Silent Hunter 4 - Wolves of the Pacific

Genre
Action-Strategie
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 14 Jahre
Vertrieb
Ubisoft
Erscheinungsjahr
2007.03
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
komplexe, realistische Simulation von Seeschlachten mit beeindruckender Grafik.
Gruppenleiter
Benjamin Liersch
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
In "Silent Hunter 4" übernimmt der Spieler das Kommando über ein U-Boot unter amerikanischer Flagge. Es gilt, eine Reihe von Missionen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zu absolvieren. Dabei tauchen viele historische Schiffe, wie beispielsweise das japanische Superschlachtschiff "Yamato", auf. Die Missionen beschränken sich jedoch nicht ausschließlich auf das Zerstören feindlicher Schiffe. Auch Spionage- und Rettungsaktionen stehen mit auf dem Plan. Das Besondere an diesem Spiel ist die detailgetreue authentische Umsetzung der historischen Schiffe und die Qualität der Grafik. Die U-Boot-Simulation verfügt sowohl über einen Single-Player-, als auch einen Multi-Player-Modus für bis zu acht Spieler.

Pädagogische Beurteilung:
Der Zugang zu diesem Spiel fiel den jugendlichen Testern sehr schwer. Zwei der Tester (13 und 14 Jahre) gaben nach einer einstündigen Phase der Bemühungen ihre Versuche auf, sich auf die komplexe Steuerung einzustellen. Dem Spiel ist zwar eine Karte beigelegt, der man die Tastaturbelegung des Spiels entnehmen kann, doch die große Anzahl von Befehlen überforderte die jugendlichen Tester: "Ich verstehe die Steuerung nicht gut!" (Tester, 13), "Die Steuerung ist viel zu komplex. Man wusste nicht, was und wie man was machen sollte!" (Tester, 15). Die vier Übungsmissionen waren keine Hilfe, denn die Jugendlichen bekamen hier außer ihrem Auftrag auch keine verständnisrelevanten Informationen mitgeteilt. Ein Schritt-für-Schritt-Tutorial, das anhand von kurzen Instruktionen (z.B. "Drehen Sie das Boot jetzt um 360°") überprüft, ob die grundlegenden Steuerungsbefehle verinnerlicht wurden, wäre ein sinnvolles Hilfsmittel für den Neueinstieg in das Spiel gewesen. Unsere Tester, die alle nicht sonderlich mit diesem Spielgenre vertraut waren, hätten davon sicherlich profitiert. Wie schon beschrieben, ist es möglich, "Silent Hunter 4" größtenteils mit Tastaturkommandos zu spielen. Allerdings bietet das grafische Interface auch die Alternative, die Kommandos per Maus zu erteilen. Manche Dinge, wie das Einzeichnen des Kurses auf der Seekarte, lassen sich jedoch ausschließlich mit der Maus bewerkstelligen. Das Spiel läuft in Echtzeit ab. Stehen jedoch längere ereignislose Fahrten an, kann der Spieler den Zeitablauf beschleunigen.

"Silent Hunter 4" zieht seine Begeisterungskraft vor allem aus seiner realitätsnahen Umsetzung. Man kann die Steuerung des U-Boots entweder im Arcade- oder im Realitätsmodus darstellen lassen. Während im Arcade-Modus das Abschießen eines gegnerischen Schiffes kein großes Problem darstellt ist dies in der realitätsnahen Alternative ein deutlich schwierigeres Unterfangen. Der Spieler muss die zur Verfügung stehende Technologie seines Gefährts geschickt nutzen, und darf sich hierbei nur wenige Fehler leisten, denn der mitgeführte Torpedovorrat ist sehr eingeschränkt. Von "Silent Hunter 4" dürften sich also vor allem Jugendliche angesprochen fühlen, die es reizvoll finden, die Spaß an taktischem Vorgehen und strategischem Denken haben und zudem Freunde realitätsnaher Simulationen sind.

"Silent Hunter 4" ist ein Kriegsspiel. Bezüge zur Lebenswelt Jugendlicher lassen sich daher keine finden. Die möglichen Lerninhalte des Spiels sind zudem gering. Zwar bietet das Weltkrieg-Szenario eventuell Gesprächsanlass für geschichtliche und politische Themen, doch leider nur in geringem Umfang. Bei "Silent Hunter 4" handelt es sich um ein Kriegsspiel, in dem der Spieler seine Gegner zwar nicht direkt vor Augen hat, diesen aber aus großer Distanz und mit viel vorhergegangenen planerischen Geschick zerstört. Diese Form der unblutigen Gewalt sollte aber an dieser Stelle keinesfalls heruntergespielt werden. Letztlich muss klar werden, dass in diesem Spiel der gewinnt, der sich militärisch am effektivsten durchsetzt. Allerdings ist es nicht möglich, direkte Gewalt gegen Menschen auszuüben. Jugendliche Tester, die versuchten Fallschirmspringer aus abgeschossenen Flugzeugen mit dem Maschinengewehr zu töten, blieben erfolglos: "Die Fallschirmspringer sind unverwundbar!" (Tester, 13). Hier sind wohl die Gründe dafür zu suchen, weswegen die USK das Spiel für Kinder ab 12 freigegeben hat. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Thematik "Krieg" findet jedoch ebwnso wenig statt. Vielmehr trägt die beinahe fotorealistische Grafik mit ihren beeindruckenden Effekten eher zu einer Ästhetisierung des Krieges bei, als diesen kritisch zu hinterfragen. Auch von unseren jugendlichen Testern wurde die Grafik mit großer Begeisterung aufgenommen. Die Darstellung der Mannschaft im Innern des U-Boots, die Treffereffekte und das Untergehen feindlicher Schiffe wurden in diesem Zusammenhang besonders gelobt. Ähnlich gut schnitten auch die Soundeffekte und die Musik bei den Testern ab.

Fazit:
Silent Hunter 4 spricht in erster Linie Liebhaber von exakten Simulationen an. Spieler, die sich schon mit U-Boot-Simulationen auskennen, sind hier klar im Vorteil. Neulinge werden eine längere Einarbeitungszeit benötigen, als wir sie in unserer Testphase gewährleisteten konnten. Die Grafik des Spiels gehört sicher zum Besten was es zurzeit auf dem Spielemarkt gibt. Dies setzt allerdings auch eine recht gute Hardwareausstattung voraus. Das Kriegsspiel setzt auf unblutige Gewalt, die Kindern ab 12 Jahren prinzipiell zugemutet werden kann. Allerdings lässt sich "Silent Hunter 4" auf diese Weise nicht völlig von dem Vorwurf der Kriegsästhetisierung freisprechen. Deshalb und aufgrund der Komplexität des Spiels schlagen wir ein Mindestalter von 14 Jahren vor.

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass