Superman returns

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
EA
Erscheinungsjahr
2006.11
Systeme
Playstation 2, Xbox 360
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Eintöniges Kampfspiel ohne Witz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Ganz in Heldenmanier muss Superman schon im ersten Level auf die Erde herabstürzende Meteoriten abwehren um die Menschheit zu beschützen. Die Hauptelemente des Spiels erschöpfen sich in Fliegen, Kämpfen und Retten, wobei die kämpferischen Szenen dominieren. Das Spiel hält sich dabei nah an die im Sommer 2006 erschienene gleichnamige Verfilmung. Schauplatz für das Heldenspektakel ist die Stadt Metropolis, die ein bisschen an ein futuristisches Manhattan erinnert. Hier gilt es die Gebäude und Einwohner zu beschützen. Da Superman selbst bekanntermaßen unsterblich ist, besitzt die Spielfigur keinen Lebensenergiebalken; dafür aber die Stadt. Wenn Metropolis durch randalierende Bösewichte zu großem Schaden gekommen ist, schwindet die Energieleiste und zu guter letzt scheitert der Held.
Verschiedenartige Roboter, die alles verwüsten und gerne in Massen auftreten, sowie größere Gegner wie "Metallo" und "Bizarro", müssen besiegt werden. So ein Superheld hat viel zu tun. Neben dem Retten der Stadt stehen auch allerlei Kleinaufgaben, wie das Retten von Kätzchen oder das Transportieren von Menschen auf dem Tagesplan. Für solche Aufgaben stehen dem "Mann aus Stahl" natürlich Superfähigkeiten zur Verfügung: Eisatem, Laser- und Hitzeblick, Supergehör, enorme Kraft und natürlich auch das Fliegen in Turbogeschwindigkeit.

Pädagogische Beurteilung:
Die Mehrheit der 12 bis 20-jährigen Tester haben den Film "Superman returns" nicht gesehen, was jedoch keine Voraussetzung für das Spiel ist. Der Einstieg gestaltete sich aufgrund der gewöhnungsbedürftigen Steuerung und der Anweisungen auf Englisch schwierig. Manche Steuerungsbefehle wurden von den Jugendlichen sogar rein zufällig entdeckt. Es gibt viel zu viele Tastenkombinationen für Kampfkombinationen - kein Tester konnte sich alle merken. Entweder drückten sie in Kämpfen wild auf beliebigen Tasten herum oder benutzten die zwei oder drei Manöver, die sie sich merken konnten. Superman kann leider nicht springen. Wenn die Figur z.B. auf ein Auto hüpfen soll, muss sie fliegen und wieder landen. Insgesamt ist Metropolis eher Schauplatz als lebensnahe Metropole. Gebäude können im Spiel nicht betreten werden, was der Stadt auf Dauer einen anonymen und absurden Charakter verleiht.
Nach kurzer Übung zeigten sich viele Tester vor allem vom Fliegen begeistert. Die große, offene Spielwelt lädt zu Erkundungsflügen ein. Leider wird dies kaum belohnt. Der Blick über die Stadt ist zwar grandios, aber bei näherem Hinsehen waren die Tester enttäuscht. Die Straßen und Gebäude ähneln sich und die Autos sind alle identisch. "Die Gegner sehen ganz cool aus, der Rest nicht so!" (Mehrdad, 13) Die Grafik ist wenig überzeugend, erscheint lieblos und nicht detailliert genug im Vergleich zu anderen Spielen.
Die Führung der sogenannten "smart camera" erschwert die Orientierung teilweise mehr als zu helfen. Vor allem während und nach hektischen Kampfszenen treten Probleme auf: "Wenn man mit Gegnern fertig ist, muss man die Kamera erst neu einstellen!" (Mehrdad, 13)
Mit Hilfe von kurzen Filmsequenzen zwischen den Missionen wird versucht eine Geschichte zu erzählen. Diese kam allerdings bei den Jugendlichen weniger gut an, was jedoch nicht nur daran lag, dass diese auf Englisch verfasst wurde. Nach einiger Zeit wurden die Einspielungen von den Testern einfach übersprungen. "Von der Story her hätte man viel mehr machen können, indem man sich auf den Film oder die Comics bezieht. Normalerweise lege ich sehr viel Wert auf die Geschichte, bei diesem Spiel kommt sie aber zu kurz."(Tim, 20)
Beim Fliegen mit "Superspeed" ist es teilweise schwierig die Orientierung zu behalten. Ein Spieletester äußerte, dass er es besser fände, wenn der Kartenausschnitt am rechten unteren Bildrand bei einem schnelleren Flug größer würde, wie er es aus anderen Spielen kennt. Bemängelt wurde von den Testern zudem, dass der Schwierigkeitsgrad nicht auswählbar ist und dass es keinen Multiplayermodus gibt. Der größte Kritikpunkt an dem Spiel ist jedoch die fehlende Abwechslung. Die anfangs große Motivation der Tester sank von Level zu Level, da die Spannung nicht aufrecht gehalten wird. Das Spiel setzt sich überwiegend aus Kampfszenen zusammen, die sich nach einiger Zeit in Ablauf und Gestaltung stark ähneln.
Die Atmosphäre des Spiels ist recht freundlich - Superman kämpft schließlich für das Gute. Bedenklich scheinen die vielen Kampfszenen. Alternative Handlungsmöglichkeiten werden keine geboten. Das Spiel erweckte jedoch keine Aggressionen bei den Jugendlichen. Vielleicht weil ihnen jederzeit bewusst war, dass der Held im Spiel das Ziel vor Augen hat, Menschen zu beschützen und Krieg zu vermeiden. Waffen werden von der Spielfigur keine benutzt. Die Kämpfe sind außerdem unblutig und realitätsfern. Die kriegerischen Szenen haben eher den Charakter einer Art Geschicklichkeitsübung.

Fazit:
"Superman returns" ist eine aktionlastige Spiel-Umsetzung einer bekannten Film- und Comicserie. Das Spiel weist wenig inhaltliche Tiefe auf und wurde den Testern auf Dauer schnell langweilig. Die Gewaltdarstellungen im Spiel sind überzeichnet und in Bezug auf die Brutalität zurückhalten. "Superman returns" bietet einen soliden "Ad-Hoc" Spielspaß, ist jedoch weit davon entfernt dauerhaftes Spielvergnügen zu garantieren.