God of War 2

Genre
Action-Adventure
USK
keine Jugendfreigabe (?)
Pädagogisch
ab 18 Jahre
Vertrieb
Sony Computer Entertainment
Erscheinungsjahr
2007.03
Systeme
Playstation 2
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Überaus brutales Spiel für Erwachsene
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Spielbeschreibung:
Es ist Juni 2007 und die Playstation 2 dreht nach Veröffentlichung des leistungsstärkeren Nachfolgers Playstation 3 ihre Abschiedsrunden. Doch gerade in den letzen Monaten veröffentlichte Sony noch einige beeindruckende Titel für die PS2, ganz so als wollte man der gedienten Konsole noch ein würdiges Lebewohl spendieren. Spiele wie Okami oder Shadow of the Colossus holen technisch noch einmal alles aus ihr heraus und begeistern die Fans und die Fachpresse. Mit "God of War 2" veröffentlicht Sony nun ein weiteres Spiel, das auf oben genannte Weise zu beeindrucken weiß. Hier liegt jedoch auch das Problem begraben, das mit diesem Spiel einhergeht. "God of War 2" ist ein Titel, der von der USK keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG erhalten hat, und das mit gutem Grund! Dieses Spiel macht, wie der Titel schon vermuten lässt, keinen Hehl daraus überaus brutal zu sein. Und noch mehr: "God of War 2" lässt Gewalt ästhetisch erscheinen. Auch die Fachpresse resümiert oft, dass sich dieses Spiel durch besondere Schönheit und Ästhetik auszeichnet – und gemeint sind hiermit nicht besonders tolle Hintergründe und malerische Landschaften. "God of War 2" macht das Töten zu einem ästhetischen Akt, was das Spiel aus pädagogischer Sicht überaus problematisch erscheinen lässt. Dieses Spiel, so technisch überzeugend und liebevoll gestaltet es auch ist, ist mehr als weit davon entfernt für Jugendliche oder Kinder geeignet zu sein.
Inhaltlich knüpft der zweite Teil von "God of War" an den ersten an. Kratos, im ersten Teil zum Kriegsgott aufgestiegen, ist mit seinem Dasein auf dem Olymp nicht zufrieden und zieht es vor mit seiner Armee in den Krieg zu ziehen. Das missfällt den Göttern, weswegen er bald darauf von Zeus persönlich seiner göttlichen Macht beraubt und getötet wird. Doch Kratos steht in der Gunst anderer Mächte, die ihm dabei helfen dem Tod zu entkommen und aus dem Hades zu fliehen. Nun will sich der gefallene Gott an denen rächen, die Ihm das angetan haben.

Pädagogische Beurteilung:

Von Bastian Kreusing

Ein technisch ausgereifter Vorspann führt den Spieler ausführlich in die Geschichte des Spiels ein. Angekommen im mythologischen Griechenland, geht es sofort mit reichlich Action zur Sache. Niemand geringeres als der Koloss von Rhodos ist gleich zu Beginn der Gegner des zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefallenen Gottes – Ein Kampf, der sich über eine Dauer von etwa einer Stunde hinziehen kann. Neben atemberaubender Aktion erfüllt diese erste Herausforderung jedoch auch die Funktion eines Tutorials. Der Spieler wird im Kampf gegen den Giganten in alle wichtigen Steuerungsbefehle eingeführt. Am Ende dieses spektakulären Gefechts wird Kratos unterliegen und, wie anfänglich beschrieben, seiner göttlichen Kräfte beraubt. Konkret entsteht an dieser Stelle beim Spieler ein überraschendes Gefühl der Hilflosigkeit, weil der Avatar Kratos von jetzt auf gleich deutlich weniger leistungsfähig ist. Er kann keine der mächtigen Attacken mehr vollziehen und ist zudem sterblich und damit auch verwundbar geworden. Jeder Spieler ist sofort motiviert, die Fähigkeiten von Kratos wieder auf das vom Anfang her bekannte Niveau zu bringen.
Von nun an beginnt also die eigentliche Geschichte, die sich in einzelne thematische Episoden unterteilen lässt. Hierbei bedienen sich die Entwickler mit vollen Händen in der griechischen Mythologie. Hauptaugenmerk liegt aber hierbei insbesondere auf den mythologischen Fabelwesen und Monstern, die sich Kratos auf seinem Rachefeldzug in den Weg Stellen. Auch wenn die Geschichte im ersten Moment etwas flach wirkt, so weiß sie doch zu fesseln. Insgesamt ist "God of War 2" ein blutiges Feuerwerk von bombastischen Actionsequenzen – geeignet selbstverständlich ausschließlich für Erwachsene!

Schnell wird bei pädagogischer Betrachtung klar, dass die USK Einstufung "ab 18" mehr als gerechtfertigt ist. Dieses Spiel ist ein reines Erwachsenenspiel und darf unter keinen Umständen in die Hände von Kindern geraten. Hier wird an Gewalt und Aktion so ziemlich alles geboten was man sich vorstellen kann. Sogar leicht bis gar nicht bekleidete Frauen können am Rande des Schlachtgetümmels von Kratos befriedigt werden. Auch wenn die Darstellung hierbei keineswegs pornografisch ist, so setzt das Spiel spätestens an dieser Stelle doch ein klares Statement, nichts für Kinder zu sein. Was das Spiel besonders kritisch erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass Gewalt hier regelrecht ästhetisiert wird. Die Filigranität der kraftvollen Bewegungen, die Kratos im Kampf gegen seine Gegner ausführt, und das Schwingen seiner Kriegsketten, an deren Enden Messerklingen befestigt sind, verleihen dem Antihelden eher die Ästhetik eines Tänzers als die eines Kriegers. Auch wird der Spieler ergonomisch mit in diesen Akt einbezogen, indem er immer wieder bestimmte Handlungsabläufe mit dem Kontroller nachahmen muss. Ein Beispiel: Will Kratos eine Falltüre hochheben, muss der Spieler in schneller taktvoller Frequenz auf einen der Eingabeknöpfe drücken. Tut er dies zu langsam, reicht die Kraft des Kriegers nicht aus und das Gewicht der Türe zwingt ihn aufzugeben. Das Drücken des Knopfes stellt hierbei eine wirkliche Anstrengung dar. Die Anstrengung der Spielfigur wird regelrecht nachempfunden, was die Identifikation mit der Figur erheblich verstärkt. Derartige Beispiele finden sich viele in dem Spiel, was die Aussage, dass dieses Spiel nicht für Kinder und Jugendliche geeignet ist, zusätzlich stützt. Zu groß ist die Gefahr, dass Minderjährige der tatsächlich von diesem Spiel ausgehenden Faszination unterliegen.

Fazit:
"God of War 2" Ist eines der Highlights für die Playstation 2 Konsole. Unbedingt zu beachten ist jedoch, dass dieses Spiel keine Jugendfreigabe erhalten hat und sich auf keinen Fall für minderjährige Kinder und Jugendliche eignet. Hierbei handelt es sich um einen Titel für Erwachsene, die reflektierend mit einer übertrieben dargestellten und zum Teil sehr ironisch wirkenden Form der Gewaltdarstellung umgehen können. Das Spiel weiß zu faszinieren, weswegen umso mehr darauf zu achten ist, dass Minderjährige dieses Spiel nicht unerlaubter Weise spielen.