Avatar - Der Herr der Elemente

Genre
Rollenspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
THQ
Erscheinungsjahr
2007.03
Systeme
PC, Playstation 2, Wii, Playstation Portable, Nintendo DS, Game Boy Advance
System im Test
PC
Kurzbewertung
Spielerisch abwechslungsarmes Spiel für Fans der Serie
Redaktion
Torben Kohring
Spieleratgeber-NRW
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Spielbeschreibung:
Das Rollenspiel "Avatar – Herr der Elemente" basiert auf der amerikanischen Zeichentrickserie "Avatar: The Last Airbender", die in Deutschland seit 2006 vom Fernsehsender Nickelodeon ausgestrahlt wird. Im Mittelpunkt der Serie steht der zwölfjährige Aang, der in einer asiatischen Fantasywelt lebt, in der sich die Nationen der Elemente Wasser, Luft und Erde im Krieg mit der Feuernation befinden. Rund um die Zeichentrickserie gibt es zusätzlich ein breites Spektrum an Merchandiseartikeln wie Bücher, Spielfiguren, ein Sammelkartenspiel, DVDs, etc.
Die Geschichte der Serie lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen: Aank ist der letzte Herrscher über die Luft und der seit 100 Jahren verschwundene Avatar der Elemente. Nur er kann den Feuerlord aufhalten und die Vernichtung der Erde verhindern. Zusammen mit Katara und ihrem Bruder Sokka, die den gefangenen Aaank am Südpol befreit haben, macht sich der junge und unerfahrene Aank auf eine Reise, um die Beherrschung der anderen Elemente zu erlernen und dem Feuerlord entgegentreten zu können. Die Feuernation versucht Aank von seinem Weg abzubringen und die Wiederherstellung seiner Avatarkräfte zu verhindern.
In der getesteten PC Fassung steuert der Spieler Aank zu Beginn seiner Reise auf der Suche nach Meistern für seine Kräfte durch verschiedene Gebiete. Kurze Dialoge und Minispiele, auf denen Aank wie in einem Arcadespiel Gegnern und Gegenständen ausweichen muss, unterbrechen die kampflastige Story regelmäßig. Aus isometrischer Perspektive muss sich der Spieler mit verschiedenen Zaubersprüchen und Angriffsarten Horden von Gegnern zu Wehr setzten um einen bestimmten Punkt der Karte zu erreichen. Zum Ende eines Spielabschnitts gilt es Bossgegner mit besonderen Fähigkeiten zu besiegen, damit die Story fortgeführt wird.

Pädagogische Beurteilung:
Auch in Deutschland bildete sich schnell nach dem Serienstart eine große Fangemeinde von "Avatar – Herr der Elemente". In Internetforen und Chats werden die neusten Folgen angeregt diskutiert und Fortsetzunge der Geschichte mit Spannung erwartet. Mit einer geplanten Realverfilmung der Serie wird diese Entwicklung mit Sicherheit einen weiteren Schub erhalten.
Den Testern war die Serie durchweg ein Begriff. Viele gaben an die Serie ab und an zu schauen, als Fan wollte sich in unserer Testergruppe jedoch niemand bezeichnen.
Der dezente Animestil (ein spezieller asiatischer Illustrations-Stil) des Spiels kam bei den Testern gut an. Sie bemängelten jedoch die allgemeine Grafikqualität. Im Vergleich mit anderen Titeln des Genres wie z.B. Titan Quest wurde die wenigen Details und die oftmals etwas lieblose Darstellung bemängelt. Auf moderne grafische Effekte und aufwendige Animationen verzichtet das Spiel. Die dadurch niedrigen Hardwareanforderungen des Spiels wurden von den Testern gelobt, jedoch gaben die meisten von ihnen an, dass sie Spiele mit einer aufwendigeren Grafik bevorzugen würden.
Das Spiel ist komplett ins Deutsche übersetzt worden. Die Tester kritisierten, dass man in den Zwischensequenzen die Dialoge mit der Maustaste weiterklicken musste, obwohl alle Dialoge von deutschen Sprechern eingesprochen wurden. "Das zerstört viel von der Atmosphäre, die zumindest in den Zwischensequenzen manchmal aufkommt." (Spieler, 14)
Die Auseinandersetzungen in der fantastischen Welt sind für Zwölfjährige durchweg unproblematisch. Die Darstellung der Gewalt ist dezent, Gegner verschwinden einfach nachdem sie besiegt wurden. Oftmals ist es dem Avatar sogar möglich Abschnitte zu durchqueren, ohne dabei Gegner zu töten. Gekämpft wird mit einer Mischung aus Zauber fernöstlicher Kampfkunst. Das Ableben des Helden wird vom Spiel lediglich mit dem Neustart des Levels "bestraft" - ein Umstand, den die meisten Tester als "unmotivierend" bezeichneten. "Man ist eigentlich nie wirklich in Gefahr, dadurch fehlt die Spannung." (Spieler, 15).
Warum einem fliegenden Helden, einem Herrscher der Luft, in einem Computerspiel gerade diese Fähigkeit fehlt, verwunderte unsere Tester sehr. "Der Ritt auf dem Luftwirbel ist doch nicht alles, was er in der Serie kann." (Spieler, 14)
Eine Mehrspielermöglichkeit fehlt dem Spiel vollständig und wie bei fast jedem Spiel bemängelten die Jugendlichen dies sehr. "Es wäre schön gewesen, wenn zwei andere Spieler zusätzlich Katara und Sokka hätten spielen können." (Spieler, 15).
Die Faszination für Jugendliche geht bei der Serie und dem Computerspiel in hohem Maß vom jugendlichen Helden aus, der sich im Alter der Zuschauer und Spieler befindet. Dieser Held ist unerfahren und muss sich unter Mühen die Welt erschließen. Es werden hohe Anforderungen an ihn gestellt - wer muss schon jeden Tag die Welt retten? Jugendliche finden sich ebenfalls in einer Phase der Entwicklung wieder, in der neue und anstrengende Anforderungen an sie gestellt werden, und hegen deshalb besondere Sympathien für Aang und seine Freunde. Das Spiel bietet hier klare Anknüpfpunkte an die Lebenswelt von Jugendlichen.

Zu bemerken ist, dass sich die Spiele für die verschiedenen Plattformen sowohl inhaltlich als auch technisch zu unterscheiden scheinen. Leider ist dies auf der Seite des Herstellers nicht klar ersichtlich. Getestet wurde von uns die PC Version.

Fazit:
"Avatar – Der Herr der Elemente" ist ein mittelmäßiges Lizenzprodukt, dass unsere Tester nicht überzeugen konnte. Lediglich für Fans der Serie, die Aank einmal selber durch gefährliche Abenteuer steuern wollen, dürfte "Avatar – Der Herr der Elemente" einen Blick wert sein.

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass