God Hand

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Capcom
Erscheinungsjahr
2007.02
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Wild West Prügelspiel mit einer Prise Humor
Gruppenleiter
David Dahlmann
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Als Gene in einer kleinen Stadt im wilden Westen sein Leben aufs Spiel setzt um die junge Olivia vor einer Horde Banditen zu retten, ahnt er nicht was ihn erwartet. Nach dem Kampf kommt er langsam wieder zu Bewusstsein und bemerkt: Er hat seinen rechten Arm verloren. Seine neue beste Freundin kann ihm aber zum Glück aus der Patsche helfen. Sie bietet ihm die "Good Hand" an - ein künstlicher Arm, der seinen Träger sofort in eine tödliche Kampfmaschine verwandelt. Es gibt allerdings eine Bedingung: Gene muss die Stadt von der üblen Bande befreien, die es nicht nur auf Olivia, sondern auf den allgemeinen Frieden in diesem verlassenen Nest abgesehen hat.
Obwohl er sich nicht gerne verprügeln lässt willigt er ein - nicht aus Hilfsbereitschaft, sondern einfach nur weil er keine andere Chance sieht. Außerdem sieht er so eine Möglichkeit, die schöne Olivia zu beeindrucken. Und schon geht es los.

Pädagogische Beurteilung:
Wie in jedem klassischen Prügelspiel geht es nur um eins: Eine immer größer und stärker werdende Truppe von Gegnern möglichst schnell und sensationell zu vertrimmen.
Zu Anfang stehen hierfür nur einfache Tritte und Schläge zur Verfügung. Doch zum Glück lernt Gene seine künstliche Prügelpranke immer effektiver in Szenen zu setzen. Das ist auch notwendig, denn um ein Level erfolgreich abzuschließen muss je ein Endboss besiegt werden. Und die haben es in sich. Sie bedienen sich auch unkonventioneller Methoden, wie schmerzhaften Tritten in den Unterleib, oder legen den Helden kurzerhand übers Knie. Gene kann manchmal auch Gegenstände wie Eisenstangen oder Pulverfässer nutzen um seinen Kampfstil mehr Nachdruck zu verleihen. Grafisch ist das Spiel zwar qualitativ nicht auf aktuellem Stand, doch die Animationen sind zum Teil zum Schreien komisch. So muss sich der Spieler gegen Clowns oder in Schlafanzug gekleidete Cowboys verteidigen. Die musikalische Untermalung mit rockigen Westernklängen setzt sich wunderbar vom Soundbrei anderer Prügelspiele ab. Trotz allen humoristischen Einlagen darf eins nicht übersehen werden: Der Schwierigkeitsgrad ist immens hoch. Unsere spielerfahrenen Tester hatten ganz schön Probleme mit einigen Kämpfen. Zum anderen ist die grafische Darstellung zwar lustig, aber in den Kämpfen werden besonders üble Manöver, wie z.B. Tritte in die Weichteile, mit Zeitlupen- Effekten belohnt, was ganz klar macht, dass dieses Spiel für die Gruppe der unter 16 jährigen nicht geeignet ist. Zudem gehen die Sprüche manchmal genauso unter die Gürtellinie wie die Tricks der Kämpfer.
Komischerweise bietet das Spiel nur einen Single-Player-Modus, was recht ungewöhnlich ist. So fällt die Möglichkeit weg, auch gegeneinander anzutreten, eine bei Jugendlichen insbesondere in Bezug auf dieses Genre sehr beliebte Spielvariante.

Fazit:
Bei der jugendlichen Zielgruppe kam das Spiel gut an. Ausschließlich Jungen begeisterte es, sich als cooler Westernheld durch die Stadt zu prügeln. Dass sie dadurch im Spiel auch noch eine Frau gewinnen konnten, motivierte zusätzlich. In Gesprächen mit den Testern wurde klar, dass diese die Unterschiede zur Realität ganz deutlich sehen. Mit kraftvollem Stil gegen massenweise Gegner bestehen, sich mal so richtig daneben benehmen ohne Konsequenzen fürchten zu müssen und damit auch noch eine Frau beeindrucken: Hier wird mit männlichen Jugendträumen jongliert! Wenn Jugendliche diese überspitzte Darstellung jedoch nicht als Humor im Stil von Buds Spencer begreifen, sollte das Spiel als problematisch angesehen werden.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass