So bemängelten die Tester beispielsweise, dass der Tastendruck hin und wieder etwas verzögert erfasst wird, was wiederum einen gegnerischen Punkt nach sich zieht. Auch sorgten die immer wieder erscheinenden bunten Schweife und Felder zumindest anfangs für Verwirrung. 

Stimmiges Mario-Gewand
Quietschbunt in bekannter Mario-Manier, stets flüssige und detailreiche Animationen, gelungene Kantenglättung - visuell hat "Mario Tennis" einiges zu bieten und präsentiert sich insgesamt in einem atmosphärisch dichten, stets stimmigen Gewand. Hat man gerade seinen Gegner mit einem angeschnittenen Ball übertölpelt, so reagiert jeder auf seine eigene Art darauf. So wird beispielsweise das Feld mit dem Schläger umgepflügt oder Wario bzw. Bowser ziehen ihre Augenbrauen wütend zusammen.
Auch akustisch präsentiert sich "Ultra Smash" detailverliebt. So ist jeder Schlag je nach Intensität in leicht veränderten Variationen zu hören. Zudem lassen sich z.B. vor jedem Aufschlag die Gegner verbal foppen, was wiederum den Return des Aufschlags erheblich erleichtert. Insbesondere Warios „Hääh-hää!“ bleibt dabei im Gedächtnis. Musikalisch fällt der Titel hingegen etwas ab. Die gebotene grundsolide Mario Kart-Atmosphäre beginnt im Laufe der Zeit „voll zu nerven“ und lässt sich leider auch nicht abstellen. Ohnehin bietet Nintendo, abgesehen von der Wahl des Kamerawinkels und der Steuerungsart des Gamepads, keine weiteren Einstellmöglichkeiten.

Kurios mickriges Gesamtpaket
Auf den ersten Blick erweist sich "Ultra Smash" als gelungene Tennisadaption. Bekannte, visuell gekonnt in Szene gesetzte Elemente aus diversen Mario-Welten treffen auf Arcade-Elemente, die stark an Konamis „Virtua“-Reihe erinnern. Auf den zweiten Blick allerdings merkt man, wie sehr der erste Eindruck in die Irre führt. Unter der technisch reifen Haube - von der Präsentation bis zur Spielmechanik - befindet sich leider reichlich wenig. Die angebotenen vier Offline-Modi sind, selbst für jüngere Tennisfreunde, wahrscheinlich in maximal sechs bis sieben Stunden durchgespielt. Der Anreiz, weitere Charaktere durch Erfolge im herausfordernden KO-Modus freizuschalten, erweist sich als nur bedingt notwendig. Für jedes Match, teils sogar für besonders gelungene Schläge, erhält man Münzen und mit diesen lassen sich die Charaktere um einiges einfacher ‚freikaufen'. Auch der Online-Modus, der gänzlich auf langzeitmotivierende Elemente wie etwa eine Rangliste verzichtet, erweist sich als wenig umfangreich. 

Mixed Zone
Im Test wurde das Spiel insgesamt mit gemischten Gefühlen aufgenommen. So wurden z.B. die Giga-Pilze und das damit verbundene Riesen-Dasein zunächst wohlwollend zur Kenntnis genommen. Mit zunehmender Spieldauer erwiesen sie sich jedoch als leicht angezogene Spaßbremse: „Da wird man immer getroffen!“, „Lass mir auch mal den Pilz, du hattest schon zwei.“ Insbesondere im Doppel sorgten die Pilze immer wieder für Unmut. Die Kinder konnten sich einerseits nicht immer einigen, wer gerade groß sein darf und andererseits verstärkten die Riesen auf dem Spielfeld immer wieder die, durch die quietschbunten Animationen ohnehin leicht vorhandene, Unübersichtlichkeit.
Seine volle Kraft entfaltet das Spiel letztlich nur im Classic-Mode - ohne Pilze und Power-Schläge. Dieser wiederum erwies sich für den Großteil der nicht gar so tennisaffinen Tester als Herausforderung. Fehlendes Regel- und damit verbunden auch ein Stück weit Spielverständnis ließen nur selten längere Ballwechsel zu. Tennisaffinere Tester hingegen rieben sich ebenfalls am Schwierigkeitsgrad: „Der geht ja nie ins Aus!“ Doppelfehler, Bälle ins Aus und etliche weitere Elemente, die das Spiel Tennis ein Stück weit ausmachen, kamen selten bis nie vor, sodass das ein oder andere Mal der Satz „Boah, is' das einfach!“ die Runde machte. Durch diese Eindrücke und durch die Voraussetzung rudimentärer Lesekenntnisse, entschieden sich die Tester für eine Freigabe ab sechs Jahren.

Fazit:
"Mario Tennis: Ultra Smash" hinterließ im Test gemischte Gefühle. Positiv fielen dabei die Spielmechanik und die audiovisuelle Präsentation ins Gewicht. Der, insbesondere für den einstigen Einführungspreis (~45 €), dürftige, an eine Demoversion erinnernde Umfang und das Fehlen langzeitmotivierender Elemente stachen hingegen negativ heraus. Wer gerne Arcade-Tennis spielt, ist mit der Konkurrenz aus dem Hause Konami wahrscheinlich besser bedient. Partyspieler hingegen werden wohl bei anderen Spielen aus dem Mario-Universum wie etwa Mario Kart 8, Mario Party 10 oder den diversen Olympia-Adaptionen glücklicher.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass