Bus Driver

Genre
Simulation
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 5 Jahre
Vertrieb
EMME Deutschland GmbH
Erscheinungsjahr
2007.03
Systeme
PC, Mac, iOS
System im Test
PC
Kurzbewertung
Kurzweilige Bus-Simulation mit Lerneffekt
Gruppenleiter
Marco Fileccia
Elsa-Brändström-Gymnasium Oberhausen
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
In dem Spiel "Bus Driver” der Fa. Emme darf der Spieler / die Spielerin (Linien-) Bus fahren. Passagiere müssen pünktlich, fahrfehler- und unfallfrei von einer Haltestelle abgeholt und zur nächsten gebracht werden. Hierzu stehen die unterschiedlichsten Strecken (hier als "Missionen" etwas holprig übersetzt) und über 12 verschiedene Busse mit unterschiedlichem Fahrverhalten zur Auswahl. Das Ziel des Spiels ist es, bei Wind und Wetter, eisglatter Fahrbahn, Tag oder Nacht die Fahrgäste sicher von A nach B zu bringen. Aber eines ist doch anders als im wirklichen Leben: Wer erhält schon 100 Sonderpunkte, wenn er zwei Kilometer unfallfrei gefahren ist?!

Pädagogische Beurteilung:
Das Spiel besitzt weder ein Intro, noch ein Tutorial. Ein Handbuch sucht man ebenfalls vergeblich. Deshalb haben einige Spieler den Einstieg in das Spiel als kompliziert empfunden. Das Spiel bestraft Fehler, erklärt aber nicht wie man es richtig machen soll. Spieletesterin Hanna (15): "Es wird direkt verlangt, dass man das Spiel begriffen hat und sofort los spielt." Einmal begriffen, verlangt die Steuerung zwar Fingerspitzengefühl, ist aber umsetzbar: Lenken, Blinker setzen, Warnblinkanlage einschalten, Gas geben, Bremsen, Türen öffnen usw. sind per Knopfdruck auf der Tastatur aufrufbar. Ein Blick in die Hilfefunktion liefert den Überblick über diese Befehle und man kann sogar eigene Einstellungen vornehmen (so z. B. den rechten "Fahrtrichtungsanzeiger" auf die Taste "R" setzen).
Der Schwierigkeitsgrad der "Missionen" ist nicht einstellbar. Auf den einzelnen Strecken gibt es zwar unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, doch diese sind nicht aufsteigend oder absteigend geordnet. Gespielt wird ausschließlich mit der Tastatur. Maus, Joystick oder Lenkrad sind nicht möglich, auch wenn es bei einem Auto-Simulationsspiel durchaus Sinn machen würde, mit einem Lenkrad zu spielen.
Der Spielspaß scheint sehr vom Alter abzuhängen. So hat die 15-Jährige Hanna die niedrige Spielqualität betont, die 11-Jährige Carina hingegen großen Spaß an dem Spiel. Zitat: "Bus fahren am Computer macht Spaß, weil man es vom Schulweg kennt, aber eben nicht als Fahrer." Und da Bus fahren, wie im wirklichen Leben, viel mit Routine zu tun hat, taten immer gleiche Abläufe Ihr Übriges in Sachen Langzeitmotivation.
Die Abstimmung zwischen Grafik, Sound und Musik wurde von den Kindern und Jugendlichen als sehr gut eingeschätzt. So passte der Sound immer zu der Grafik. Bei der Grafik jedoch wäre es wünschenswert, wenn man die Sicht ändern könnte und nicht nur von oben auf den Bus schauen würde. Ein Umstand, der ebenfalls das Konzept einer Simulation in Frage stellt. Das Spiel aus der Sicht des Busfahrers zu erfahren hätte eine realistischere Qualität des Erlebens gehabt.
Besonders hervorzuheben ist, dass das Spiel ein positives Wertesystem hat und darüber hinaus Verkehrsregeln und Verkehrssicherheit vermittelt. Wenn man sich an die Verkehrsregeln hält, gibt es Bonuspunkte. Bei Verstößen hingegen gibt es Punktabzüge, wie oben erwähnt. Außerdem sollte man eine gute Auge-Hand-Koordination besitzen, da es manchmal nötig ist schnell zu reagieren - wie im echten Straßenverkehr eben.
Das Spiel ist nur für einen Spieler geeignet und es würde auch dem Sinn widersprechen, "gegen" andere Spieler Bus zu fahren. Es lässt den Spieler üben, sich besser im Straßenverkehr zurechtzufinden und sich handlungsmächtig zu erleben, da man selbst es ist, der den Bus steuert. Der Spieler trägt die Verantwortung über das eigene Handeln und empfindet dies auch so. Das Spiel ist ein Simulationsspiel der ruhigen Art und es ist mit seiner wenig aufregenden Spielweise eher geeignet für jüngere Kinder.

Fazit:
"Bus Driver" ist ein nettes kleines Spiel mit vielen positiven Aspekten. Es gibt Bonuspunkte für regelgerechtes Verhalten im Straßenverkehr, für Pünktlichkeit im Fahrplan und für einen vorsichtigen Umgang mit den Fahrgästen (so darf nicht abrupt gebremst werden). Vor allem jüngere Kinder haben ihren Spaß an diesem wenig aufregenden, aber kurzweiligen Spiel, das sich aber leider schnell in Wiederholungen erschöpft. Die USK-Freigabe "ohne Altersbeschränkung" resultiert aus dem problemlosen Inhalt. In wieweit eine Autosimulation für Kinder im Vorschulalter jedoch Sinn macht, muss im Einzelfall entschieden werden.