Sports Island 2

Genre
Sport
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Konami
Erscheinungsjahr
2009.05
Systeme
Wii
System im Test
Wii
Kurzbewertung
Vor allem für jüngere Spieler geeignete leicht zugängliche Sportspielesammlung
Gruppenleiter
Koray Çoban
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Mit "Sports Island 2" schicken die Spielentwickler Konami und Hudson Soft eine weitere Sammlung von Minisportspielen für die Wii ins Rennen. Wie der Name bereits verrät ist "Sports Island 2" die Fortsetzung von "Sports Island", welches sich weltweit über beachtliche zwei Millionen Mal verkaufte.
Eine Sammlung von Minisportspielen ist stark abhängig von der Anzahl und vom Abwechslungsreichtum der jeweils integrierten Sportarten. Zehn vermeintlich neue und teilweise exotisch anmutende Disziplinen schafften es in die finale Version des zweiten Teils des ‚sportlichen Eilands’ - analog zum direkten Vorgänger. Aber nicht nur die Anzahl der Disziplinen weist deutliche Parallelen der beiden Ableger auf, auch bei den Sportarten selbst macht sich schnell ein Déjà-vu’-Erlebnis breit. Zwar lauten die Sportarten nun etwa Eishockey, Tennis, Boule, Darts, Völkerball oder Motorradrennen, doch im Grunde hat sich bis auf die Namen und diverse Änderungen bezüglich der Ausübungsstätte gar nicht so viel geändert. So gab es beispielsweise bei der Vorgängerversion ein Kartspiel, nun gibt es analog Motorradrennen. Beim ersten Teil gab es Bogenschießen, nun gibt es ein leicht abgewandeltes Dartspiel. Beim Vorgänger gab es Fußball, nun soll man sich im Eisstadion beim Eishockey austoben. Prinzipiell wäre dies natürlich nicht weiter erwähnenswert, doch alle gemeinsam haben das Problem, zumindest für Besitzer von "Sports Island", das sie sich absolut identisch zum Pendant der jeweils anderen Version spielen – oder anders formuliert: eine Weiterentwicklung in einem Sequel scheint an dieser Stelle einfach zu viel verlangt.
Nichtsdestotrotz bietet "Sports Island 2" durchaus eine gewisse Abwechslung, vor allem natürlich für alle, die den Vorgänger nicht kennen. Dies trifft insbesondere ohne Abstriche auf die integrierten Spielmodi zu. Jede Sportart kann als Einzelspieler im ‚Freiem Spiel’, in einem Liga-Modus, über ein Turnier oder im Herausforderungsmodus gespielt werden. Im Multiplayerbereich wird leider kurzerhand auf ein Online-Feature komplett verzichtet, aber immerhin kann dieser dann von insgesamt vier Spielern genutzt werden, übrigens nicht nur in einem simplen ‚Versus’, sondern eben auch in Turnieren gegeneinander oder gemeinsam gegen den Computer.

Pädagogische Beurteilung:

Grobe Steuerung
„Was soll ich den jetzt machen?“, „Der reagiert überhaupt nicht, so wie ich es wollte!“, so oder so ähnliche Reaktionen riefen die einzelnen Disziplinen in unserer Testergruppe hervor. Grund dafür war, wie recht häufig bei zeitweise arg lieblosen Spielesammlungen für die Wii, erneut eine misslungene Steuerung per Nunchuck und Wii-Remote. Viel zu oft werden Bewegungen stark verzögert im Spiel umgesetzt oder von den Bewegungssensoren sogar komplett missachtet. Allerdings muss man an dieser Stelle der Fairness halber erwähnen, dass dieses häufig auftretende Manko bei "Sports Island 2" nicht gar so stark ins Gewicht fällt wie bei anderen Titeln gleicher oder ähnlicher Machart.
Egal, ob Tennis, Kendo, Völkerball oder Boule; die Bewegungen sind größtenteils eigentlich nicht allzu kompliziert und verzeihen dadurch dann doch in gewissen Grenzen die fehlende Präzision der Steuerung. Dieser Ausgleich ist aber gleichzeitig auch ein weiterer Kritikpunkt, denn sämtliche Disziplinen sind nicht gerade herausfordernd oder gar komplex aufgebaut. Zudem wie erwähnt die Sportarten sich stark am Vorgänger orientieren. Jüngere Wii-Besitzer werden sich hingegen wahrscheinlich über die leichte Zugänglichkeit freuen, wobei man ohne des Lesens mächtig zu sein bzw. ohne fremde Hilfe einige Versuche benötigen wird um die Steuerung der einzelnen Disziplinen entsprechend umzusetzen. Insbesondere auf Grund dieser Tatsache war man sich in unserer Gruppe einig, dass man zumindest die erste Klasse hinter sich haben sollte, um das Spiel ‚richtig’ zu spielen.

Buntes Wirrwarr
Grafisch bekommt man einerseits wirklich gelungene, äußerst liebevolle Animationen und einige hübsche Effekte, wie zum Beispiel die Wasserspiegelungen beim Synchronschwimmen präsentiert. Dann wiederum ärgert man sich über doch arg trostlos aufgebaute Schauplätze und eine recht biedere Optik, wie etwa beim stark künstlich wirkenden Schnee auf der Buckelpiste. Die beinahe an jeder Sportstätte aufzufindende und zeitweise wirklich nervige Werbung auf diversen Bannern und Banden, trägt nur bedingt dazu bei den Anblick des Spiels zu genießen. Akustisch präsentiert sich das Spiel hingegen auf einem wirklichen schwachen Niveau. Belanglose Dauerdudelmusik mischt sich mit mickrigen Soundeffekten. Gerade die Soundeffekte sind dermaßen schwach, dass einem beispielsweise das Motorgeräusch eines alten Trabanten näher an einem motorsportspezifischen ‚Gegröle’ erscheint, als die im Spiel vorgesetzten Geräusche beim Motorradrennen.
„Synchronschwimmen macht voll Bock, ey!“
Trotz aller festgestellten Mankos fiel das Urteil in unserer Testergruppe milde aus, zum einen natürlich ob der exotischen Spiele und zum anderen aufgrund der leichten Zugänglichkeit der Spiele. In der Tat muss man festhalten, dass "Sports Island 2" durchaus für den einen oder anderen unterhaltsamen Spielnachmittag sorgen kann. So oft wird man Kinder nicht stundenlang begeistert beim vermeintlichen ‚Rentnerspiel’ Boule antreffen und noch weniger wird man sie wahrscheinlich genüsslich beim Synchronschwimmen vermuten. Die aus der Reihe tanzenden Disziplinen, so muss man festhalten, sind insbesondere durch die Unkenntnis der jeweiligen Disziplin wohl auch das größte Plus von "Sports Island 2". Will man hingegen allseits bekannte Sportarten wie etwa Eishockey oder Dart spielen, sollte man doch eher zu den entsprechenden Titeln tendieren, die sich intensiv mit eben dieser einen Sportart auseinandersetzen. Deren Umsetzung auf der „sportlichen Insel“ sind schlicht zu lieblos, so dass sich die Entwickler wohl gedacht haben, wenn sie schon die Steuerung der einzelnen Disziplinen eins zu eins vom Vorgänger übernehmen, können sie auch direkt die Spielregeln und -länge beibehalten. Besonders gravierend tritt dies dann beim fußballerischen Eishockey zu Tage, welches „ja eigentlich in echt drei Drittel und keine zwei“ hat.

Fazit:
Halbgar wirkende, zusammengeschusterte Sammlung von Minisportspielen, die aufgrund der ungenauen Bewegungserkennung und des mangelnden Anspruchs einige Wünsche offen lässt. Ohne Kenntnis vom Vorgängerspiel kann bei "Sports Island 2" vor allem für jüngere Wii-Spieler und für so genannte ‚Partyspieler’ jedoch durch die exotische Sportauswahl und die abwechslungsreichen Spielmodi eine zeitlang Freude aufkommen.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Ü8 Elsa-Brandström-Schule Düsseldorf
Düsseldorf
Bewertung Spielspass