Guitar Hero 2

Genre
Gesellschaftsspiele
USK
ab 12 Jahre (?)
Pädagogisch
ab 12 Jahre
Vertrieb
Activision
Erscheinungsjahr
2006.11
Systeme
Playstation 2, Xbox 360
System im Test
Playstation 2
Kurzbewertung
Gitarrensimulation mit hohem Unterhaltungswert
Redaktion
Torben Kohring
Spieleratgeber-NRW
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt als Rock'n Roll Star auf einer großen Bühne zu stehen und wie die Rolling Stones die Massen zum Toben zu bringen. Mit "Guitar Hero 2" wird dieser Traum zumindest auf der heimischen Playstation 2 wahr.
"Guitar Hero 2" bietet 40 bekannte Stücke und Klassiker des Rock zur Auswahl. Zusätzlich lassen sich durch erfolgreich absolvierte Stücke 20 Bonustracks freispielen. Über erspielte Honorare kann der Spieler neue Gitarren, Outfits und Spielcharaktere freischalten.
Zum Spielen wird ein Controller in Gitarrenform benötigt. Das Spiel ist für Besitzer des Vorgängers jedoch auch separat erhältlich, also ohne Controller. Aufgabe des Spielers ist es, auf einem Laufband verschiedene Töne im richtigen Moment auf dem Controller sowohl zu greifen als auch mit der anderen Hand anzuschlagen. Ein falsches Timing oder ein falsch gedrückter Knopf kommen einem falsch gespielten Ton gleich und verschlechtern die Laune des Publikums, dargestellt über eine Art Messgerät. Reihen sich zu viele schlechte Töne aneinander, muss der Spieler das Lied von vorne beginnen. Eine besonders lange Reihe von guten Tönen belohnt das Spiel mit Multiplikatoren, die besonders viele Punkte auf das Konto des Spielers gutschreiben.
In jedem Lied gibt es bestimmte Stellen, an denen der Spieler durch perfekt gespielte Sequenzen so genannte "Starpower" hinzugewinnen kann. Diese kann der Spieler einsetzen um besonders viele Punkte zu erzielen oder um besonders schwierige Stellen zu meistern. Dies funktioniert deshalb, weil das Publikum während der Starpower dem Spieler besonders wohlgesonnen ist und das Messgerät daher schneller in den oberen Bereich wandert.

Pädagogische Beurteilung:
Die meisten Jugendlichen kannten die "Guitar Hero" - Reihe, jedoch hatte keiner der Tester zuvor einen der skurril wirkenden Gitarren-Controller in der Hand gehalten. Die Begeisterung war von Beginn an zu spüren und mit viel Elan starten die Jugendlichen den Test. Schnell bildete sich eine Traube von Spielern rund um die Konsole, die deutlich machte, dass es dort etwas Besonderes zu sehen gab.
Das Konzept eines eigenständigen Controllers wurde von den Jugendlichen durchgängig gelobt. "Das fühlt sich fast wie eine richtige Gitarre an" und "Da haben die sich richtig Mühe gegeben" lobten die Jugendlichen. Vier wählbare Schwierigkeitsgrade machen es auch Anfängern einfach, schnell Erfolge zu erzielen und Songs komplett zu absolvieren. Mutige Tester wechselten schnell auf den mittleren Schwierigkeitsgrad, mussten dann jedoch die Erfahrung machen, dass in diesem mehr Übung benötigt wird um besonders kniffelige Stellen zu meistern. Ist in diesem Schwierigkeitsgrad der Hauptteil des Songs auch noch gut zu meistern, werden besonders die Soli so schwer, dass sie nur noch mit viel Übung zu bewältigen sind. Ab dem Schwierigkeitsgrad "schwer" kommt eine fünfte Grifftaste hinzu. Der "Expertenmodus" fordert auch dem geübten Spieler aufgrund schneller und komplexer Griffmuster Eine Menge ab. Diese Griffkombinationen können nur noch auswendig gespielt werden. Durch diese sinnvolle Dosierung des Komplexitätsgrades bietet "Guitar Hero 2" für den Einsteiger schnelle Erfolgserlebnisse, ohne dem geübten Spieler die Langzeitmotivation zu nehmen. Auch nach einigen Wochen war der Reiz ungebrochen gegeben.
Der Hintergrund des Monitorbildes zeigt die Band und der Avatar des Spielers bei ihrem Auftritt auf verschiedenen virtuellen Bühnen. Von der kleinen Kirche zu Beginn der Karriere, bis zum ausverkauften Festival vor tausenden Menschen bietet das Spiel sehr detailverliebte Orte, denen man aufgrund der vielen kleinen Einzelheiten die musikalische Karriere einiger der Entwickler anmerkt. Die Tester gaben an, dass sie als aktiver Spieler nicht auf die Hintergründe geachtet hätten, da sie zu sehr mit der Verfolgung des Laufbandes beschäftigt gewesen seien. Für die Zuschauer stellen die animierten Bandauftritte jedoch einen zusätzlichen Reiz dar.
Einen besonderen Spaß hält der Mehrspielermodus bereit, für den jedoch zwei der Gitarrencontroler benötigt werden. Die Spieler können Songs zusammen spielen, wobei der zweite Spieler wahlweise die Bassgitarre oder eine Rhythmusgitarre übernimmt. Alternativ kann auch in einem Gitarrenduell gegeneinander angetreten werden. Jeder Spieler kann hierfür einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad wählen, womit auch geübte Spieler gegen Anfänger spielen können. "Zusammen macht es noch mal doppelt so viel Spaß, da fühlt man sich schon ein wenig wie in einer Band" (Spieler 13).
Viele der Lieder kannten die Jugendlichen aufgrund ihres Alters nicht. Dies tat der Begeisterung jedoch keinen Abbruch und so wurde sowohl bei Klassikern wie auch bei aktuellen Rocksongs gleichermaßen versucht die Mitspieler zu überbieten. "Die Songs passen einfach super zum Spielprinzip" (Spieler, 14)
Viele Jugendliche aber auch Erwachsene träumen davon, einmal Pop- oder Rockstar zu sein. Dies zeigt auch die anhaltende Begeisterung für Castingshows oder die immer beliebter werdenden öffentlichen Talentwettbewerbe. Aus diesen Wünschen und Träumen bezieht auch "Guitar Hero 2" einen Großteil seiner Faszinationskraft. Nicht alleine das Geschehen auf dem Bildschirm war wichtig, sondern ebenso eine coole Haltung vor dem Fernseher und ein wenig Show für die Zuschauer. Diese dankten es den Darbietenden wiederum mit aufmunternden und lobenden Kommentaren. Fast perfekte Auftritte mit virtuellen Lobeshymnen führten immer wieder zu lautstarkem Applaus. Es gilt in diesem Spiel also im Grunde zwei Publikums zu beeindrucken: Das virtuelle und das reale. Beide geben dem Spieler Feedback und bestärken oder kritisieren ihn auf diese Weise für die erbrachte Leistung. Alleine vor dem Fernseher verliert die Gitarrensimulation viel von seinem Reiz, jedoch verhält es sich auch hier fast wie bei einem richtigen Instrument: Ohne Übung ist es schwer, vor Publikum zu glänzen.
Schnell kamen die Tester zusätzlich auf die Idee, auf aktuellen Videoportalen nach Videos von Bestleistungen anderer Spieler zu suchen. Das Erstaunen über die dargebotenen Leistungen war enorm. Es gab viele Spieler die den schwersten Song auf der schwierigsten Stufe absolvierten hatten und ein Video dazu ins Netz gestellt haben. "Die müssen ewig geübt haben um das so hinzubekommen" verschlug es den Spielern die Sprache.
"Guitar Hero 2" kommt vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden dem Gefühl eine Gitarre zu spielen erstaunlich nahe. Reale Gitarrentechniken wie "hammer-ons" oder "pull-offs" wurden von den Entwicklern sehr gut ins Spiel integriert. Auch die Komplexität der Grifffiguren und die benötigte Anschlagsgeschwindigkeit unterstützen das Gefühl wirklich zu musizieren. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass "Guitar Hero" bei Jugendlichen den Wunsch erweckt das Gitarrespielen zu erlernen. Ein Wehrmutstropfen aber bliebe in diesem Fall: Wer gut in "Guitar Hero" ist, muss leider beim Erlernen des Gitarrenspiels trotzdem ganz von Vorne beginnen. Bevor also eine E-Gitarre samt Verstärker angeschafft wird, bietet es sich an, den Jugendlichen ein paar günstige Probestunden nehmen zu lassen, die jede Musikschule anbietet. Denn von der wirklichen Komplexität eines Musikinstruments ist "Guitar Hero 2" immer noch weit entfernt.

Fazit:
Guitar Hero bietet ein innovatives Spielerlebnis. Besonders durch den gelungenen Gitarrencontroler entsteht ein einzigartiges Spielgefühl, das besonders in der Gruppe zu begeistern weiß.

http://www.gitarre-spielen-lernen.de/forum/

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Spieletester
Ü12 Lise-Meitner-Gesamtschule
Köln
Bewertung Spielspass