Battlestation Midway

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Eidos
Erscheinungsjahr
2006.02
Systeme
PC, Xbox 360
System im Test
PC
Kurzbewertung
Kriegs-Aktion-Spiel mit Strategieelementen
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Spielbeschreibung:
Brennende Torpedoboote und qualmende Flugzeuge: In "Battlestation Midway" kämpft die US Navy in den Seeschlachten des zweiten Weltkriegs gegen die japanische Marine. Dabei steigt das Spiel mit dem Angriff der Japaner auf Perl Harbour in die Geschichte ein und endet bei der Schlacht um Midway. Eine historische Einbettung, die jedoch auf einen zweiten Blick schnell an Oberflächlichkeit gewinnt, denn: Es wird im Spiel weiter an keiner Stelle auf den historischen Hintergrund eingegangen. Das Spiel ist eine Mischung aus Action- und Echtzeitstrategiespiel. Es gilt, nachdem man sich erste Fähigkeiten in der Steuerung eines Torpedobootes, U-Bootes, Flugzeug usw. angeeignet hat, ganze Flotten zu kommandieren und je nach Bedarf die strategische Führung zu übernehmen. Außerdem kann der Spieler auch als Soldat direkt am Krieg teilnehmen – Karriereleiter inklusive. Die Handlung des Spiels versetzt den Spieler in die Lage eines Marinesoldaten, der vom Torpedobootskapitän bis hin zum Flottenkommandant aufsteigen kann. Dabei erhält er von Mission zu Mission immer bessere Flugzeuge und Boote, was einen zentralen Spielanreiz darstellt.

Pädagogische Beurteilung:

Von Moritz Fingerhut

Die Steuerung des Spiels ist intuitiv und anfangs leicht zu erlernen. Die einzelnen Boote oder Flugzeuge sind mit Hilfe der Maus und weniger Tasten zu steuern. Die Ansicht lässt sich um das Flugzeug bzw. das Boot herum drehen und es gibt weiter die Möglichkeit, mit einem Fernglas an weit entfernte Objekte ranzuzoomen. In höheren Missionen wird die Steuerung jedoch komplexer. Dies geschieht im Wesentlichen dadurch, dass man vom strategischen Modus, in dem Einheiten auf einer Karte zu dirigieren sind, in den Actionmodus wechseln kann. Dabei kann es leicht zu Problemen kommen, da sich die einzelnen Kampfboote, U-Boote und Flugzeuge in ihrer Steuerung unterscheiden und dem Spieler wenig Zeit für eine Umstellung bleibt. Hinzu kommt, dass man das Mannschaftskontingent auch in Bezug auf die von ihnen zu bewerkstelligenden Aufgaben, wie zum Beispiel die Reparatur eines Fahrzeugs nach einem feindlichen Treffer, einteilen muss. So werden sehr viele Anforderungen gleichzeitig gestellt. Es ist daher schwierig den strategischen Überblick in der Mission zu behalten, wenn man während dem Gefecht oft zwischen den einzelnen Einheiten hin und her springen muss.
Die Grafik des Spiels ist durch viele Details gelungen. Die Kampfszenario-Atmosphäre wird durch dunkelschwarze Rauchwolken der beschossenen Boote verstärkt und bei sehr engen Manövern fällt sogar Spritzwasser auf die Kamera. Das wirkt sich durchaus positiv auf den Spielspass aus. Auch die Zwischensequenzen sind atmosphärisch gut angelegt, indem sie eine Kameraästhetik der 40er Jahre kopieren. Davon zeigten sich auch die Jungendlichen beeindruckt.
Die Gewaltdarstellung im Spiel ist nicht brutal. Im Gefecht wird nie explizit dargestellt, wie Soldaten getötet werden. Dafür werden sehr wohl zerstörte Boote oder Schiffe gezeigt. Die Gewalthandlungen bleiben aber auf Objekte begrenzt, was allerdings nicht davon ablenken sollte, dass er hier nach wie vor im Wesentlichen um Krieg geht.
Die Missionsziele sind oft plump, wie "Zerstöre alle Einheiten." Den Spieletestern war das schon nach kurzer Zeit als Spielanreiz zu wenig. Insgesamt ergibt sich eine etwas einseitige Sichtweise auf den Krieg, da nur Kampf und das bloße Zerstören des Gegners fokussiert werden. Diese Darstellung ist natürlich weit von dem realen geschichtlichen Kontext entfernt, weswegen das Spiel auch keine weiterführende Reflexion über diese Thematik zulässt.
Im Multiplayer-Modus gibt es die Möglichkeit, sich über LAN oder das Internet in Gruppen zu organisieren und mit mehreren Spielern in einer Schlacht zu kämpfen. Diese Funktion verspricht interessant zu sein, da man gemeinsame Strategien für die Aufgabenverteilung im Kampf entwickeln muss. Hier steckt sicherlich das spannendste Potential des Spiels. Die Spieler sind online jedoch auf ein bestimmtes Portal angewiesen, bei dessen Registrierung es in den Tests zu Problemen kam und diese Funktion daher nicht getestet werden konnte.

Fazit:
Um als Mix aus Action- und Echtzeitstrategiespiel aufzutreten, muss das Spiel im Gegensatz zu reinrassigen Genrespielen Abstriche machen. Dies wirkt sich, trotz gelungener grafischer Umsetzung, negativ auf den Spielspass aus und bietet leider im Gegenzug keinen entsprechend größeren Mehrwert. Die Steuerung des Spiels ist Anfangs einfach, wird aber im weiteren Verlauf deutlich komplexer. Kinder zwischen 12 und 14 Jahren werden unter Umständen Schwierigkeiten haben, diese Hürde zu bewältigen. Außerdem ist die Darstellung des Krieges für Kinder und Jugendliche dieses Alters nicht angemessen, auch wenn auf eine explizite Gewaltdarstellung verzichtet wurde. "Battlestation Midway" ist ein Kriegsspiel, was in die Frage nach der Eignung für Kinder immer unbedingt mit einfließen sollte. Aus diesem Grund empfehlen wir ein Mindestalter ab 14 Jahren, trotz einer USK Freigabe ab 12 Jahren.

Getestet wurde die PC-Version.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass