Ghost Rider

Genre
Beat 'em Up
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
K2 Games
Erscheinungsjahr
2007.02
Systeme
Playstation 2, Playstation Portable, Gameboy Advance
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Anspruchloses Prügelspiel zum gleichnamigen Film
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Der Stuntman Johny Blaze hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Er hat seine Seele verkauft um seinem Vater das Leben zu retten. Nun ist er dazu verdammt, nachts als Ghost-Rider böse Seelen zu jagen. Doch er wird vom Teufel betrogen und muss jetzt gegen dessen Sohn und seine Schergen kämpfen. Nach diesem kurzen Intro, das die gleichnamige Comic-Verfilmung resümiert, wird der Spieler in die Hölle geworfen um von nun an Dämonen und Kreaturen zu vernichten oder auf dem Motorrad durch die Unterwelt zu jagen. Die eigentlich vielversprechende Story hat für das Spiel leider wenig Relevanz. Hier geht es im Wesentlichen um das stupide Vernichten von Gegnern und Motorradrasereien. Kampf- und Motoradsequenzen reihen sich von nun an ohne narrative Verknüpfung aneinander.

Pädagogische Beurteilung:

Von Moritz Fingerhut

Der Einstieg in das Spiel ist wie oben bereits beschrieben gelungen, solange man noch nicht selbst spielt. Die Comic-Ästhetik des Vorspanns ist wirklich schön und erfreut bestimmt das Herz jedes Marvel-Comic-Fans. Die Macher von "Ghost Rider" setzen hier ganz bewusst nicht auf computergenerierte Szenen, sondern übernehmen den Look der handgezeichneten Comics aus den Vorlagen. So kommt die düstere Rocker-Ästhetik ausgezeichnet zur Geltung und man kann sich buchstäblich vorstellen, wie der Ghost-Rider auf seiner Harley Davidson einen Feuerschweif hinter sich herziehend durch die Hölle braust. Sobald es jedoch ans Spielen geht, wird man schnell enttäuscht. Die Grafik ist hier nicht mehr ganz so überzeugend, vor allem gestaltet sie sich wenig vielfältig. das Spielterrain des jeweiligen Levels ist nicht sehr groß und abwechslungsreich programmiert, so dass es außer Kämpfen in den Levels nicht viel zu entdecken gibt. Herumstehende Gegenstände wie z.B. Tonne sind bloßes Dekort und können weder verschoben noch zerschlagen werden – derart starr wirkt das Spiel an dieser stelle nicht mehr Zeitgemäß. Auch die Gegner bleiben meist Dieselben. Bis auf den Endgegner eines Levels variiert in der Regel nur die Anzahl der Antagonisten, nicht deren Beschaffenheit.
Die Steuerung ist für jeden Spieler, sowohl auf dem Motorrad als auch im Laufschritt, leicht zu begreifen. Durch das Sammeln von Seelen der getöteten Gegner kann man seine Stärken aufbauen und auf diese Weise zum Beispiel neue Combos, besondere Tastenkombinationen für neue Tricks und Schläge, erlernen. Die Gewichtung der Stärken der Spieler durch drücken der Starttaste während des Spiels in einem Menü selbst bestimmen. Dies stellt durchaus einen Spielanreiz dar, da die auf diese Weise erlangten Comboschläge zum Teil effektvoll gestaltet sind. Leider sprühen im Gefecht manchmal so viele Flammen umher, dass man schnell die Orientierung verliert. Die Tester drückten am liebsten wie wild auf den Tasten herum – mit Erfolg, da das Spiel keinerlei Strategie oder kluges Nachdenken fordert. Auch auf dem Motorrad bietet hier wenig Abwechslung. Man muss eine Strecke, ähnlich wie in einem Rennspiel, abfahren um ans Ziel zu kommen. Dabei gibt es einige Hindernisse, die man durch waghalsige Sprünge oder Ausweichmanöver überwinden kann. Da sich die verschiedenen Levels wenig unterscheiden – in jedem Motorradrenn-Level ist man hauptsächlich damit beschäftigt, sich die Gegner mit Hilfe einer Eisenkette oder Feuergeschossen vom Leib zu halten – hatten die Spieletester keinen dauerhaften Anreiz das Spiel weiter zu spielen. Ähnlich wie in den Kampflevels gleichen sich auch hier die Strecken und Anforderungen sehr.
Leider lässt "Ghost Rider" auch einen Multiplayermodus vermissen, was sich für die Motorradlevels durchaus angeboten hätte. Das Spiel hält sich durchgehend in der Comic-Fantasie-Welt auf. So ist man zwar die ganze Zeit damit beschäftigt, Kreaturen und Dämonen zu vernichten - ein durchaus Unterfangen- man kämpft jedoch nie gegen Menschen. Die Alterseinstufung der USK (ab 16) ist durchaus berechtigt.

Fazit:
Der Spielspass von "Ghost Rider" erlischt schon nach kurzer Zeit. Darüber helfen auch die netten Comics nicht hinweg. Das Spiel erinnert eher an ein einfaches Arcadespiel. Die Macher konnten aus der Anlehnung an den Film keine Synergieeffekte ziehen, um zum Beispiel eine interessante Anknüpfung des Films auf der Konsole zu erzielen. Als eigenständiges Spiel bot es nicht genügend Substanz um das Interesse der Spieletester zu befriedigen. Nur echte Comicfans kommen im Intro und in manchen Zwischensequenzen auf ihre Kosten.