Final Fantasy XII

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Square Enix
Erscheinungsjahr
2006.03
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Epische Fortsetzung des Fantasy-Klassikers
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Das erste Rollenspiel der Final-Fantasy-Serie erschien bereits 1987 in Japan. Mittlerweile hat "Final Fantasy" Kultstatus erlangt und unterhält einen weltweiten Fanclub. Jede nachfolgende Version dieses Spiels wird von den Fans mit Spannung herbeigesehnt. Allerdings steigen auch die Erwartungen an den geschichtlichen Inhalt und die Grafik. Die Story der "Final Fantasy" Reihe wird nicht mit jeder Neuerscheinung fortgeführt. Vielmehr erfindet sich das Spiel jedes Mal neu, als geschlossene narrative Einheit. Aus diesem Grund muss Quereinsteigern die Chronik der Serie auch nicht unbedingt bekannt sein.
Im 12. Teil des Adventure-Klassikers steht ebenso wie bei den Vorgängern die Geschichte im Mittelpunkt. Die epische Science-Fiction-Fantasy-Geschichte spielt in der Welt "Ivalice", die Fans bereits bekannt sein sollte. Es herrscht Krieg zwischen dem mächtigem Imperium Archadia und dem befeindeten Reich Rozarria. Das dazwischen liegende kleine Königreich Dalmasca wird im Zuge der Auseinandersetzung besetzt und der König ermordet. Der rebellische junge Waise "Vaan", der die Unterdrückung seiner dalmascischen Heimat nicht mehr ertragen will, ist erster Hauptakteur dieses Spiels. Im weiteren Verlauf schließen sich Vaan fünf Gefährten an. Zwischen diesen sechs Charakteren kann der Spieler fortan wechseln und jede Figur im Verlauf der Geschichte in unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln. Thematisch beschäftigt sich das Spiel mit Politik, Krieg, Rache und Liebe.

Pädagogische Beurteilung:
Die Grafik des Spiels bewegt sich auf hohem Niveau und wurde sehr fantasievoll und detailreich gestaltet. Selbst in der Ferne der 3D-Umgebung sind häufig noch Einzelheiten erkennbar. Eine Karte, jederzeit wählbar über die "Select"-Taste, hilft der Orientierung in der riesigen Welt. Manche der gut animierten futuristischen Wesen erinnern an die Ästhetik der Star-Wars-Filme. Die zahlreichen Zwischensequenzen, durch welche die Geschichte weiterentwickelt wird, werden in Englisch gesprochen.
Schrittweise wird dem Spieler die Bedienung der anfangs relativ einfach gehaltenen Steuerung erklärt. Ein guter Trick um Anfänger nicht zu überfordern: Viele Tasten werden erst nach und nach aktiviert. So gestaltet sich die Handhabe des Spiels anfänglich ergonomisch und übersichtlich. Auch die Komplexität der Bildschirmanzeigen wächst mit der Spielerfahrung des Spielers. Zu Beginn noch übersichtlich, wirkt der Bildschirm in den höheren Leveln angereichert mit Symbolen und Anzeigen. Diese werden jedoch im Laufe des Spiels schrittweise hinzugefügt, so dass keine Überforderung zustande kommt. Auch die Erklärungen sind verständlich, so dass selbst der ungeübte Spieler den Überblick bewahrt. Anders gibt sich die Geschichte. Diese ist anspruchsvoll, verwoben und vielschichtig. Hier kam es immer wieder zu Verständnisproblemen, da die Geschwindigkeit der Untertitelwechsel sehr hoch ist, und es auf diese Weise schwer ist der komplexen Geschichte zu folgen.
Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist nicht frei wählbar. Es kann jedoch oft gespeichert werden, was diesen Umstand wieder ein wenig ausgleicht. Wie in Rollenspielen üblich, lassen sich Informationen sammeln, indem man andere Figuren befragt, sich Karten anschaut oder einfach experimentierfreudig ist. Überhaupt geht es Final Fantasy XII um das aktive Erleben einer fantasievollen Geschichte, aber auch um Action und Kampf. Diese finden je nach Einstellung komplett in Echtzeit statt. Das ist für die langjährigen Fans eine Umstellung. Bisher bediente sich die erfolgreiche Fantasy-Reihe eines rundenbasierten Systems. Neue Spieler dürften sich jedoch schnell daran gewöhnen. Die Gewaltdarstellung im Spiel ist zurückhaltend.
Außer den menschenähnlichen Wesen sind selbstverständlich noch andere Rassen in Ivalice anzutreffen. Da wären z.B. die "Moogles", kleine, fliegende, wuschelige und sehr intelligente Tiere mit einem schwebenden Pompombällchen über ihrem Kopf. Oder die "Viera", Menschengestalt mit langen (Hasen-)Ohren, silbernen Haaren und ausgeprägten Sinnen. Ihre Lebenserwartung ist dreimal höher als bei Menschen. Außerdem existieren noch die "Bangaa", Reptilienerscheinung, variieren stark im Aussehen und erholen sich nur langsam von Kampfverletzungen. Die "Seeqs" sind dicke, weniger intelligente Wesen, die an Schweine erinnern. Sie sind gute Kämpfer. Darüber hinaus gibt es natürlich noch jede Menge weitere Kreaturen, die der Welt von Final Fantasy den fantastischen Hauch verleihen, den der Name suggeriert.

Die Charakterentwicklung bei Final Fantasy XII erfolgt über das sogenannte Lizenzboard. Dieses ist angelegt wie ein Schachbrett, auf dem die einzelnen Schritte der Charakterentwicklung visuell dargestellt werden. Durch Siege im Kampf erlangt man Lizenzpunkte, die der Spieler nach eigenen Vorlieben im Lizenzboard einsetzten kann. Auf diese Weise können beispielsweise Fertigkeiten, Techniken oder Magie weiter entwickelt werden. Gegenstände, die bei Händlern gekauft wurden, müssen ebenfalls im Lizenzboard "freigeschaltet" werden um sie benutzen zu können. Jede Figur hat zwar eine bestimmte Voreinstellung (d.h. bereits von Anfang an festgelegte Fähigkeiten), aber ob sie sich eher in Richtung Krieger oder Magier entwickelt, liegt ganz in der Hand des Spielers. Der Spieler wird auf diesem Weg mit in die Formgebung der Geschichte einbezogen, indem er eigene Schwerpunkte setzt.

Eine weitere Neuerung im Vergleich zu den Final Fantasy-Vorgängern ist das "Gambit-System". Hierüber nimmt der Spieler Einfluss auf das Verhalten seiner Mitstreiter. So kann er vor einem Kampf z.B. festlegen, welche Figur sich in welcher Situation wie verhalten soll. Die Anweisungen erfolgen über ein "wenn-dann"-Prinzip. Der Spieler ordnet z.B. eine Figur an, eine andere dann zu heilen, wenn deren Lebensenergie im Kampf unter 70% fällt. Es können pro Figur zehn Gambits festgelegt und nach Priorität sortiert werden. Bestimmte Abläufe werden dadurch automatisiert, so dass der Spieler nicht alle Figuren gleichzeitig steuern muss. Der richtige Umgang mit den Gambit-Befehlen fordert dem Spieler eine reflektierte Denkweise und die Fähigkeit zum strategischen Planen ab.


Fazit:
"Final Fantasy XII" ist die epische Fortsetzung eines Klassikers mit großer Fangemeinde. Über 100 Stunden Spielzeit garantieren langfristigen Spielspaß. Die Geschichte ist komplex, die Handhabung des Spiels ergonomisch. Schöne Grafik und guter Sound machen "Final Fantasy XII" zu einer gelungenen Fortsetzung. Es eignet sich für Fans und Neueinsteiger ab 12 Jahren.