Pure

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Disney Interactive Studios
Erscheinungsjahr
2008.09
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Kurzbewertung
Gedränge am Start, Geschwindigkeit auf der Strecke und Stunts in der Luft
Gruppenleiter
Daniel Debray
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
"Ey Mann, geh' mir aus dem Weg, schluck meinen Staub und zieh' dir diesen Trick mal rein!" So in etwa klingt es, wenn man bei "Pure" mit einer der Spielfiguren ein Überholmanöver gewinnt, mit durchdrehenden Reifen Anlauf nimmt und einen atemberaubenden Stunt in schwindelerregenden Höhen vorführt. 
Mit verschiedenen Prototypen ("Dem Rocker", "Der Punkerin", "Dem Sunny-Boy", etc.) tüftelt der Spieler zuerst an seinem Quad (vierrädriges, motorradähnliches Motorvehikel) herum, mit dem er im Anschluss Rennen aus drei unterschiedlichen Kategorien (Sprint, Wettrennen, Freestyle) meistert, um zuletzt den Goldpokal der Welttournee in den Händen zu halten. Dies passiert auf immer anspruchsvoller werdenden Offroad-Strecken, die bekannten Orten wie New Mexico oder dem Gardasee nachempfunden sind und mit immer schneller werdenden Quads (4 Motorklassen). Spielprinzip ist es, durch halsbrecherische Stunts immer mehr Boost (Beschleunigung) zu bekommen, um letztlich alle Gegner abhängen zu können und das Rennen zu gewinnen. Die hierbei zur Verfügung stehenden Tricks werden immer spektakulärer und stehen absolut im Vordergrund.  
 

Pädagogische Beurteilung:
Es passiert äußerst selten, dass unsere Tester noch nie von dem zu testenden Spiel gehört haben und sich dann auch noch mehrere Stunden für eben jenes begeistern können; anders war es bei "Pure".
Auf eine lange Einführung im Vorfeld, Zwischensequenzen zu den Spielfiguren, oder eine theoretische Erklärung zur Steuerung wird hier verzichtet. Letztere wird dem Spieler peu a peu während des ersten Rennens gezeigt und veranschaulicht eindrucksvoll worum es in "Pure" geht: Das Stichwort ist Action! Allerdings ließen sich unsere Tester nicht direkt von der komplexen Steuerung überzeugen, was wiederrum der Action Einhalt gebot: 
"Am Anfang ist die Steuerung sehr schwierig, weil man viele Knöpfe drücken muss und oft durcheinander kommt. Man muss sich erst reinfinden, dann aber geht es immer besser!" (Tester, 13). Hatten unsere Tester dann aber herausgefunden, wie man den Controller bedienen muss, um beispielsweise möglichst hoch zu springen, konnten sie ihre Sinne auf andere Aspekte des Spiels konzentrieren: "Die Umgebung war sehr detailreich und die Stimmungen bei jeder Spielkarte unterschiedlich!" (Tester, 13). Dieser Tatsache verdankt "Pure" zu großen Teilen die Aufmerksamkeit unserer Tester. So gab es bei nahezu jedem Rennen neue Wege, Ecken und Abkürzungen zu entdecken, die dem Spieler nicht nur Vorteile verschafften, sondern auch dem ästhetischen Gespür gerecht wurden. 

"Der Soundtrack macht das Rennen zwar spannend und die Geräusche der Motoren hören sich echt an, die Rufe von den Fahrern nerven aber nach einer Zeit." (Tester, 14). Dieser Kommentar eines Testers spiegelt ziemlich genau wieder, wie sich "Pure" anhört. Obgleich das heillose Durcheinander von Hintergrundgeräuschen und "lässigen" Sprüchen Anfangs Eindruck hinterließ, führte es nach kurzer Zeit zu Stöhnern und genervten Blicken. Wiederholte einer der Spielfiguren einen Spruch zum zehnten Mal, wurde dies nicht mehr als lustig, sondern als langweilig angesehen. 
Trotzdem waren es der laute und hektische Sound, in Verbindung mit der sehr guten Graphik und dem schnellen Gameplay, die unseren Testern Adjektive wie "atemberaubend", "bombastisch", oder "aufregend" entlocken konnten. 

"Pure" konnte in unserer Gruppe für viel Spaß und Adrenalin sorge, das heillose Durcheinander könnte Spieler unter zehn Jahren allerdings überfordern. Der Spieler sollte sich, um Pure genießen zu können, intensiv mit der Steuerung auseinandersetzten und gerade zu Beginn seiner Renn-Karriere über die ein oder andere Frusterfahrung hinwegsehen können. Gerade solch eine intensive Auseinandersetzung mit den Spielelementen könnte jungen Spielern schwer fallen. 

Was die Tester bei "Pure" vergeblich suchten, war ein Mehrspielermodus im Split-Screen. Das Spiel lädt zwar online zum Spiel gegeneinander ein, mit einer Konsole, an einem Fernseher ist es jedoch unmöglich, seine Fähigkeiten im Rennen mit Freunden zu erproben. Unsere Tester ließen sich davon jedoch nicht beirren und gaben den Spielcontroller von Rennen zu Rennen ab, um immer neue Bestzeiten einzufahren und sich einen Platz auf dem Siegertreppchen zu sichern.  

Als wir das Spiel testeten, saßen vier Tester nebeneinander auf dem Sofa und es wurde während der Rennen lautstark diskutiert und angefeuert. Gerade auf schwer zu meisternden Strecken wurden die Wege bis auf kleinste Detail optimiert, um schließlich als Erster durch die Ziellinie zu fahren. Hierbei bedienten sich die einzelnen Tester der Tipps der anderen, die das Rennen schon erfolglos gefahren hatten, jedoch die Kniffe des Parcours kannten. Wurde ein Spezial-Trick gemeistert war der Jubel groß, was den Fahrer ermutigte immer gewagtere Stunts auszuprobieren. Genau diese Stimmung macht den pädagogischen Reiz von "Pure" aus. Das Spiel motiviert zum Spiel miteinander und kann hier mit immer neuen Herausforderungen locken. Zwar spielt immer nur ein Spieler im Wechsel, allerdings ist es viel lustiger, wenn dabei andere zuschauen, um Sprünge und Tricks zu würdigen. Außerdem spornt es an, zu sehen, wie andere Rennen gewinnen und besser werden.
"Pure" fördert und fordert von daher das Konzentrations- und Koordinationsvermögen des Spielers, weckt den Ehrgeiz und macht schlichtweg Laune. Zwar werden Stürze aus teilweise atemberaubenden Höhen gezeigt, dies passiert allerdings in einem gemäßigten Rahmen und lädt den Spieler nicht, wie bei anderen Spielen der Genres, dazu ein, sich absichtlich hinfallen zu lassen.
Alles in allem lassen sich aus dem Spiel zwar keine tiefgründigen Moralvorstellungen, Ansichten oder Hintergrundgeschichten ziehen, im Spiel miteinander macht es jedoch einfach sehr viel Spaß.

Fazit:
"Pure" ist ein graphisch anspruchsvolles, umfangreiches Rennspiel für Jugendliche ab zehn Jahren. Obgleich die Steuerung zu Beginn schwer zugänglich ist, entpuppt sie sich im späteren Spielverlauf als gut durchdacht. 
Obwohl es keinen Split-Screen-Modus gibt, ist es gerade das Spiel miteinander (das abwechselnde Fahren von Rennen) das unseren Testern Spaß gemacht hat und wo sie sich miteinander messen konnten. Auf übertriebene Unfalldarstellung verzichtet "Pure" gänzlich und auch die Spielinhalte fordern keine Beanstandung.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass