Command & Conquer - Tiberium Wars

Genre
Action-Strategie
USK
ab 16 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 16 Jahre
Vertrieb
Electronic Arts
Erscheinungsjahr
2007.03
Systeme
PC, Xbox 360
System im Test
PC
Kurzbewertung
Echtzeit Strategie mit umfangreicher Rahmenhandlung
Gruppenleiter
David Dahlmann
Bürgerzentrum Deutz
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
Mit dem vorliegenden Titel wird die beliebte "Command and Conquer" Spielereihe fortgesetzt.
Im Jahre 2047 ist ein Drittel der Erdoberfläche durch den Einsatz des Minerals Tiberium verseucht. Das Tiberium entzieht dem Erdreich wertvolle Mineralien und Rohstoffe. Es herrscht ein Kampf zwischen einem Zusammenschluss von Menschen, einer Sekte, die sich die Bruderschaft der Nod nennt und merkwürdigen Weltallwesen, den sogenannten Scrin. Alle drei Parteien haben ein Ziel: Möglichst viel Tiberium für die eigenen Zwecke sammeln und mit dessen Einsatz die eigenen Technologien so einsetzen, dass die Gegner erfolgreich besiegt und verdrängt werden können. Die Menschen haben gegenüber den Scrin den entscheidenden Nachteil, dass sie nur Gebiete der Welt besiedeln können, die noch nicht verseucht sind. Außerdem haben sie durch einen Raketenangriff der Bruderschaft einige wichtige Persönlichkeiten verloren. Diese Situation möchte sich der gerissene und boshafte Führer der Bruderschaft, Kane, zunutze machen und durch Terroranschläge die Weltherrschaft an sich reißen.

Pädagogische Beurteilung:
Wie in jedem Echtzeitstrategiespiel strebt der Spieler durch die Entwicklung von Technologien und Militäreinsätze die Herrschaft über ein bestimmtes Territorium an. Hierzu kann er entweder die Rolle des fiesen Sektenführers Kane oder eines Generals der menschlichen Global–Defensive–Initiative einnehmen. Egal ob Fiesling oder Wohltäter – Zeit zum verschnaufen gibt es für Beide kaum, denn es gibt genug zu tun. Rohstoffe sammeln, Fabriken bauen und sich gegen angreifende Truppen behaupten – meistens müssen alle Dinge gleichzeitig organisiert werden. Zum Glück bietet der Blick aus der Vogelperspektive genug Überblick über das eigene Territorium. Verschiedene Warntöne und eingeblendete Übersichtskarten zeigen Truppenbewegungen, abbaubare Mineralien und die Entwicklungsdauer für Technologien an. Alle Bedienungselemente sind trotz ihrer Fülle übersichtlich und einfach zu bedienen, wenn der Spieler den Dreh einmal raus hat und taktisch vorgeht. Oft muss er Abwägen und Prioritäten setzen. Ist es sinnvoller mehr Truppen in die Entwicklung eines Kraftwerks zu binden, oder den Gegner mit einem frühen Angriff zu überraschen? Ganz egal welchen Schwerpunkt er setzt: Um den Einsatz von Gewalt kommt er früher oder später nicht herum, vorausgesetzt er will erfolgreich sein. Das Spiel zeigt brennende Fabriken, abstürzende Flugzeuge und von Bomben verwüstete Landschaften - Bilder, wie sie Jugendliche sonst auch aus Fernsehbeiträgen über Kriegsgebiete kennen. Eingeblendete Videosequenzen mit echten Schauspielern treiben die Story voran und vermitteln den Eindruck, der Spieler selbst sei mitwirkender Teil Kinofilms. An dieser Stelle kann es sinnvoll sein, mit den Jugendlichen über das Gesehene und Erlebte zu diskutieren, um auf diese Weise deren Faszination für solche Inhalte zu verstehen. Grafisch ist das Spiel sehr anspruchsvoll gestaltet und weist eine Vielzahl an Gebäuden, Flug- Land- und Wasserfahrzeugen sowie unterschiedliche Landschaftstypen auf. Der aufwendige Soundtrack mit überwiegend elektronischer Musik unterstreicht die technische Ästhetik des Spiels.

In unseren Spieletests zeigten ausschließlich männliche Jugendliche mit einer Vorliebe für Strategiespiele Interesse am vorliegenden Titel. Alle anderen fühlten sich durch die komplexe Steuerung schnell überfordert und verloren die Lust. Strategiebegeisterte waren allerdings motiviert, auch die letzte Mission erfolgreich zu erfüllen. Herausgefordert fühlten sie sich besonders durch die recht hohen Anforderungen des Spiels, in dem sie sich auch in schwierigen Situationen durch clevere Taktik zu behaupten wussten. Ein Spieler aus der Testergruppe in Deutz formuliert seine Begeisterung z.B. so: "Wollt ihr mal sehen wie das richtig geht? Zuerst bau ich mir schnell einige Verteidigungsgebäude auf und dann starte ich einen Angriff – und zwar gleichzeitig mit Land- und Luftfahrzeugen. Mit dieser Taktik gewinne ich fast jedes Spiel. Das ist so geil."
Jugendliche erleben ihr eigenes Handeln in der Spielwelt als mächtig und effektiv. Erfahrungen, die sie gerne machen. Denn im Gegensatz zur Realität können sie ihr Handeln hier ausprobieren, ohne schlimme Folgen erwarten zu müssen. Eine falsche Taktik in der Mathearbeit hat da schon ganz andere Folgen.
Als absolutes Highlight empfanden die Jugendlichen den Mehrspieler Modus. Hier können bis zu 8 Spieler über Netzwerk oder Internet mit und gegeneinander spielen. Dadurch wird das Spiel für sie noch um ein spannendes Element erweitert, denn allein gegen den Computer zu spielen schafft keine echte Wettkampfsituation. Und genau dieses Messen mit Anderen lieben Jugendliche dieser Altersstufe. Wahrscheinlich sogar vielmehr als die Tatsache, dass "Command and Conquer – Tiberium Wars" kein friedliches Spiel ist. Die Sammler-Edition "Kane Edition" ist übrigens erst ab 18 Jahren freigegeben, weil sie Videosequenzen und Missionen enthält, auf die in der normalen Version aus Jugendschutzgründen verzichtet wurde.

Fazit:
"Command and Conquer – Tiberium Wars" ist der technisch aufpolierte Nachfolger eines echten Computerspiele-Klassikers. "Command and Conquer" war immer schon eine Simulation kriegerischer Konflikte, mit allen positiven und negativen Aspekten. Strategisch ausgerichtet, lässt sich über das Spiel organisierendes Denken und vorausschauendes Planen lernen. Allerdings ist das Spiel alles andere als gewaltfrei – Hier geht es schließlich um Krieg, so futuristisch er auch verpackt sein mag. Insgesamt fühlen sich von dem Spiel insbesondere Strategiespiel-Fans angesprochen. Spielern, die mit diesem Genre nicht vertraut sind, fehlt es an Motivation sich in das Spielprinip einzuarbeiten. Das Spiel ist gemäß seiner Alterseinstufung entsprechend gewaltvoll, schlägt hierbei allerdings nicht zusätzlich über die Stränge. Was zu beachten ist: Die Sonderedition "Kane Edition" erhielt eines gesonderte Altersfreigabe ab 18 Jahren!

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Spieletester
Bürgerzentrum Deutz
Köln
Bewertung Spielspass