Die Sims - Lebensgeschichten

Genre
Simulation
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 8 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2007.02
Systeme
PC
System im Test
PC
Homepage des Spiels
Kurzbewertung
Sims 2-Kopie mit Storymodus
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung:
Hierzulande gibt es wohl kaum noch Kinder und Jugendliche, die noch nie etwas von den berühmten "Sims" gehört haben. Seit im Jahr 2000 die erste Version dieses Strategie- bzw. Lebens-Simultonsspieles herausgebracht wurde, reißt der Erfolg der Sims-Reihe bis heute nicht ab. Spielgeschichtlich muss aber bis Ende der 80er Jahre zurückgeblickt werden, will man den Urvater der Sims ausfindig machen. In "Sim City" galt es schon auf dem C64-Heimcomputer eine Stadt zu bauen, um den hier lebenden virtuellen Bewohnern, den Sims, einen angenehmen Lebensraum zu gestalten. Beinahe 20 Jahre später ist das Spielprinzip von "Die Sims" jedoch grundlegend anders. Hier geht es nun nicht mehr um den Lebensraum, sondern um die Bewohner selbst - Vergleiche zu "Big Brother" werden oft zitiert und kommen nicht von ungefähr. Heute zählt "Die Sims" zu einem der erfolgreichsten Spiele überhaupt, so dass in 8 Jahren Erfolgsgeschichte bereits unzählige Erweiterungen auf den Markt kamen. "Die Sims Lebensgeschichten" ist keine solche Erweiterung, sondern ein eigenständiges Spiel, welches sich allerdings nah am Spielprinzip und dem Themenraum von "Die Sims" orientiert.

In "Die Sims Lebensgeschichten" wählt man zunächst einen aus zwei möglichen Spielmodi. Der erste ist der klassische, freie Modus, in dem es darum geht, die Spielfiguren (die Sims) nach eigenen Vorlieben zu gestalten. Aussehen, Charaktereigenschaften, Namensgebung, Alter, Wohnumfeld, Arbeitsplatz, Haustiere, Freundes- und Familienkreis und Lebensziele sind beeinflussbare Faktoren, und können vom Spieler frei festgelegt werden. Der Spieler muss das Leben seiner Sims organisieren und es liegt an ihm, wie zufrieden und erfolgreich sie sich entwickeln. Sims haben gewisse Grundbedürfnisse wie z.B. Schlaf, Nahrung, Kommunikation mit anderen Sims, Hygiene, Spaß, Entspannung, usw. Darüber hinaus können sie bestimmte Fähigkeiten entwickeln und verbessern, z.B. Kreativität, Handwerk, Charisma, Logik oder Ähnliches. Je nach Voreinstellungen des klassischen Spielmodus muss zudem für den jeweiligen Sim ein passender Job gefunden, Beziehungen gepflegt, ein Haus gebaut und eventuelle Nachkommen aufgezogen werden. Dieser freie Spielmodus unterscheidet sich kaum von dem bekannten Spielprinzip von "Die Sims 2".
Neu hinzugekommen ist der sogenannte "Storymodus". Hier gilt es, festgelegte Geschichten nachzuspielen. Das Aussehen, der Name, der Charakter und die Vergangenheit der Spielfigur sind hierbei vorgegeben. Der Spieler hat die Aufgabe, auf die Probleme des jeweiligen Sim einzugehen, seine Fähigkeiten zu erkennen, den Wünschen und Bedürfnissen nachzukommen und aktuelle Ziele zu verfolgen. Auf diese Weise handelt der Spieler zugunsten eines Vorankommens in der vorgegebenen Geschichte. Die Handlungsmöglichkeiten sind aufgrund der vielen Vorgaben eingeschränkt, was jedoch zu Gunsten einer tiefgreifenden und interessant gestalteten Geschichte geht.

Pädagogische Beurteilung:
Die vielen Sims-Fans unter den Spieletestern waren direkt begeistert. Sie gruppierten sich voller Neugierde vor dem PC, in voller Erwartung was das Spiel zu bieten hat. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Tester im Alter von zwölf bis 14 Jahren hatten schon Erfahrung mit den Sims und insgesamt dem Spiel gegenüber erwartungsvoll eingestellt. Insofern gestaltete sich der Einstieg in das Spiel aufgrund einer so großen Zahl an Sims-Profis unproblematisch.
Da "Die Sims Lebensgeschichten" kein "Add-on" sondern ein eigenständiges Spiel ist, wird kein zusätzliches Basisspiel benötigt. Erfreulich ist hierbei, dass die Hardwareanforderungen reduziert wurde, so dass das Spiel auch auf Rechnern mit niedrigerer Hardwareleistung funktioniert. In den Tests kamen sogar Notebooks problemlos zum Einsatz.
Der neue Storymodus reizte die Tester allerdings weniger als zunächst vermutet. Sie waren vielmehr daran interessiert, ihre eigenen Charaktere zu entwerfen – oft nach dem Vorbild von Freunden und Bekannten. Altersbedingt stand natürlich die Entwicklung von Liebschaften und Beziehungen der Figuren im Vordergrund. Verschwanden zwei Sims unter der Bettdecke, wurde wild gegrölt und gekichert. Gaben die Spieler sich genug Mühe bei der Braut- oder Bräutigamwerbung, kam es zu Hochzeiten unter den Sims – Ein Highlight, insbesondere für die weiblichen Spieletester.
Durch winzige Symbole in den Sprechblasen der "Simslisch" sprechenden Figuren wird offenbar, worüber sich die Sims unterhalten. Der Tonfall gibt zusätzlich Auskunft über Stimmung und Verfassung. Teilweise wird die Sprache aber auch schriftlich übersetzt, z.B. wenn die Aussagen der Sims so kompliziert sind, dass Symbole alleine nicht genügen um den Inhalt wiederzugeben. Die süßen Gestiken der Sims fanden ebenfalls Anklang: Wenn man z.B. einem Sim eine Anweisung gibt, die er nicht erfüllen kann, stampft er mit dem Fuß auf den Boden oder reagiert mit Achselzucken. Diese netten Details sind aber keine Neuerung. "Da gibt´s ja gar keinen Unterschied zu Sims 2!," stellten die Spieletester fest. Trotzdem geht das alte Sims-Konzept auf. Die aus anderen Sims-Spielen gewohnte helle und freundliche Atmosphäre und die vielen süßen Details garantieren Langzeitmotivation. Leider gibt es lediglich zwei nachspielbare Geschichten, die zudem recht kurz sind. "Wenn man das einmal durchgespielt hat, hat man bestimmt keine Lust das nochmal zu spielen, dann kennt man ja schon alles!" (Maya, 12)

Fazit:
Der Storymodus, die wesentliche Neuerung in "Die Sims Lebensgeschichten", überzeugte die Spieletester nicht. Sie bevorzugten das klassische Spielprinzip, welches dem von "Die Sims 2" stark ähnelt. Für Sims-Fans bringt "Die Sims Lebensgeschichten" jedoch ein wenig Abwechslung in den Sims-Alltag.