Doom 3

Genre
Shooter
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2004.08
Systeme
PC, Xbox 360, Mac
System im Test
PC
Kurzbewertung
geradliniger Shooter mit Schockelementen
Autor
Matthias Reitzig
Einzeltest
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
Doom 3 spielt in der Zukunft, und zwar in einer Kolonie auf dem Mars. In dieser Forschungskolonie verläuft zunächst alles nach Plan, bis ein Experiment katastrophal fehlschlägt und verheerende Konsequenzen nach sich zieht: Durch ein Dimensionstor quellen Dämonen der Hölle hervor und töten nach und nach alle Bewohner der Station oder ergreifen Besitz von ihnen. Aufgabe des Spielers ist es nun, sich durch Horden von Dämonen, Monstern und mutierten Menschen zu kämpfen, um so die höllische Invasion aufzuhalten.

Pädagogische Beurteilung:
Ältere Spieler werden sich bei dem Namen "Doom 3" an die beiden Vorgängerspiele gleichen Namens ("Doom" bzw. "Doom 2") aus den 90er Jahren erinnern. "Doom" war eines der Spiele, die den sogenannten Ego-Shootern zu enormer Popularität verholfen haben. Das Besondere an diesen Spielen war das Einführen der Ich-Perspektive in Computerspielen. Die Welt aus der Sicht des Protagonisten betrachtend, entstand erstmals eine ganz besondere Form der Raumerfahrung. Auch wenn das Spielprinzip für damalige Verhältnisse bahnbrechend war, fällt die Geschichte stark archetypisch aus und ist deswegen auch schnell erzählt. Aus der Sicht eines tapferen Kämpfers bewegt sich der Spieler durch düstere Korridore eines futuristischen Szenarios und schießt sich, die Waffe stets vor Augen, den Weg frei durch Horden von Monstern. "Doom 3" ist eindeutig der Nachfolger dieser Spiele: Die Grafik ist auf den neuesten Stand gebracht worden, am Spielprinzip und der Geschichte hat sich jedoch wenig geändert. Als tapferer Marine hastet der Spieler durch die überaus dunkel und bedrohlich gestaltete Raumstation und wird alle paar Meter von furchterregenden Höllenkreaturen attackiert. Hat man sich dieser wild schießend entledigt, öffnet man die nächste Tür und das alles beginnt von vorne; große Abwechslung sucht man vergeblich. Dennoch: Diese Spiele wissen zu faszinieren. Alleine die Tatsache, dass es häufig Aufgabe des Spielers ist einen Schlüssel für eine Türe zu finden, hinter der sich im Grunde nur ein weiteres Labyrinth verbirgt, schafft, so komisch es klingt, ein hohes Maß an Faszination. Es scheint eines Art Urbedürfnis zu sein, den Raum in seiner Gänze erfahren zu wollen. Deswegen ertappen sich findige Doom-Spieler nicht selten dabei, bereits völlig von Monstern gesäuberter Level erneut rückwärtig abzulaufen, um sicher gehen zu können, keinen der hier und da versteckten geheimen Räume übersehen zu haben. Das Spiel geht absolut linear vor. Dem Spieler wird keine Möglichkeit der Handlungsfreiheit gelassen. In gängen Monster töten bis keine mehr da sind, dann auf eine verschlossene Türe stoßen, den dazugehörigen Schlüssel suchen und wieder von Vorne. So und nicht anders lässt sich das Spiel beschreiben. Doch der jüngste Teil der Erfolgsserie weicht erstmalig von der konsequenten Ego-Perspektive ab, zugunsten cinematographischer Effekte. Ab und an zoomt die Kamera aus der Ego-Perspektive heraus und konzentriert sich auf einen anderen Spielbereich. Trifft man beispielsweise auf ein Monster, dem man im bisherigen Spielverlauf noch nicht begegnet ist, fährt die Kamera auf dieses zu und setzt den neuen Gegner gekonnt in Szene. Die Monster sind allesamt sehr furchterregend und realistisch gestaltet – Nichts für schwache Nerven! Anschließend zoomt die Kamera zur Spielfigur zurück und übergibt die Steuerung wieder in die Hände des Spielers, der sich nun der neuen, eben gezeigten, Gefahr stellen muss.
"Doom 3" bietet dem Spieler grafisch eine ganze Menge. Die Umgebung wirkt stets bedrohlich und klaustrophobisch. Besonders auffällig: Das Spiel mit dem Kontrast zwischen absoluter Dunkelheit und dem Vorhandensein einiger weniger Lichtquellen, wie z.B. einer Taschenlampe oder einer roten Notbeleuchtungslampe. Hier wurde offensichtlich Wert auf ein imposantes Spiel mit den unterschiedlichen Lichteffekten gelegt. Diese Art der horrorhaften Inszenierung ist allerdings bisweilen derart bedrohlich, dass selbst erfahrene Horror-Spiel-Spieler die Spannung in "Doom 3" als überaus angsteinflößend beschreiben. Düstere metallene Gänge wechseln sich mit Räumen voller seltsamer Maschinen ab, die allesamt sehr realistisch wirken. Ein weiterer Fokus wurde offensichtlich auf die Gestaltung der verschiedenen Monster gelegt, die sehr lebensecht und extrem gefährlich wirken. Untermalt wird das Ganze von gut umgesetzten Soundeffekten, die die Atmosphäre der Station gut widerspiegeln.
"Doom 3" ist ein überaus gewalttätiges Spiel. Nahezu ohne Pause erwehrt sich der Spieler mittels eines Waffenarsenals, das von einer einfachen Pistole über eine Schrotflinte bis hin zu einem Plasmagewehr und vielen anderen Nah- und Fernkampfwaffen reicht und tötet im Prinzip alles, was sich bewegt. Andere Lösungswege gibt es nicht. Die Gewaltdarstellung ist moderat gehalten; getötete Feinde lösen sich in Luft auf, auf größere Bluteffekte oder andere Trefferanimationen wurde komischerweise verzichtet. Dennoch: "Doom 3" ist harter Tobak, selbst für Erwachsene!

Fazit
"Doom 3" ist ein geradliniger Shooter, der konsequent an der Tradition der Vorgängerspiele anknüpft und im Grunde genommen dieselbe Geschichte mit moderner Grafik noch einmal erzählt. Die bedrohliche Atmosphäre und die furchteinflößenden höllischen Feinde sorgen zunächst durchaus für Spannung; das Fehlen von wirklichen Rätseln und die sich ständig wiederholenden Kämpfe führen jedoch dazu, dass das Spiel schnell langweilig wird. Für Kinder und Jugendliche ist "Doom 3" auf keinen Fall geeignet, da die brutalen Kämpfe Hauptinhalt des Spieles sind.

Getestet wurde die PC-Version.