The Elder Scrolls IV: Oblivion

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Bethesda Softworks
Erscheinungsjahr
2006.03
Systeme
PC, Playstation 3, Xbox 360
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Komplexes Fantasy-Rollenspiel mit toller Grafik
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Beschreibung
Als Fortsetzung der Rollenspielreihe "Elder Scrolls" spielt auch Oblivion in der Fantasy-Welt von Morrowind. In dem klassischen MMORPG wird der Spieler vom Kaiser mit der Mission betraut, Morrowind vor dem Fürsten der Zerstörung zu retten. Schritt für Schritt führen Einzelmissionen den Spieler entlang des eigentlichen Handlungsstranges. Hinzu kommen Nebenhandlungen, in denen Charakterfähigkeiten wie Kampf oder Zauberei verbessert werden können.

Beurteilung
Von Begin an kann der Spieler das Aussehen seines Charakters frei gestalten, wovon die jugendlichen Tester begeistern waren. Es wird das Gefühl vermittelt, in die Formgebung des Spiels mit einbezogen zu werden. Die rollenspieltypische Steuerung via Maus und Tastatur wird zum Spieleinstieg klar erklärt. Eine Anleitung illustriert zusätzlich detailreich alle im Spiel verwendbaren Kontrollbefehle. Gespielt wird entweder aus der Ich-Perspektive oder aus Sicht einer Verfolgerkamera. Die Grafikdarstellung des Spiels ist im Vergleich zum Vorgänger klar verbessert worden, führt aber auf der Xbox 360 zu störenden Ladezeiten. Um die Grafikqualität auf einem PC voll ausschöpfen zu können, wird zudem ein sehr leistungsstarkes System benötigt. Ist dieses vorhanden, beeindruckt Oblivion mit sehr detailreicher Grafik, was auch die jugendlichen Spieletester positiv anmerkten.
Das Spiel lebt in erster Linie von den Interaktiosmöglichkeiten mit einer komplexen Umgebung, "wo man wirklich alles machen kann" (Simon, 14). Dieser Aspekt macht zugleich den besonderen Reiz aus. Die Spieler in unseren Testdurchgängen waren von den mannigfaltigen Interaktionsmöglichkeiten so sehr fasziniert, dass sie tief in die Spielwelt eintauchten. Die eigentliche Spielaufgabe trat schnell in den Hintergrund. Ebenfalls gut visuell umgesetzt, kann im Spiel mit unterschiedlichen Charakteren interagiert und kommuniziert werden. Menschen, Elfen, Trolle und andere Fabelwesen treten sowohl als freundlich als auch als feindlich gesinnte Charaktere auf. Doch wer Freund oder Feind ist, ergibt sich oft erst aus dem Kontext und der Interaktion. Eine freundlich gestimmte Figur kann durch negative Gesprächsführung gegen den Spieler aufgebracht werden. Dies kann so weit gehen, dass die Figur die Spielfigur angreift, was natürlich unter gewissen Umständen auch negative Auswirkungen haben kann. Zusätzlich zu den geführten Gesprächsdialogen im Spiel können Charaktere bestochen, gelobt oder bedroht werden – Operationsmöglichkeiten, die den Handlungsspielraum zusätzlich ausweiten. Die hierbei verfolgte Strategie hat direkte Auswirkungen auf das Gespräch und die damit verbundene Wirkung. Kommunikation ist in Oblivion also mehr als das Abarbeiten unterschiedlicher Ja-Nein-Kombinationen. Der Spieler trägt alle Wirkungskonsequenzen für sein Handeln.
Kampfsituationen im Spiel, die von den Jugendlichen auch bewusst gesucht wurden, werden mit dem Schwert, dem Bogen und/oder unter Zuhilfenahme von Zauberei bestritten. Die Wahl der Waffe obliegt dem Spieler und ist je nach Gegner und Situation unterschiedlich abzuwägen. Prinzipiell muss jedoch eine Entscheidung gefällt werden, welche Kampfmethode die primäre ist. Diese Entscheidung legt auch fest, was der Charakter nicht kann. Eine Spezialisierung auf den Nahkampf z.B. kann zu tödlichen Niederlagen gegen Zauberer führen, usw. Eine Arena bietet dem Spieler zusätzlich die Möglichkeit, den Charakter im Kampf zu schulen, was von den Spieletestern auch viel und oft genutzt wurde. Allerdings ist anzumerken, dass in der Arena auch "nur zum Spaß" gekämpft werden kann. Dieser Punkt ist deshalb bedenklich, da hier der Kampf und der damit verbundene Tötungsakt aus dem Spiel isoliert wird und somit eine besondere Fokussierung erfährt.

Fazit:
Die detailreiche Darstellung der Kampfszenen macht zwar einen nicht unerheblichen Teil der Faszination des Spiels aus, ist jedoch nicht in einem Übermaß für das Vorankommen in der Geschichte erforderlich. Die komplexe Gesprächsführung und die Interaktion mit den Antagonisten stehen im Vordergrund. Die Komplexität des Spiels kann jüngere Spieler unter 14 Jahren leicht überfordern. Die Welt von Oblivion ist zwar außerordentlich imposant und vielgesichtig, kann aber aufgrund ihrer Verwinkeltheit und Größe schnell unübersichtlich werden. Die Komplexität und Verschachteltheit der Erzählstränge und Inhaltlichen Bezüge vermittelt zusätzlich, insbesondere anfänglich, ein Gefühl der Überforderung. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn von der eigentlichen Geschichte abgewichen wird, und mehrere Missionen gleichzeitig bearbeitet werden. Hier war zu beobachten, dass eine Überforderung sofort zur Ablehnung führte.