Pokémon Sonne und Mond

Genre
Rollenspiele
USK
nicht USK geprüft (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Nintendo
Erscheinungsjahr
2016.11
Systeme
Nintendo 3DS
System im Test
Nintendo 3DS
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Getestet wurde Pokémon Mond. Die beiden Spiele unterscheiden sich jedoch nur geringfügig.
via Nintendo eShop
Kurzbewertung
Einsteigerfreundliches Rollenspiel Abenteuer
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Pokémon Neulinge, die sich einen leichten Einstieg wünschen
Sprache
Fröhlich und freundlich mit viel Wortwitz, viele Dialoge, gute Lesekenntnisse erforderlich
Grafik
Bunt, fröhlich, im Anime-Look
Sound
Abwechslungsreich, unterstützt das Spielerlebnis

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Eigener Charakter ist vielseitig individualisierbar
Mehrspielermodus
Über den Festival Plaza lässt sich mit Spieler_innen aus aller Welt interagieren
Spielforderungen
gute Lesekenntnisse
Zusatzkosten
Wer seine Pokémon aus den Spielen Or/As oder X/Y auf Sonne/Mond transferieren möchte, benötigt dazu die Pokémon Bank, welche jährlich 4,99€ kostet
Problematische Aspekte
nicht vorhanden
Redaktion, Gruppenleiterin
Karolina Albrich
Spieleratgeber-NRW, Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4Screenshot 5

Spielbeschreibung:
Mit "Pokémon Sonne und Mond" läutete Nintendo im November 2016 eine neue Pokémon Generation ein. Fans der Reihe warteten bereits sehnsüchtig auf eine Fortsetzung, nachdem im Vorjahr mit Omega Rubin und Alpha Saphir lediglich ein Remake der Spiele Rubin und Saphir aus dem Jahre 2003 herausgebracht wurde. In "Pokémon Sonne und Mond" steuern die Spieler_innen ihren eigenen Charakter durch ein brandneues Pokémon Abenteuer. In der Alola Region (welche Hawaii nachempfunden wurde) bestreiten sie die sogenannte „Inselwanderung“ und erkunden die vier Inseln der Region, fangen dort zahlreiche neue wilde Pokémon und nehmen an den Prüfungen der „Captains“ teil. Die Captains ersetzen die Arenaleiter der vorangeganenen Spiele der Reihe. Zusätzlich gibt es auf jeder Insel einen Inselkönig oder eine Inselkönigin, welche/r bezwungen werden muss, nachdem alle Prüfungen der Insel erfolgreich gemeistert wurden. Natürlich läuft diese Reise nicht ohne Zwischenfälle ab, doch welche diese sind, wird an dieser Stelle nicht verraten. Eine Pokémon Liga konnte auf den Inseln dieser kleinen Region noch nicht etabliert werden. Dies soll jedoch geändert werden! Wirst du vielleicht der erste Champ der Alola Region?

Pädagogische Beurteilung:
Die Charaktere
Die Entwickler_innen bemühen sich stets, vielseitige Charaktere in ihre Spiele einfließen zu lassen. Besonders in "Pokémon Sonne und Mond" merkten die Tester_innen positiv an, dass die Charatere alle einzigartig wären und dass es schön sei, mit Figuren konfrontiert zu sein, die von den gesellschaftlichen Normen abweichen. Diese Vielfalt gibt dem Spiel und der Alola Region seinen Charme. Weiterhin sind die Bewohner_innen zum größten Teil fröhlich, unbeschwert und haben stets einen Witz oder einen lustigen Spruch in petto. Aus pädagogischer Sicht ist diese Charaktervielalt sowie der gemeinsame Nenner der guten Laune ebenfalls positiv anzumerken, da sie den Spielenden Identifikationen ermöglicht und ein Abweichen von der gesellschaftlichen Norm legitimiert.

Einsteigerfreundlich
"Pokémon Sonne und Mond" ist besonders einsteigerfreundlich für Pokémon Neulinge, die das Spiel erst neu für sich entdeckt haben. Alle wichtigen Spielelemente werden in zahlreichen Tutorials erklärt. Zusätzlich dazu wurde eine neue Funktion eingebaut, die es den Spielenden ermöglicht, schneller mit den Typenwechselwirkungen im Kampfgeschehen vertraut zu werden. Die Typenwechselwirkungen sind essentzieller Bestandteil des Kampysystems: Feuer ist sehr effektiv gegenüber Pflanze, Pflanze ist sehr effektiv gegenüber Wasser und Wasser ist widerum sehr effektiv gegenüber Feuer. Allerdings gibt es mehr als diese drei Typen und oftmals besitzen Pokémon sogar einen Doppeltypen, weshalb es für Einsteiger oftmals schwierig ist, sich mit dem Kampfsystem vertraut zu machen. Hier haben sich die Entwickler_innen nun eine Lösung einfallen lassen: im Kampf wird unter jeder Attacke angezeigt, wie effektiv diese gegen den Typ des aktuellen gegnerischen Pokémon ist. So werden die Wechselwirkungen schneller gelernt. 

Neuerungen
Neben den Zusatzinformationen zu den Attackeneffektivitäten innerhalb des Kampfes, wurden noch zahlreiche weitere Neuerungen eingefügt. "Pokémon Sonne und Mond" ist die erste Pokémon Generation, in der es keine VM's (kurz für Versteckte Maschine) mehr gibt. VM's wurden in den Vorgänger Spielen benötigt, um an bestimmten Stellen im Spiel weiterzukommen. Zum Beispiel benötigten die Spielenden die VM Surfer, um Wasser überqueren zu können und einen neuen Abschnitt der jeweiligen Region erkunden zu können. Diese wurden ersetzt durch das sogenannte „PokéMobil“. Mit dem PokéMobil lassen sich Pokémon herbeirufen, mit denen sich die Spielfigur fortbewegen kann. Jedes Pokémon, welches mit dem PokéMobil herbeigerufen werden kann, hat zusätzlich seine eigene Aufgabe; z.B. lassen sich mit Tauross Felsen, die den Weg versperren, zertrümmern (ersetzt somit die VM Zertrümmerer). Positiv daran ist, dass die Spielenden nun jederzeit alle „VM's“ zur Hand haben. In den Vorgänger-Spielen mussten sie stets ein Pokémon, welches die entsprechende VM Attacke beherrschte, im Team mitnehmen, um an bestimmten Stellen weiterzukommen. Hatten die Spielenden nicht die benötigten Attacken dabei, mussten sie zum Pokémoncenter zurückkehren, um sich diese zu holen, was sehr mühsam war. Des Weiteren wurden die sogenannten "Z-Attacken" eingeführt. Ähnlich wie bei der „Mega-Entwicklung“ aus Omega Rubin und Alpha Saphir, gilt es verschiedene Steine zu sammeln und bei den Inselprüfungen zu gewinnen, um diese seinen Pokémon zum Tragen zu geben, damit diese eine spezielle Z-Attacke einsetzen können. Im Grunde ist die Z-Attacke eine besonders starke Attacke, bei der sich alle Werte des Pokémons erhöhen und die nur einmal pro Kampf eingesetzt werden kann.

Negatives
Leider wurden das Supertraining und die Massenbegegnungen, welche gelungene Neuerungen aus der X/Y Generation waren, wieder entfernt, was unsere Testergruppe sehr schade fand. Außerdem sind "Pokémon Sonne und Mond" sehr dialoglastig und linearer als vorangegangenen Pokémon Spiele. Ständig stießen die Spielenden auf Barrieren, die sie nicht passieren konnten, da sie eine Aufgabe noch nicht fertig gemacht hatten. Zusätzlich wurde ihnen auf der Karte angezeigt, wo sie als nächstes hingehen mussten; dies macht das Spiel zwar leichter, aber eben auch linearer und der Erkundungsdrang wird erheblich geschmälert, da sich die Spielenden so schnell nur noch auf den vorgegebenen Pfaden bewegen. Durch die zahlreichen und langen Dialoge sind gute Lesekompetenzen erforderlich, weshalb die jugendlichen Tester das Spiel auch erst für Spieler_innen ab 8 Jahren empfiehlt. Grundsätzlich kann das Kampfsystem für casual Gamer (also für Spieler_innen, die nicht eingefleischte Fans der Reihe sind und nur gelegentlich spielen) schnell monoton werden. Lediglich die Story des Spiels wertet dieses Problem auf, aber eben nur dann, wenn der Spieler oder die Spielerin sich mit dieser identifiziert.

Fazit:
Unserer Testergruppe hat das Spiel sehr gut gefallen; sie konnten sich mit den Charakteren und der Story identifizieren und auch Tester_innen, die noch nie ein Pokémon Spiel gespielt hatten, konnten sich durch die neuen Funktionen sowohl im Kampfsystem als auch in der Spielwelt selbst schnell zurrechtfinden. Aufgrund der hohen Leseanforderungen ist das Spiel für Spieler_innen ab 8 Jahren interessant. Grundsätzlich ist es jedoch auch für Jüngere geeignet, sofern diese bereits über gute Lesekenntnisse verfügen.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass