Pro Evolution Soccer 2012

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Konami
Erscheinungsjahr
2011.09
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo 3DS
System im Test
Playstation 3
Kurzbewertung
Gelungene Fußballsimulation, die in der grafischen Umsetzung überzeugt
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Cristiano Ronaldo von Real Madrid, portugiesischer Superstar und der Coverheld von Pro Evolution Soccer 2012, ist ohne Zweifel ein absoluter Topspieler ohne größere Schwächen auf dem Fußballfeld. Nichts desto trotz scheiden sich die Geister an ihm und es ist ihm bislang nicht so recht gelungen, aus dem Schatten seines großen Kontrahenten, dem beim FC Barcelona spielenden Lionel Messi, herauszutreten. Einen ähnlichen Zweikampf wie Ronaldo und Messi liefern sich auch seit mehreren Jahren die Spieleserien „Pro Evolution Soccer" und „FIFA". Als Laie möchte man meinen, dass es schon nicht so viele Unterschiede geben kann zwischen zwei Fußballsimulationen, doch die jeweiligen Anhänger der Spielehits würden an dieser Stelle vehement protestieren. Dennoch: beide Serien finden seit Jahren viele treue Anhänger, die das jährlich erscheinende Spiel kaufen. Eine Bewertung eines der beiden Spiele wird aber stets den Vergleich mit dem anderen Spiel einbeziehen müssen, zu groß sind die Gemeinsamkeiten. Vorab jedoch eins: beide Spiele sind absolute Top-Titel, letztendlich hängt eine Beurteilung, welches Spiel das bessere ist, aber von persönlichen Präferenzen ab.

Der Spieler hat verschiedene Spielmodi zur Auswahl. Der einfachste Modus ist das „Freundschaftsspiel". In diesem kann der Spieler entweder gegen einen Computergegner oder aber gegen einen Freund antreten. Darüber hinaus können die Freundschaftsspiele auch online, d.h. im Internet, ausgetragen werden. Im „Uefa Champions League"–Modus tritt der Spieler gegen die Crème de la Crème des europäischen Vereinsfußballs an und versucht, den begehrtesten europäischen Vereinswettbewerb für sich zu entscheiden. Ähnliches versucht der Spieler im „Copa Santander Libertadores". Jedoch stehen hier südamerikanische Mannschaften zur Verfügung. Im „Liga & Pokal"-Modus kann der Spieler – wie der Name schon sagt – in verschiedenen Ligen und Pokalwettbewerben antreten und versuchen, möglichst gute Ergebnisse zu erzielen. Darüber hinaus gibt es auch einen Trainingsmodus, der sich insbesondere für „PES 2012"–Anfänger eignet. Hier können Spielzüge ebenso geübt werden wie die Steuerung und Standardsituationen. Der insgesamt gesehen aber wohl attraktivste Modus ist die „Welt des Fußballs". Dieser unterteilt sich in die „Meister-Liga", den „Werde zur Legende"-Modus und den „Klub-Boss". In der Meister-Liga übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen Klub. Indem Spieler trainiert und eingekauft werden, soll sich das Team kontinuierlich entwickeln und so zu einem europäischen Top-Team werden, das im Idealfall einmal die Champions League gewinnt. Im Werde zur Legende-Modus erstellt der Spieler einen Fußballprofi und steuert diesen. Durch starke Leistungen im Spiel wächst das Ansehen und der Spieler bekommt Angebote von den großen Klubs. Ziel ist es, wie der Titel auch schon sagt, eine Legende auf dem Fußballplatz zu werden. Der Klub-Boss muss erst freigeschaltet werden. Anstatt selber die Spieler zu steuern ist der Spieler hier für die administrativen Aufgaben im Verein verantwortlich: Trainer einstellen, Sponsoren finden und somit den Verein in die richtige Richtung zu lenken.

Pädagogische Beurteilung:
Fehlende Lizenzen
Ein wesentlicher Kritikpunkt an PES 2012 sind sicherlich die fehlenden Lizenzen. Während PES 2012 6 nationale Ligen mit 100 original lizensierten Vereinsmannschaften und 80 Nationalmannschaften anbietet, übertrifft FIFA 12 diese Werte deutlich: 30 nationale Ligen mit 458 Vereinsmannschaften. Lediglich bei den Nationalteams bleibt PES vor den 42 Teams aus FIFA. Da dieses Problem der PES-Reihe allerdings kein Neues ist, gibt es hierfür allerdings eine Lösung: der Editier-Modus. Hier können die Namen der Spieler manuell angepasst werden. Zusätzlich können aus dem Internet sogenannte Patches heruntergeladen werden, die auch in PES 2012 die echten Teams und Spieler impliziert. Diese sind allerdings hauptsächlich von Privatpersonen erstellt worden, was grundsätzlich das Risiko eines Virendownloads offen lässt. Spielt man aber ohne Änderungen, kann schnell Frust aufkommen: „Ich finde das doof, weil mein Lieblingsverein nicht dabei ist. Zwar sind viele berühmte Spieler dabei, aber nicht alle." (Tester, 12) Bleibt also risikolose Variante für Kinder nur das manuelle Eingeben, was aber sehr zeitaufwendig ist.

Sehr detailreiche Grafik
Der Vergleich der Grafik fällt zu Gunsten von PES aus. Auch wenn die Macher von FIFA 12 eine durchaus sehr ansehnliche Optik erschaffen haben, so wirken die Spieler von PES 2012 fast so, als würde man nicht ein Spiel spielen, sondern eine Übertragung im Fernsehen anschauen. Diese Umsetzung ist wirklich aller Ehren wert!

Spielphysik nicht ganz so stark wie FIFA
Hinsichtlich der Spielphysik, also der Bewegungen der Spieler und des Balles auf dem Spielfeld, siegte bei den Spieletestern jedoch FIFA 12. Die Bewegungen wirken geschmeidiger, insbesondere im Zweikampfverhalten wirkt PES zwar realistisch, aber an die durch FIFA gesetzten Standards kommt es nicht heran.

bessere Laufwege
Dafür Punktet PES wieder bei den Laufwegen der Pixelkicker. Insbesondere die Mitspieler bewegen sich sehr intelligent auf dem Platz, so dass sich dem geübten Spieler stets Anspielmöglichkeiten bieten. So werden sogar präzise Angriffe über die Flügel möglich, Pässe in die Tiefe des Raums oder einfache Doppelpässe. Ein wahrer Genuss für Fußball-Ästhetiker.

zwei Spieler gleichzeitig Steuern
Insgesamt ist die Steuerung von PES 2012 sehr einfach zu erlernen. Jede der Controllertasten hat Funktionen zugewiesen, die schon nach wenigen Partien in Fleisch und Blut übergehen. Zusätzlich hat der Spieler aber die Möglichkeit, mit dem rechten Analogstick einen zweiten Spieler zu steuern. Neben dem Spieler, der im Ballbesitz ist, kann also ein Mannschaftkamerad die Linie runtergeschickt werden oder zum Doppelpass entgegenkommen. Allerdings ist dies alles andere als einfach und erfordert von den Kindern und Jugendlichen viel koordinative Fähigkeiten. „Ich finde es toll, dass es die Möglichkeit gibt. Aber ganz ehrlich: das ist mir zu schwer." (Tester, 12) Diese Möglichkeit richtig einsetzen zu können erfordert sicherlich einiges an Frustrationstoleranz von den jugendlichen Spielern, wird sie aber erstmal beherrscht, ist sie eine wirkungsvolle Waffe.

Werbung auf den Banden
Wie auch in FIFA 12 muss in PES 2012 die versteckte Werbung bemängelt werden. Auf den Banden finden sich Werbeslogans für verschiedene Firmen und Produkte. Man kann zwar argumentieren, dass dies zur Atmosphäre beitrage, weil es auch in echten Stadien Bandenwerbung gibt, aber Konsolenspiele funktionieren sicherlich auch ohne diese Beeinflussung oder mit fiktiven Produkten.

Fazit:
Pro Evolution Soccer 2012 ist ein tolles Sportspiel, das sich aber immer mit FIFA 12 messen lassen muss. Letztendlich ist es Geschmackssache, welches Spiel man besser findet. Objektiv beurteilt haben beide Spiele ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen. Die Stärke von PES 2012 sind sicherlich, neben der starken Grafik, die intelligenten Mitspieler. Schwächen bestehen dafür weiterhin in der nicht vorhandenen Lizenz. Auch die Spielphysik kann es nicht ganz mit der aus FIFA 12 aufnehmen. Die grundlegende Steuerung ist schnell erlernt, fordert aber schon ein wenig koordinative Fähigkeiten, weshalb erst Kinder ab einem Alter von 8 bis 9 Jahren damit klarkommen dürften.

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Spieletester
Ü12 Porz
Köln
Bewertung Spielspass