RACE Pro

Genre
Rennspiele
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Atari
Erscheinungsjahr
2009.02
Systeme
Xbox 360
System im Test
Xbox 360
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Realistische Autorennsimulation für echte Genrefans
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Die schwedischen PC-Rennsimulations-Spezialisten von SimBin kreierten mit RACE Pro ihr erstes Konsolenspiel, welches exklusiv auf der XBox 360 erschien. 48 Fahrzeugmodelle verteilen sich auf unterschiedlichste Rennklassen. Am Start sind dabei unter anderem, neben den offiziellen Tourenwagen Meisterschaften der WTCC, die Formel 3000, die Formula BMW und Markenpokale mit beispielsweise Audi R8`s oder aufgemotzten Minis. Bei Spielstart hat man Zugriff auf 13 lizenzierte Rennstrecken, die auch anspruchsvolle Städtekurse wie Macau, Pau und Porto beinhalten. Per Download können noch etliche zusätzliche Strecken entdeckt werden. Für Abwechslung scheint mehr als ausreichend gesorgt.
Einzelspieler erwartet ein klassischer Karrieremodus, in dem Fahrerverträge mit den jeweiligen Rennteams abgeschlossen werden. Primär geht es dabei natürlich darum Rennen zu gewinnen, denn nur durch gewonnene Pokale kann die teaminterne Kasse gefüllt und das eigene Auto getunt werden. Im Laufe des Spiels werden dadurch auch zusätzlich neue Rennboliden frei geschaltet. Fehlen dürfen natürlich auch die obligatorischen Spielmodi Zeitrennen, Practice und Championship nicht. Gegen jeweils bis zu 15 Kontrahenten muss man sich dabei durchsetzen. Online kann man gegen bis zu 12 Fahrer antreten. Im Mehrspielermodus agiert man in einem Hot-Seat-Modus, in dem man sich beim Fahren abwechselt. Ein Split-Screen-Modus wird bei RACE Pro nicht angeboten.

Pädagogische Beurteilung:

Angestrebter Realismus vs. Das schnelle Rennen zwischendurch
Mit einem klassischen XBox 360-Pad fährt sich RACE Pro äußerst anspruchsvoll, wobei man Fahrhilfen wie ABS, Stabilitäts- und Traktionskontrolle hinzuschalten kann. Durch eine dynamische Rennlinie soll einem nicht nur die Ideallinie näher gebracht werden, vielmehr soll durch Farbveränderungen angezeigt werden, wann man zu bremsen oder zu beschleunigen hat. Ohne Vorkenntnisse im entsprechenden Spielgenre entwickeln die farbenfrohen Fahrhilfen jedoch keinerlei Aussagekraft. Wie bei Rennsimulationen üblich entfaltet sich das wahre Fahrgefühl von RACE Pro jedoch mit Sicherheit erst mit einem entsprechenden Lenkrad. Ohne Lenkrad wirkt das Spiel mitunter "zu schwerfällig, zu langsam und zu ungelenk".
Der Spieleinsteig gestaltet sich nicht nur auf Grund der komplexen Steuerung schwierig. Bereits das als "unübersichtlich und durcheinander" bezeichnete Menü machte einen ordentlichen Einstieg schwierig. Entsprechend niedrig war die Motivation der Tester tiefer in das Spiel einzusteigen um unter Umständen schnellere Autos oder Strecken frei zu spielen.
Der als Hot-Seat bezeichnete Zweispieler-Kooperationsmodus ließ die Testerherzen ebenfalls nur kurzzeitig höher schlagen. Dabei wurde zwar die Idee an sich gemeinsam abwechselnd einen Wagen zu fahren durchaus anerkannt, jedoch steckte der Modus durch zu "kurze Fahrintervalle und mangelnde Einstellungsmöglichkeiten" erhebliche Kritik ein.
Mit den unterschiedlichen Kameraeinstellungen kann RACE Pro kaum punkten. Insbesondere die Einstellung im Auto vom Fahrersitz aus wurde als "zu dunkel und zu durcheinander" empfunden. Auch die Einstellung aus dem Auto auf die Straße weckte bei den Testern das Gefühl "direkt über der Straße zu kriechen".
Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen wurden ebenfalls mit mangelhaft bewertet. So stellte ein Sieg auf der niedrigsten Stufe kein großes Problem dar, jedoch bereits die nächste Stufe ließ die Stärke der vom Computer gesteuerten Wagen auf extremste Art ansteigen, so dass man an seinen Gegnern kaum vorbei kam. Einige der männlichen Tester sind von Rennspielen in der Regel sehr angetan, jedoch konnte RACE Pro als Spiel insgesamt kaum punkten. Insbesondere im Vergleich mit den Spielen aus der Need for Speed - Reihe schneidet es dabei Zitat: "extrem mies" ab.

Chrom, Felgen, Sound und Schick
Grafisch läuft das Spiel zwar durchaus flüssig, doch schafft man im Gegensatz zu einigen anderen vergleichbaren Rennspielen bzw. Rennsimulationen wie etwa Forza Motorsport 2 lediglich eine Framerate von 30 Bildern pro Sekunde. Gerade in Rennspielen ist jedoch eine höhere Bildrate von Vorteil, da sich ein vollkommen anderes Geschwindigkeitsgefühl dadurch einstellt. Wenn RACE Pro zumindest mit mehr grafischen Details protzen und damit Kompromisse eingehen müsste, wäre die doch recht langsame anmutende Spielgeschwindigkeit akzeptabel, jedoch sehen die Rennautos, -strecken und -kulissen nicht bedeutend besser aus wie Vorgängertitel bei bauähnlichen oder sogar älteren Konsolen. Vor allem grafische Mängel, die keinerlei Detailreichtum aufweisen und die als sehr langsam empfundene Spielgeschwindigkeit sorgten dabei für einen mangelhaften und äußerst kurzen Spielspaß. Ein Tester meinte gar: "Das Spiel ist mir zu realistisch, da kann ich mich auch gleich in einen Fahrsimulator setzen."
Der Sound besticht durch kernige und originalgetreue Motorenklänge, die dafür sorgen sollen den Spielerpuls zu beschleunigen.

Fazit:
RACE Pro ist ein etwas zu steril geratenes, sehr realistisches Rennspiel klassischer Machart, welches jedoch nicht so richtig auf Touren kommen will. Für echte Fans von Rennsimulationen eventuell einen Blick wert, jedoch sollten Gelegenheitsspieler und Genrefremde die Finger davon lassen

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Spieletester
Goethe-Gymnasium Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass