HUI BUH das Schlossgespenst und die Geisterjäger

Genre
Denken / Geschick
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 6 Jahre
Vertrieb
Tivola
Erscheinungsjahr
2006.07
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Einsteiger- und Familienspiel
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung:
Wer beim Pokern schummelt, wird bestraft. So erging es anno 1399 auch Ritter Balduin: Ein Mitspieler war über dessen Betrug so erbost, dass er ihn mit einem bösen Fluch belegte. Schon in der nächsten Sekunde traf Balduin ein Blitz und er verwandelte sich in ein Gespenst - Hui Buh war geboren. Seit über 500 Jahren treibt der fröhlich-gruselige Hui Buh nun schon sein Unwesen auf Schloss Burgeck. Dieses Spukleben könnte auch in aller Ruhe so weitergehen, wäre da nicht König Julius der 111., welcher gedenkt, ausgerechnet in diesem Schloss seine Verlobung mit Gräfin Etepetete zu feiern. Nachdem Hui Buh schon in der ersten Ausgabe des Spiels mit dem Titel "Hui Buh, das Schlossgespenst – Spuken bis die Zähne klappern" den Handwerkern der beiden Verliebten einige Streiche spielte, wurden nun Geisterjäger auf das Gespenst angesetzt, denen es in diesem Spiel zu entkommen gilt.
Die beliebte Hörspielserie hielt bereits 1969 Einzug in die Kinderzimmer und ließ unzählige Nachkommen von den Abenteuern des kleinen Schlossgespenstes träumen. Nach der Verfilmung, die 2005 in die Kinos kam, dürfte nun auch die jüngste Generation Gefallen an Hui Buh gefunden haben. Wahrscheinlich also, dass dieses Spiel von generationsüberschreitendem Interesse ist.

Pädagogische Beurteilung:
Von diesem Geschicklichkeitsspiel, das auch als "Puzzlen unter Zeitdruck" beschrieben werden könnte, fühlten sich in erster Linie Mädchen angesprochen. Die Aufgabe des Spielers ist es, Hui Buh die Flucht vor den Geisterjägern zu ermöglichen. Konkret: Es gilt einen Fluchtweg zu planen. Jedes der 62 Level ist gleich aufgebaut. Startpunkt und Ziel sind vorgegeben. Der Spieler muss einzelne Wegstücken, die sich rechts unten in der Ecke befinden, sinnvoll miteinander verbinden. Hierfür bleibt aber nur wenig Zeit. Wenn Hui Buh das Ende des bisher fertigen Fluchtweges erreicht, wird er von den Geisterjägern erwischt und der Spieler verliert eins von drei virtuellen Leben. Häufig müssen mit den Wegstücken zudem Umwege gepuzzelt werden, um verschiedene Gegenstände (Ringe, Diamanten, einen Topf mit Blaubeersuppe – Hui Buhs Lieblingsspeise,...) aufzunehmen. Wiederum andere Dinge gilt es zu vermeiden.
Der Einstieg in das Spiel geschieht einfach und die Steuerung ist schnell erlernt, da nur die Maus benötigt wird. Die etwas veraltete zweidimensionale Grafik störte die Spieletester nicht, der Spielspaß stand für sie im Vordergrund. Das Erscheinungsbild des Gespenstes wurde dem des Komödianten Michael "Bully" Herbig nachempfundenen. Selbiger verleiht Hui Buh im Spiel wie im Film seine Stimme. Die kindgerechte aber spannungssteigernde Musik wurde ebenfalls dem Film abgeschaut. Als positiv empfanden es die Tester und Testerinnen, dass in diesem Spiel keine Kameraführungsprobleme entstehen. Diese ist fix positioniert und vermittelt einen guten Überblick über das Geschehen.
Die zwölf und 13-jährigen Spieletester bemängelten, dass der Zeitdruck die einzig interessante Herausforderung des Spieles sei - Es fehle ihnen an Abwechslung. Der Schwierigkeitsgrad hingegen (getestet wurde auf der voreingestellten "mittleren" Stufe) kam sehr gut an. "Es ist motivierend, weil es immer ein klein bisschen schwieriger wird" (Pia, 12). Eine gewisse Frustrationstoleranz sollte bei den Spielern allerdings vorhanden sein, da nicht jedes Level immer auf Anhieb zu meistern ist. Die Langzeitmotivation des Spiels war aufgrund des wenig abwechslungsreichen Spielprinzips gering. Aber: Das Spiel motivierte zum Miteinander. Am liebsten saßen die Tester gemeinsam vor dem Bildschirm, gaben sich gegenseitig Tipps und feuerten sich an. Einen richtigen Multiplayermodus gibt es allerdings nicht. Die Spieler wechselten sich einfach nacheinander ab, was aber zu keiner Zeit zu Problemen führte.

Fazit:
Thematisch spricht "Hui Buh das Schlossgespenst und die Geisterjäger" in erster Linie Grundschüler an. Der Schwierigkeitsgrad des relativ preisgünstigen Spiels ist dem Alter des Kindes entsprechend anpassbar. Das simple Spielprinzip ist für jüngere Spieler gut nachvollziehbar und eignet sich deshalb für alle Kinder, die bereits in der Lage sind, die kurzen Anweisungen zu lesen und eine Maus zu bedienen. Das Spiel ist komplett gewaltfrei und eignet sich daher gut als Familienspiel.