Song of the Deep

Genre
Action-Adventure
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Insomniac/Gamestop
Erscheinungsjahr
2016.07
Systeme
PC, Playstation 4, Xbox One
System im Test
Playstation 4
Homepage des Spiels
Hinweis(e)
Downloadtitel. Disk Version nur bei GameStop erhältlich
Kurzbewertung
Sehr liebevoll gezeichnetes Unterwasserabenteuer, das mit kniffligen Rätseln fordert.
Zusatzinformationen ausklappen
Interessant für
Entdeckungs- und rätselaffine Spieler
Sprache
Englisch mit deutschen Untertiteln
Grafik
Schöne, im Stil von Kinderbüchern gezeichnete Grafik
Sound
Stimmungsvolle Hintergrundmusik

Steuerung
einfach
komplex
Anforderungen
einfach
schwer
Zeitaufwand
gering
hoch
Spielwelt
linear
offen

Indentifikationsfiguren
Junges Mädchen als Heldenfigur
Mehrspielermodus
nicht vorhanden
Spielforderungen
Geschicklichkeit und logisches Denken
Zusatzkosten
nicht vorhanden
Problematische Aspekte
Rätsel sind teilweise anspruchsvoll knifflig
Autor
Kadir Yilanci
Einzeltest
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Spielbeschreibung:
Das Mädchen Merryn begibt sich in einem selbstgebauten Mini-U-Boot in die tiefe und geheimnisvolle Welt des Ozeans, um ihren verschollenen Vater zu finden, der nach einem Fischfang leider nicht wieder zurückgekehrt ist.

Pädagogische Beurteilung:
Spannendes Spielprinzip
Im Kern ist „Song of the Deep“ ein Action-Adventure, in dem Gebiete erkundet, Rätsel gelösta und gekämpft werden muss. Besonders ist jedoch, dass bestimmte Areale noch nicht erkundet und auch Rätsel nicht gelöst werden können, weil ein passendes Artefakt, Technologie oder auch Fähigkeit noch gefunden oder erworben werden muss. Beispielsweise wird der Turboantrieb des U-Boots schnell heiß und versagt seinen Dienst. Um aber auch gegen Strömungen antauchen zu können, ist ein Meerwasserkühler notwendig, der bei der großen roten Krabbe, dem lokalen Technik-Dealer, erworben werden kann. Dafür müssen allerdings Golddukaten oder versunkene Schätze gefunden werden. Es gibt zudem Bereiche, deren Barrieren erst mit der richtigen Waffe freigeschossen werden können. Ganz besondere Waffen bzw. Fähigkeiten erarbeiten sich die Spieler bei einem Levelboss oder durch das Lösen eines der zahlreichen anspruchsvollen Rätsel.

Zwischendurch werden Tiefseeungeheuer und gefährliche Starkstromquallen mit ausfahrbarer Kralle und Torpedos bekämpft. Diese Auseinandersetzungen wirken aufgrund der 2D-Darstellung und der Distanz zum Geschehen allerdings eher harmlos. Der Fokus liegt auf dem Erkunden der riesigen Unterwasserwelt und vor allem auf dem Lösen der teilweise mehrstufigen Rätsel, die zusätzlich mit Geschicklichkeitsaufgaben kombiniert sind. Diese sind knifflig umgesetzt und fordern den Spielenden einiges an Kombinationsgabe ab. So müssen Spiegel so verstellt werden, dass Sonnenstrahlen, die mit einem Prisma in die Grundfarben aufgespaltet wurden, auf den passenden Bereich gelenkt werden. Das ist gar nicht so einfach und kann durchaus zu frustrierenden Situationen führen. Inhaltlich ist das Spiel für Kinder ab 6 Jahren geeignet, sofern eine Unterstützung dabei ist, die die deutschen Texte der tollen englischen Stimme vorliest und übersetzt. Spielerisch sind die ersten drei Stunden auch selbstständig machbar, da es hier recht behutsam und ruhig zugeht. Doch spätestens beim ersten Levelboss wird das Spiel deutlich anspruchsvoller, daher eine pädagogische Empfehlung für Kinder ab 10 Jahren. „Song of the Deep“ eignet sich sehr gut für das Spielen zu zweit, da es doppelten Spaß macht, die kniffligen Rätsel gemeinsam zu lösen.

Unbespieltes Setting
„Song of the Deep“ handelt von einer wunderschön animierten und riesigen Unterwasserwelt. Überall kreucht und fleucht es von zahlreichen Unterwasserbewohnern. Schwärme von Fischen umtanzen das kleine U-Boot, leuchtende Unterwasserpflanzen und Korallen verzieren die Umgebung, im Hintergrund ziehen Wale, Schildkröten und große Haie majestätisch ihre Bahnen und erzeugen nebenbei die räumliche Tiefe des Meeres. Alte Gebäude und Maschinen sind Hinterlassenschaften einer untergegangenen Hochkultur. Hier sind Vergleiche zur sagenumwobenen Atlantis-Legende erkennbar. Auch bei der Wasserphysik haben die Entwickler von Insomniac Games tolle Arbeit geleistet. Beschleunigung und Trägheit des U-Boots, aber auch die Bewegung anderer Gegenstände, sind an die Wasserumgebung angepasst. So reagiert beispielsweise das U-Boot auf Beschleunigung und Bremsen leicht verzögert. Zusammen mit der sehr schönen Musikuntermalung erzeugt „Song in the Deep“ eine spannende und stimmige Unterwasserwelt, die großen Spaß macht, erkundet zu werden. Teilweise mutet das Spiel fast meditativ an, wie ein riesiges frei befahrbares Meeresaquarium.

Mädchen als Spielheldinnen
Seltenheitswert hat die Besetzung der Hauptrolle mit einem jungen Mädchen, welches sich zudem in einem eher mit Jungs assoziierten Setting von Technik und Abenteuerlust begibt. Merryn baut das U-Boot und begibt sich auf die gefahrvolle Reise, um ihren Vater zu finden. Das alleine dient schon als nicht zu unterschätzende Vorbildfunktion und nebenbei erzeugt die junge Heldin mit ihrer hehren Aufgabe Empathie bei den Spielenden. Diese emotionale Verbindung wird im Laufe des Spiels noch verstärkt, wenn Merryn eine Taucherausrüstung bekommt, sodass sie das U-Boot verlassen kann und Spielenden sicht- und spielbar wird. Neben weiteren spielerischen Änderungen - Spielende können nun weitere Bereiche erreichen und Rätsel lösen - sorgt dieser Perspektivwechsel für eine noch größere Empathie mit der Heldin und somit für ein tieferes Eintauchen in diese geheimnisvolle und wunderschöne Unterwasserwelt.

Fazit:
„Song of the Deep“ kann gleichsam Jung und Alt mit der oft unbespielten Meereswelt unterhalten und sorgt mit seinem anderen Konzept für spannende Stunden unter Wasser. Es macht Spaß diese Welt zu erforschen und neue Bereiche zu entdecken. Die tollen Rätsel sind knifflig, motivierend, fördern und fordern Kombinationsgabe und die Hand-Auge-Koordination. Kinder ab 6 Jahren kommen die ersten drei Stunden des Spiels zurecht, danach steigt der Schwierigkeitsgrad deutlich an, doch für Kids ab 10 Jahren sollten die bunten Herausforderungen zu bewältigen sein.