Speed Racer: The Videogame

Genre
Rennspiele
USK
ab 6 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Warner Bros.
Erscheinungsjahr
2008.05
Systeme
Playstation 2, Wii, Nintendo DS
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Technisch grundsolider, leicht aus der Zeit gefallener Future-Racer
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
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Spielbeschreibung:
"Speed Racer: The Videogame" erschien pünktlich zum Kinostart der gleichnamigen Realverfilmung der nicht nur in Japan populären Animeserie aus den 60er-Jahren. Warner Bros. verzichtet dabei etwas überraschend komplett auf die Hintergrundgeschichte der Filmadaption. So gelangt man direkt nach einem Intro ins Hauptmenü. Wie es sich für einen klassischen Future-Racer (wie zum Beispiel F-Zero oder WipEout) gehört, hat man nun im Einzel- und Mehrspielermodus die Auswahl zwischen schnellen Einzelrennen, Zeitfahren und einer Meisterschaft. Schnell noch einen der, aus der Film- bzw. Serienvorlage bekannten, 19 verschiedenen Charaktere samt zugehörigem Rennwagen auswählen, die Rennklasse, d.h. den Schwierigkeitsgrad, bestimmen und das Spiel kann beginnen.

Pädagogische Beurteilung:
Immer geradeaus
Wie mittlerweile bei vielen Rennspielen für Nintendos Wii üblich, wird "Speed Racer" mit quer gehaltener Wii-Remote Fernbedienung gesteuert. Die Wii-Remote fungiert dabei als Lenkrad. Neigungen lassen die futuristischen Rennboliden nach rechts und links bewegen, in die Höhe springen oder bei ruckartigen Bewegungen zur Seite rutschen, um die Gegner zu verdrängen oder diese an die Bande zu quetschen. Mit dem Steuerkreuz lassen sich weitere Angriffe auf die Gegner vollführen. Gelingt ein Angriff, wird die Boost- bzw. Energie-Leiste nach und nach aufgefüllt, so dass man die Möglichkeit hat, mittels Turbo noch schneller über die Piste zu düsen.

Klingt einfach?!
...ist es aber zumindest für einen Großteil der 8-10 jährigen Tester nicht. Mitunter neigen jüngere Spieler dazu, das Lenkrad etwas zu hastig zu bewegen. Dies wiederum hat beim Geschwindigkeitsrenner den unerwünschten Effekt, dass der gesteuerte Flitzer das ein oder andere Mal selbst gegen die Streckenbegrenzung knallt. Selbst bei rennaffineren Gruppenmitgliedern ließ sich, aufgrund der durchaus rasanten Geschwindigkeit des Spiels, ähnliches beobachten. Auch das im Grunde gelungene Tutorial, erzielte beim Test keine nachhaltige Verbesserung des Fahrvermögens der einzelnen Tester.

Rasende Wahrnehmung
Schnelle elektronische Musik, vorbeirasende, quietschbunte und teils psychedelisch angehauchte Streckenabschnitte mit allerlei futuristischen Statuen und Bauten im Stil der Stadt Las Vegas sorgen für eine durchaus gelungene Atmosphäre. Insbesondere Fans oder zumindest Kenner des Films oder der Serie kommen dabei voll auf ihre Kosten. Auch Kenner von ähnlich gearteten Future-Racern dürften an der audiovisuellen Umsetzung nicht viel zu meckern haben, wenngleich man, wie bei Wii-Spielen meist gewohnt, grafische Details vergeblich sucht. Dennoch konnte "Speed Racer" im Test die Gruppe zu keinem Zeitpunkt packen oder gar begeistern. Die Kinder kannten die Film- oder gar die Serienvorlage nicht und auch mit dem Geschwindigkeitsrausch an sich konnten sie wenig anfangen.

„Immer das Gleiche!“
Gerade der letzte Punkt wirkte sich dabei negativ auf die ohnehin spärlich gesäten langzeitmotivierenden Elemente des Spiels aus. Die Tester zeigten sich unbeeindruckt davon den Siegplatz bei Meisterschaftsrennen zu ergattern oder die eigene Zeit bei bestimmten Streckenabschnitten zu schlagen. Der mangelnde Online- und Story-Modus fiel beim Test aber nicht so sehr ins Gewicht, vielmehr wurde die fortwährende Gleichheit des Geschehens immens kritisiert. So hat man beispielsweise die Wahl zwischen 19 Fahrern und ihren Wagen. Jeder Wagen hat dabei jeweils individuelle Fahreigenschaften. So weit so gut, nur leider ist davon im Spiel wenig bis nichts zu spüren. Der Mangel an Abwechslungsreichtum im Spiel selbst - seien es die erwähnten mit identischen Fahrzeugeigenschaften ausgestatteten Flitzer, die wenig abwechslungsreichen und wenig ausgeklügelten Strecken oder die letztlich dann doch monoton wirkende akustische Beschallung - lässt letztlich erhebliche Zweifel aufkommen, ob "Speed Racer" auch für Fans des Genres oder der Vorlage mehr sein kann, als ein Spiel für zwischendurch.

„Ab wie viel Jahren?“
„Puh, vielleicht ab 40 oder so?“, „Wie alt bist du denn?“ - selten fiel es den Testern der Gruppe so schwer, ein Spiel hinsichtlich der pädagogischen Altersfreigabe zu beurteilen. Bezüglich der meisten Kategorien, wie beispielsweise Gewaltanteil oder Lesekenntnisse, folgten die Tester der Einschätzung der USK das Spiel ab sechs Jahren freizugeben. Hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades ging die Meinung jedoch weit auseinander. Gerade die Rennspiel-Fans plädierten für eine Freigabe ab acht, da man das „bestimmt mit ein bisschen Übung auf die Reihe kriegt“ (Zitat Tester). Laien hingegen plädierten für eine Freigabe ab zehn oder gar zwölf Jahren, da das Spiel für sie ja „viel zu schwer ist“ (Zitat Tester). Auf den Spielspaß bezogen plädierte die Gruppe hingegen nahezu einstimmig für eine Freigabe ab zwölf Jahren oder älter, da man schon „ein Auto- oder Raumschiff-Nerd sein muss, um das richtig gut zu finden“ (Zitat Tester).

Fazit:
"Speed Racer: The Videogame" konnte heutige Grundschüler nicht mehr begeistern. Zwar gelingt es Warner Bros. sich von der Vorlage zu lösen und einen in jeder Hinsicht grundsoliden Future-Racer im Stile alter Klassiker des Genres abzuliefern. Leider verbinden die jungen Tester mit der Vorlage und dem Genre allerdings nur wenig. Future-Racer sind zu einer Zeit entwickelt worden, in denen die Fähigkeiten einer Konsole einen rasenden, aber dennoch flüssigen Hintergrund darzustellen, revolutionär waren. Es mag auch heute noch futuristische Renntitel geben, welche die technischen Errungenschaften einer Konsole hervorheben, "Speed Racer" für die Wii gehört aber leider nicht dazu.

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Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass