World of Warcraft - The Burning Crusade

Genre
Onlinespiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Blizzard Entertainment
Erscheinungsjahr
2007.01
Systeme
PC, Mac
System im Test
PC
Kurzbewertung
Erweiterung des berühmten Online-Rollenspiels
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Bei "The Burning Crusade" handelt es sich um ein Erweiterungspaket zu dem Onlinespiel World of Warcraft (kurz WoW). Wir empfehlen daher, zuerst die Beurteilung zu World of Warcraft zu lesen.

Mit "The Burning Crusade" (im folgenden auch TBC abgekürzt) kommt das erste "add on" (Spielerweiterung) für das preisgekrönte und viel diskutierte Online-Rollenspiel "World of Warcraft" auf den europäischen Markt. "Add on" bedeutet, dass das Grundspiel "World of Warcraft" mittels dieser Erweiterung um einige Zusatzfunktionen aufgestockt wird. Spieler, die bereits WoW gespielt haben, können ihre Avatare in TBC weiterspielen. Der Spielstand, wie z.B. die erlangte Charakterstufe oder im Spiel erwirtschaftete Gegenstände, gehen nicht verloren. Es ist jedoch auch möglich, mit TBC neu in das Spiel einzusteigen. Hierfür muss jedoch zusätzlich eine WoW Spielversion angeschafft werden.

Spielgeschichte
Die Spielgeschichte ist als weiteres Kapitel thematisch eingebettet in die märchenhafte Warcraft-Story. Ein geheimnisvolles Tor zu einer verschlossenen Welt wurde geöffnet. Der Handlungsradius des Spielers wird somit um einen weiteren bespielbaren Kontinent erweitert. Schreitet der Spieler durch dieses sogenannte "dunkle Portal", betritt er die Länder der Scherbenwelt, in der es zahlreiche neue Abenteuer zu entdecken gibt. Eine Videosequenz führt den Spieler in diese neue Geschichte ein.

Pädagogische Beurteilung
Wie bereits in WoW, wird auch in TBC die Entwicklungsstufe des Spielercharakters durch so genannte "Level" dargestellt. Eine Skala von 1-60 gibt an, wie gut die Fähigkeiten (Kraft, Widerstandsfähigkeit, Ausdauer, Intelligenz usw.) der Spielfigur im Schnitt ausgebildet sind. Zentrale Motivation im Spiel ist es, den Levelaufstieg des eigenen Charakters stetig voranzutreiben. Das Mittel zum Levelaufstieg ist das Sammeln so genannter "Erfahrungspunkte". Jeder Spieler beginnt mit Level 1. Hat er eine bestimmte Anzahl von Erfahrungspunkten gesammelt, z.B. durch das Lösen von Rätseln oder das Töten von Monstern, sammelt er Erfahrungspunkte und erreicht die nächst höhere Levelstufe. Dieses Aufstiegsprinzip ist jedoch nicht linear. Wo ein Levelaufstieg zu Begin noch recht schnell geht, wird dieser im Verlauf des Spiels immer schwerer. So kann der Aufstieg von Level 59 auf Level 60 durchaus genau so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie alle Levelaufstiege von Stufe 1 bis Stufe 40 zusammen.

Die vorliegende Erweiterung bietet die Möglichkeit, eine Maximalstufe von 70 zu erspielen, also 10 Stufen höher als in WoW. Das Grundprinzip bleibt jedoch gleich. Zum Levelaufstieg müssen zahlreiche Aufgaben (Quests) erledigt werden. Für erledigte Quests gibt es so lange Erfahrungspunkte, bis die Maximalstufe erreicht ist.
Neben zwei komplett neuen wählbaren Völkern stellt das Erweiterungspaket zudem eine Fülle von neuen Rüstungsgegenständen bereit, die im Verlauf des Spiels erspielt werden können. Zusätzlich gibt es für die Spielfiguren in TBC die Möglichkeit, einen neuen Beruf zu erlernen und fliegende Reittiere als Transportmittel zu nutzen. Die neuen Länder sind grafisch besonders anspruchsvoll gestaltet. Die neuen Quests sind, verglichen mit den sich häufig wiederholenden Quests im Basisspiel, abwechslungsreicher. Questreihen fügen sich zu interessanten kleinen Geschichten zusammen.

Viel Neues gibt es allerdings nicht. Eher wurden schon in WoW bestehende Spielinhalte verändert und erweitert. Einige Änderungen werden im Folgenden an zwei Beispielen verdeutlicht:

Das Punktesystem für Spieler gegen Spieler-Kämpfe (Player vs Player, kurz PvP) wurde mittels einiger neuer Minispiele attraktiver gemacht. Bei dieser Spielvariante treten Charaktere in geschlossenen Schlachtfeldern gegeneinander an. Es wird in Gruppen mit 10, 15 oder 40 Spielern gespielt. In WoW war es erforderlich, sich über eine Rangliste nach oben zu spielen. Nur so konnten bestimmte hochwertige Gegenstände erworben werden. Dieses Punktesystem kam nur Denjenigen zu Gute, die ausdauernd und regelmäßig an PvP Kämpfen teilnahmen. Die erspielten Punkte verfielen, wenn der Spieler einmal für längere Zeit nicht spielen wollte. Hieraus entstand ein zusätzlicher Druck, permanent im Spiel präsent sein zu müssen. Die Ranglisten wurden abgeschafft. Nun ist es auch für Gelegenheitsspieler möglich diese begehrten Gegenstände zu erwerben.

Um WoW sehr erfolgreich zu spielen zu können war es notwendig, in "Schlachtgruppen" von bis zu 40 Spielern bestimmte Questen zu lösen. Diese Vorgehensweise erforderte nicht nur Organisation und ein perfektes Teamwork, sondern war auch zeitintensiv. Diese Art des Zusammenspiels machte es denjenigen Spielern, die nur einmal pro Woche oder seltener online waren, beinahe unmöglich bestimmte Quests abzuschließen und somit bestimmte Level zu erreichen. Die maximale Spielerzahl für Schlachtgruppen ist für fast alle diese Quests auf 25 Spieler herabgesetzt worden. Viele Gegner können auch in Gruppen zu fünf Spielern erledigt werden.

Trotzdem bleibt ein Problem bestehen: Wie schon ausführlich in der Beurteilung zu World of Warcraft beschrieben, muss Derjenige, der in TBC erfolgreich sein will, vor allem Eines investieren: Zeit. Das Spielprinzip belohnt beständige und ausdauernde Rollenspieler. Gelegenheitsspieler haben nicht annähernd dieselben Chancen. Aus diesem Grund verführt das Spiel auch dazu, es über einen langen Zeitraum intensiv zu spielen. Wie sich die hier beschriebenen Modifikationen auf das tatsächliche Spielverhalten Jugendlicher auswirken werden, wird weitere Praxis zeigen.