Dollar - Der interaktive Krimi

Genre
Adventure
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
EMME Deutschland GmbH
Erscheinungsjahr
2007.04
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Spannender, aber relativ linearer interaktiver Krimi um einen Mordfall
Gruppenleiter
Benjamin Liersch
Bürgerzentrum Deutz
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Spielbeschreibung
Adventure-Spiele erleben zurzeit eine wahre Renaissance. Anfang der neunziger Jahre bei Spieler außerordentlich beliebt, flachte das Interesse an den erzähllastigen Spielen stark ab, und das obwohl es zu Hochzeiten der Adventure-Ära sogar bereits echte interaktive Filme gegeben hat. Der Spielemarkt aber entwickelte sich zu dieser Zeit in eine andere Richtung, weg von der Idee Bücher und Filme interaktiv zu erleben, hin zu mehr Aktion und aufwendiger 3D-Grafik. Heute rückt das althergebrachte Spielprinzip jedoch wieder mehr in den Fokus einer erwachsen gewordenen Spielergemeinde. "Dollar" ist so ein klassischer Vertreter, welcher sich dicht an einem Spielprinzip längst vergangener Tage orientiert.

Elisabeth Lindberg wurde ermordet. Sie war eine einflussreiche und bekannte Geschäftsfrau, die sich gemeinnützig engagierte. Es mangelt nicht an Verdächtigen, denn Lindberg wurde von vielen Menschen geliebt und gehasst, manchmal sogar – so scheint es – auch beides zugleich.
In Dollar hat der Spieler die Aufgabe einen verzwickten Mordfall zu lösen. Zu diesem Zweck steuert er zwei Kollegen, die Beweise auswerten sowie Zeugen und Verdächtige befragen können. Außer im Rahmen der Verhöre nimmt der Spieler aber nicht aktiv an den kriminalistischen Untersuchungen teil, sondern gibt diese in Auftrag. Hierdurch bekommt das Spiel einen ganz eigenen Charakter, der es von anderen Kriminalspielen und Adventures abhebt. Aufgabe des Spielers ist es demnach im Wesentlichen, die aus den Befragungen und Untersuchungen entstandenen Berichte entgegen zu nehmen und als Kontaktperson für Presse, Staatsanwaltschaft und dem geheimnisvollen "Q" zu fungieren. Die Geschichte von "Dollar" wurde von der schwedischen Krimi-Autorin Liza Marklund entworfen.


Pädagogische Beurteilung
Der Einstieg in das Spiel gelang den jugendlichen Testern relativ gut. Sie waren mit der Steuerung (ausschließlich Maus) zufrieden: "Es wird nur mit der Maus gespielt und die Steuerung ist sehr einfach." (Spieler, 13) Die Tester stimmten größtenteils damit überein, dass die Geschichte sehr spannend und glaubwürdig auf sie wirkt. "Es ist sehr realistisch und es könnte alles auch in unserer Welt passieren." (Spieler, 13) Das Highlight des Spiels war für die Jugendlichen, Verhöre mit den Verdächtigen durchzuführen. Sie freuten sich darauf, die Verdächtigen mit neu gewonnenen Beweisen zu konfrontieren bzw. sie in ihre vorherigen Aussagen zu verstricken. "Mir haben die Verhöre mit guten Beweisen großen Spaß gemacht." (Spieler, 13) Dabei wurde auch die grafische Aufbereitung des Spiels gelobt, welche die Mimik der Charaktere gut erkennbar werden ließ. Langweilig fanden die Jugendlichen hingegen die längeren Leerlaufphasen, in denen sie nur auf in Auftrag gegebene Berichte warten konnten, oder sie auch schon mal nicht mehr so richtig weiter wussten. "Das Spiel war manchmal lustig aber auch oft langweilig, weil man nicht weiter wusste." (Spieler, 13) Einer der Tester äußerste sogar die Kritik, dass das Spiel aufgrund mangelnder Abwechslung auf Dauer deutlich an Spielspaß verlieren würde. Für großen Ärger bei den Testern sorgte ein Programmfehler, der sie dazu zwang das Spiel komplett neu zu beginnen - davon abgesehen vergaben sie jedoch insgesamt eine gute Gesamtwertung für das Spiel.

Der größte Kritikpunkt war der lineare Aufbau des Spiels, welcher dem Spieler relativ wenig Handlungsspielraum einräumt. Ein Schritt folgt logisch auf den nächsten und es bleibt dem Spieler nicht viel mehr übrig, als die Logik der Erzählung nachzuvollziehen und diese nach und nach weiterzudenken. Falsche Entscheidungen und alternative Lösungswege sind leider größtenteils ausgeschlossen. Ein zweites Spielen der Geschichte wird dadurch uninteressant, ähnlich wie das erneute Lesen eines gerade beendeten Kriminalromans.

Fazit
"Dollar" ist ein Spiel, das Jugendliche und auch Erwachsene mit seiner glaubwürdigen und komplexen Kriminalgeschichte durchaus begeistern kann. Auch nach zweistündiger Spielzeit steht inhaltlich noch alles offen, denn der Fortlauf der Geschichte enthüllt immer neue Details. Das Spiel überrascht mit inhaltlichen Wendungen, die das Spiel charakteristisch dicht an klassische Kriminalgeschichten rücken. "Dollar" wurde von der USK mit der Altersbeschränkung "ab 12 Jahre" versehen. Auch aus pädagogischer Sicht ist dieses sehr erzähllastige Adventure-Spiel für Kinder ab 12 geeignet.

Beurteilung der Spieletester zuklappen
Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass