Pirates of the Carribean - Am Ende der Welt

Genre
Action-Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Disney Interactive Studios
Erscheinungsjahr
2008.11
Systeme
PC, Playstation 2, Playstation 3, Xbox 360, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Kurzweiliges Actionabenteuer mit wenig Abwechslung
Redaktion
Markus Wollmann
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Jüngst wurde berichtet, dass mit dem dritten Teil der Piratensaga "Pirates of The Carribean" der erfolgreichste Dreiteiler aller Zeiten fertig gestellt wurde. Gerüchten zufolge soll dieser Erfolg mit einem vierten Teil fortgeführt werden. Ein weiterer Kassenschlager steht also mit Sicherheit ins Haus - Garantiert auch auf dem Computerspiel– und Konsolenmarkt, der natürlich mit einer neuen Version "Pirates of the Carribean – Am Ende der Welt" um ein virtuelles Abenteurer reicher ist. Wie schon in den ersten beiden Teilen, kämpft man sich mit dem Schwert des schrulligen Hauptdarstellers Jack Sparrow durch die aus den Filmen bekannte karibische Welt. Die grafische und musikalische Umsetzung ist hierbei gelungen. Der Fortlauf der Geschichte wird vorangetrieben durch Videosequenzen, die von Kapitel zu Kapitel immer wieder auftauchen. Es fehlen zwar die originalen Synchronstimmen aus den Filmen, aber das fällt kaum auf. Im Vergleich zu den Vorgängerteilen kommen in diesem Spiel neben der eintönigen Schwertnutzung nun auch erneuernd zusätzliche Waffen (Pistole, Bombe) hinzu, die man nach gelungenen Kämpfen aufsammeln und anschließend verwenden kann - allerdings begrenzt, je nachdem, wie viele man zuvor aufsammeln konnte. Um etwas mehr Abwechslung zu präsentieren als das bloße Schlachtgetümmel, kommt es im Laufe der Geschichte zum Rollentausch. Das heißt, dass der Spieler nicht nur mit Jack Sparrow die Klingen kreuzt, sondern auch mit dem jungen Will Turner und der schönen Elizabeth – Figuren, die jedem Spieler in den Testergruppen bekannt waren.
Das Spiel verläuft in linearen Bahnen von Level zu Level, unterbrochen durch die eben angesprochenen Videosequenzen. Werden diese Level sieghaft gemeistert, besteht ab dann die Möglichkeit sie erneut nachzuspielen. Dies geht auch im Multiplayermodus mit bis zu 2 Spielern.

Zu berücksichtigen ist in Bezug auf die folgende Beurteilung, dass in unseren Testergruppen ausschließlich die Playstation 2-Version getestet wurde. Vergleicht man die technischen Möglichkeiten der vielen Konsolensysteme, für die "Pirates of the Carribean" hergestellt wurde, so fallen zum Teil gravierende Unterschiede auf. So können grafische Elemente auf zwei verschiedenen Geräten sehr unterschiedlich wirken und zum Teil zu völlig unterschiedlichen Reaktionen führen. Die Grafik der Playstation 2 ist wesentlich schlechter, als die der XBox 360 – Kein Wunder, ist doch die Playstation 2 bereits eine Konsole der älteren Generation. In diesem Fall waren die Tester von der Playstation 2-Grafik nicht sonderlich begeistert, was sich auch in dem wenig motivierenden Ergebnissen widerspiegelt. Dies ist jedoch auf die Möglichkeiten zurückzuführen, die das System bietet. Auf neueren Systemen fällt das Urteil direkt anders aus.

Pädagogische Beurteilung:
Die Neuerungen, die das Spiel im Vergleich zu seinen Vorgängern bietet, überraschten und begeisterten die Tester wenig. Es gab ebenso ernüchternde Meinungen wie zu Teil 2 Pirates of the Carribean – Die Legenden des Jack Sparrow .
Auch wenn stückweise Rätsel und knifflige Geschicklichkeitsübungen eingebaut wurden, besteht die Hauptaufgabe des Spielers darin, das Schwert auf arg festgelegten Wegen zu schwingen und damit den Gegner zu bewältigen. Sobald das Soll des Kampfes erledigt ist, leitet eine amüsante Videosequenz, die immer für einen Lacher gut war, eine neue Periode des Schlachtmusters "Allein gegen Alle" ein. Machten die Kämpfe anfangs noch Spaß, trat nach einigen Leveln und einem sich nicht veränderndem Schwierigkeitsgrad Monotonie und Eintönigkeit ein. Nach sechs bis sieben Stunden Spielzeit war das Spiel bereits vorbei – ein kurzer, eintöniger Spaß.
Auf eine detaillierte Geewaltdarstellung wurde glücklicherweise verzichtet, so dass das Spiel für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet ist. Mädchen und Jungen waren gleichermaßen interessiert, was ungewöhnlich für solche Kampfspiele, und sicher auf den Erfolg des Filmes zurückzuführen ist.
"Das ist ja gar nicht wie im Film. Alles durcheinandergemischt."(Nico, 13). Genau dieser grobe Schnitzer ist "Pirates of the Carribean – Am Ende der Welt" als Hauptmanko anzukreiden. Erwünscht von den Testern im Alter von 12-15 Jahren ist ein Abenteuer, das regelrecht den Film nachspielt und sie in eine schlüssige, dem Film nachempfundene Handlung hineinversetzt. Das Ergebnis ist leider eine abstruse Aneinanderreihung von Geschehnissen, die mit dem Verlauf der Filmgeschichte nicht viel zu tun haben. Gemischt wurden Inhalte von Teil 2 und Teil 3. Hinzu kommen neue Elemente, von denen die Spieler noch nie etwas gesehen haben.

Es ist in solch Momenten der Enttäuschung möglich, genau dort anzusetzen und diesen Affront spielerisch zu gestalten. Unter der Leitung des Gruppenleiters wurden gemeinsam die Ungereimtheiten im Spiel angesprochen und festgehalten. Im Anschluss wurden die Lücken, die das Spiel nach Meinung der Jugendlichen bot, mit eigenen Ideen wieder aufgefüllt. Es ist erstaunlich, wie genau hierbei die Handlung des Films von den Testern wiedergegeben werden konnte, und wie schnell logische Fehler ("Was macht der Vater von Will eigentlich alleine auf der Black Pearl? Der kann doch das Fliegende-Holländer-Schiff gar nicht verlassen?" Dominik, 12) erkannt wurden. Die Fehler wurden auf kleinen Plakaten aufgelistet, die jeder nach seinem Ideal von Piraterie gestalten konnte. Zum Abschluss der hitzigen, aber auch lebendigen Diskussion wurden die künstlerischen Ergebnisse präsentiert. Mit Hilfe der Transparente konnte nun auch das Problem erörtert werden, dass sich häufig ergibt, wenn ein lizenziertes Spiel nicht den Qualitäten der berühmten Filmvorlage stand hält. Zwar ist dieser Punkt nicht zu verallgemeinern, doch kommt es nicht selten vor, dass die Spieler von Lizenzspielen enttäuscht sind.

Fazit:
"Pirates Of The Carribean – Am Ende der Welt" ist in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu empfehlen. Es ist in seiner Handlung zu kurz und der Spielfluss erweist sich als überaus monoton. Der Spaß hält sich aufgrund dessen ebenfalls in Grenzen. Nur der Mulitplayermodus konnte die Tester überzeugen, was aber nicht ausreichte, an diesem Spiel einen Narren zu fressen.

Getestet wurde die PS2-Version.

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Don-Bosco-Club
Bewertung Spielspass