Moralische Entscheidungen in Games

Es gibt kaum einen Bereich des menschlichen Lebens, der von Bildschirmspielen nicht abgedeckt wird. Wir können Rockstar, Geheimagent, intergalaktischer Kopfgeldjäger oder mittelalterlicher Dieb sein, sowie als Held die Welt retten oder sie als Bösewicht zerstören. Besonders diese Gut-Böse-Problematik wird seit einigen Jahren in vielen Bildschirmspielen genutzt, um dem Medium mehr Würze und Varianz zu verleihen, als immerzu strahlende Helden zu präsentieren.

Von Filmen wie z.B. der Star-Wars-Reihe kennen wir, dass die Bösewichter manchmal eine größere Anziehungskraft als die erfolgsverwöhnten Helden ausstrahlen. Das Böse als Gegenentwurf zum eigenen Leben scheint das Interesse des Publikums zu wecken. Warum sollte dies nicht in virtuellen Spielen funktionieren?

Spannend wird es, wenn unterschiedliche Vorgehensweisen mit dem menschlichen Wertesystem verknüpft werden. Besonders in Rollenspielen wie dem mittelalterlichen "The Elder Scrolls V: Skyrim" (USK 16) oder dem postnuklearen "Fallout 4" (USK 18), legen die Entwickler den Spielern moralische Bürden auf, sich für mehrere Handlungsmöglichkeiten zu entscheiden. Diese wiederum verändern den weiteren Fortgang der Geschichte.

Dies wird in dem Adventure "Heavy Rain" (USK 16) auf die Spitze getrieben. Bei diesem Spiel wird der Vater eines entführten Jungen von dem Kindermörder Origami-Killer kontaktiert. Der Vater soll sich in einem perfiden Spiel fünf Prüfungen stellen, die dabei die Moral des Spielers auf die Probe stellen. Indem man mit der digitalen Figur mitfühlen soll, leidet man an den zu treffenden Entscheidungen mit. Den französischen Entwicklern von Quantic Dream ist es hier gelungen, menschliche Emotionen wie Trauer, Verlust, Angst, Panik in das Spiel einzubauen. Diese Emotionen werden nicht nur gekonnt auf den Spieler übertragen. Leben oder Tod, entscheiden oder nicht-entscheiden, Erfolg oder Niederlage verändern die filmreife und düstere Handlung dabei in bis zu 18 unterschiedlichen Enden.

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Teile dieses Artikels entstammen der EU-Initiative klicksafe und wurden in Kooperation mit dem Spieleratgeber-NRW erstellt.