Shadow of the Colossus

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Sony
Erscheinungsjahr
2006.02
Systeme
Playstation 2, Playstation 3
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
düsteres, filmähnliches Action-Adventure mit Jump&Run-Elementen
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Spieler, die Lust haben, sich auf eine tiefergehende Geschichte einzulassen und auf Action verzichten können
Sprache
kaum Sprache, deutsche Untertitel
Grafik
in die Jahre gekommene Grafik, die PS3-Version wurde grafisch überarbeitet
Sound
melancholischer Soundtrack, spannende Musik bei den Kämpfen

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Protagonist Wanda und sein Pferd
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geduld, Hand-Augen-Koordination
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
moralische Themen, melancholische und isolierte Atmosphäre
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4
Siehe auch

Spielbeschreibung:
In einer realistisch angehauchten Fantasiewelt macht sich der Held Wanda mit seinem Pferd Agro auf den Weg zu einem mysteriösen Tempel, auf dessen Altar seine tote Geliebte aufgebahrt ist. Um sie wieder zum Leben zu erwecken, muss er sechzehn Kolosse (eine Art Riesen) aufspüren und besiegen. Diese findet Wanda mit Hilfe seines Schwertes, das ähnlich wie ein Kompass funktioniert und die Richtung anzeigt, wo sich der nächste Koloss aufhält. Dabei durchstreift er mit seinem Pferd unendliche, menschenleere Landschaften. Trifft er auf einen Koloss, gilt es zunächst dessen einzige verwundbare Stelle ausfindig zu machen, um ihn dann mit dem Schwert gezielt zu besiegen.

Pädagogische Beurteilung:
In dem mit Jump&Run-Elementen ausgestatteten Abenteuerspiel ist der Held völlig auf sich alleine gestellt. Es gibt nur ihn, sein treues und eigensinniges Pferd und die Kolosse, ansonsten ist die gesamte Spielwelt menschen- bzw. figurenleer. Die realistisch angehauchte Fantasiewelt ist liebevoll, aber düster gestaltet und wird vom Wechsel grüner saftiger Wiesen bis hin zu modrigen, im Nebel versunkenen Tälern bestimmt. Vor allem beim Ritt durch die Landschaften unterstützt die filmähnliche Darstellung den Spannungsbogen.
Das Pferd wartet nicht nur mit einer naturgetreuen, eigenwilligen Steuerung auf, die ein wenig Übung auf Seiten des Spielers verlangt, sondern warnt, hilft und beschützt Wanda durch geschickte Ablenkungsmanöver beim Kampf gegen Kolosse und andere Gefahren. Trifft der Spieler auf einen Gegner, so ist die verwundbare Stelle mit erneuter Hilfe seines Schwertes zwar schnell gefunden, jedoch steht er dann vor der schwierigen Aufgabe, den Koloss zu erklimmen und herauszufinden, wie er im Kampf diese Stelle treffen kann. Hier sind Geschicklichkeit, Taktik und Mut zum ausprobieren gleichermaßen gefragt. Die Kämpfe erinnern an die in Jump&Run-Spielen üblichen Level-Endgegner, die zunächst geschwächt werden müssen, indem man ihnen Fallen stellt, ablenkt oder sie aus der Ferne mit Pfeil und Bogen beschießt, um sie dann im eigentlichen Hauptkampf besiegen zu können. Dies ist leichter gesagt, als getan. Denn der Spieler muss während des Kampfes seine Energiereserven ständig im Auge behalten. Tut er dies nicht, stürzt die Spielfigur ab und kann einen erneuten Angriffsversuch nur dann starten, wenn sie sich vom Gegner entfernt, eine kurze Verschnaufpause einlegt und so neue Energien sammelt. In diesen Spielsituationen konnten die Jugendlichen lernen, dass es oft sinnvoll sein kann, eine unübersichtlich werdende Situation zu verlassen, um mit der notwendigen Distanz die aktuelle Problemlage zu analysieren und mit den hieraus gewonnenen Erkenntnissen neu anzugehen.
Von Gegner zu Gegner steigert sich der Schwierigkeitsgrad. Die Wege werden immer verzweigter, der Strahl des Schwertkompasses zeigt plötzlich mitten in einen Berg hinein oder ist bei Schatten gar nicht mehr auszumachen. Wanda muss Höhleneingänge finden, im Wasser schwimmen und tauchen, große Sprünge bewältigen und auch das Erklimmen der Kolosse birgt immer schwierigere Rätsel. So gestaltet sich bereits die Suche nach dem Gegner zu einem Abenteuer, was nur mit Ausdauer und Geduld zu meistern ist. Bei den Mädchen und Jungen unter 14 Jahren fand das Abenteuer so auch nur bedingt Anklang. Sie fühlten sich durch den andauernden Spannungsbogen überfordert und brachten nicht genügend Geduld mit: „Oh… immer nur rumreiten, wann kommt denn endlich der nächste Koloss?“. Ältere Jugendliche ab 16 Jahren waren da schon mehr begeistert und neugierig das Ende der Geschichte zu erfahren. Sie empfanden das Spiel so spannend, wie einen guten „Actionfilm“, wobei die filmähnliche Kameraführung große Zustimmung erhielt.

Fazit:
Shadow of the Colossus kann nur von einem Spieler gespielt werden. Das filmähnliche Ambiente sorgte in unseren Spieletests aber für jede Menge Zuschauer. Kam ein Spieler bei einem Koloss einmal nicht weiter oder hatte er keine Idee, wie er ihn besiegen konnte, kam es auch schon mal vor, dass Spieler und Zuschauer die Plätze tauschten. So entstand selten Frust und Misserfolg, zumal in schwierigen Spielphasen zusätzlich die Möglichkeit des Zwischenspeicherns bestand.