Resident Evil: Operation Raccoon City

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Capcom
Erscheinungsjahr
2012.03
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
Playstation 3
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Mittelmäßiger Survival-Shooter, der besonders im Mehrspieler-Modus überzeugt
Gruppenleiter
Niko Boßmann
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Bereits in ferner Vergangenheit machten sich die Menschen Gedanken darüber, was nach dem Tod passiert. Neben Romanen greift auch die Filmindustrie vermehrt apokalyptische Themen auf. Besonders beliebt ist beim Film das Genre der Zombiefilme, das mittlerweile absolut im Mainstream angekommen ist. Die "Resident Evil"-Reihe bietet hier direkt verschiedene Medienangebote zum Thema Zombiebedrohung. Mittlerweile gibt es neben zahlreichen weiteren Videospielen auch Romane, Comics und bislang fünf Spielfilme. Die Ursprünge liegen in einem 1996 erschienenen Videospiel, das 2015 in einer Remastered Edition neu aufgelegt wurde. 
Die Hintergrundgeschichte ist auch bei diesem Teil der Serie altbewährt: in Raccoon City, einer Stadt im mittleren Westen der USA, bricht ein Virus aus, der die Menschen in blutrünstige Zombies verwandelt. Die Rolle, in die Spielerinnen und Spieler schlüpfen, ist durchaus ungewöhnlich: gesteuert wird einer der Anti-Helden des U.S.S.-Teams (Umbrella Security Service), das die Hintergründe des Virus-Ausbruchs für die verantwortliche Umbrella Corporation verschleiern soll. Im Laufe des Spiels müssen ebenso Beweise vernichtet, wie Überlebende mundtot gemacht werden, damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Neben den zu erwartenden Zombies müssen auch mutierte Kreaturen (sogenannte B.O.W.s) und menschliche Gegenspieler bekämpft werden, um die Missionsziele erfolgreich abzuschließen. Zusätzlich zu der gängigen Story im Einzelspielermodus können die Missionen auch im Koop-Modus online gespielt werden. Bis zu 8 Spielerinnen und Spieler können an Netzwerkspielen teilnehmen.

Pädagogische Beurteilung:
Knallharte Action vs. verkürzte Hintergrundgeschichte
"Resident Evil" lebt als Serie von der Spannung und dem intensiv erlebten Überlebenskampf der Protagonisten. Diese Elemente sind unverkennbar auch in "Operation Raccoon City" zu finden. Zwar ist das primäre Ziel des U.S.S.-Teams die Verschleierung der Umstände der Katastrophe, nichts desto weniger ist die Umgebung in der Stadt so bedrohlich, dass es auch für Spielerinnen und Spieler ums nackte Überleben geht. Dies liegt hauptsächlich an zwei Faktoren: zunächst einmal kann die große Masse an Gegnern durchaus Probleme bereiten. Des Weiteren erweisen sich diese als äußerst widerstandsfähig. Während die „normalen“ Zombies noch mit relativ wenigen (Voll-) Treffern ausgeschaltet werden können, bedarf es für Endgegner und mutierte Kreaturen schon mehr Munition. Mit den schwächeren Waffen kann man teilweise mehrere Magazine verschießen, ohne sichtbare Wirkung zu erzielen - auch bei geringem Schwierigkeitsgrad. Die Kämpfe sind eindeutig der zentrale Bestandteil des Spiels, da die Hintergrundgeschichte doch insgesamt sehr kurz gehalten ist. Zwar wird diese in kurzen Videosequenzen vorangetrieben, zur Spielatmosphäre tragen diese kurzen Ausschnitte aber nur wenig bei. Im Spiel selbst beschränkt sich die Handlung auf kurze, stupide Dialoge. Das, was die Figuren von sich geben, wirkt teilweise sehr eingespielt und wenig authentisch. Der Spielspaß wird daher insbesondere durch die Kampfsequenzen erzeugt, die zwar durchaus gelungen sind, mit fortschreitender Spielzeit aber etwas monoton ablaufen.

Mehrspielermodus
In einer lebensfeindlichen Umgebung ist es gut, wenn man Mitstreiter auf seiner Seite hat. So werden der Spielfigur gleich drei weitere Charaktere zur Seite gestellt, die im Einzelspielermodus vom Computer gesteuert werden. Dies funktioniert leider nur mittelmäßig. Zwar feuern diese auch ihre Munition auf die Gegner ab, eine gemeinsame Vorgehensweise kann so aber nicht gelingen, da auch keine Taktiken abgesprochen werden können. Spielerinnen und Spieler sind mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Dies ist im Mehrspielermodus mit Freunden deutlich besser durchdacht. Heilungssprays können hier beispielsweise deutlich effektiver eingesetzt werden, wenn alle verletzten Teammitglieder von ihnen profitieren können. Auch eine gemeinsame Angriffsstrategie kann so effizienter ausgearbeitet werden. Der Mehrspielermodus stellt für das Spiel daher einen deutlichen Mehrwert dar.

Kostenpflichtige Downloads für Erweiterungen
Der Schwierigkeitsgrad kann - wie bereits angesprochen - insbesondere Anfänger vor Probleme stellen. Aber selbst wenn einzelne Level beziehungsweise Spielsituationen mehrere Versuche benötigen, ist "Resident Evil: Operation Raccoon City" doch ein eher kurzweiliges Spiel, wenn auch mit unerwarteten Höhepunkten. Positiv zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Referenzen zu anderen Videospielen der beliebten Reihe. Spielerinnen und Spieler, die sich in der Serie gut auskennen, werden mit diesen teilweise subtil eingebauten Querverweisen durchaus Spaß haben und können ganz in das "Resident Evil"-Universum abtauchen. Wesentlich auf die Spielzeit auswirken können sich diese Sequenzen freilich nicht. In diesem Zusammenhang ist ein zweischneidiger Aspekt zu erwähnen: die Spielzeit kann nämlich durchaus deutlich verlängert werden. Im Online-Store kann eine ganze Kampagne heruntergeladen werden. Der Nachteil ist allerdings, dass diese Kampagne einen stolzen Preis hat. Knapp unter 20 Euro werden für das Herunterladen fällig. Zugegebenermaßen ist eine solche Geschäftspraktik immer häufiger der Fall - gut finden muss man das aber trotzdem nicht.

Fazit
"Resident Evil: Operation Raccoon City" ist ein eher mittelmäßiger Survival-Shooter. Das Spiel bietet kurzweiligen Spielspaß, der allerdings aufgrund einer sehr seichten Hintergrundgeschichte deutlich an Tiefe vermissen lässt. Hieran können auch die positiv zu nennenden Querverweise nichts ändern. Der Multiplayermodus lohnt sich da schon mehr. Mit anderen Mitspielerinnen und Mitspielern macht das Spiel deutlich mehr Spaß als alleine. Schade, dass dies ausschließlich übers Netzwerk möglich ist. Aufgrund der Gewaltdarstellungen des Spielgeschehens ist die Freigabe ab 18 absolut folgerichtig.