18 Wheels Of Steel - Haulin'

Genre
Simulation
USK
ohne Altersbeschränkung (?)
Pädagogisch
ab 10 Jahre
Vertrieb
Frogster Interactive Pictures AG
Erscheinungsjahr
2007.07
Systeme
PC
System im Test
PC
Kurzbewertung
Ein nur für wirkliche Truckerfans interessanter Titel
Gruppenleiter
Helge Schölzel
OT St. Anna Ehrenfeld
Screenshot 2Screenshot 3Screenshot 4

Beschreibung des Spiels:
Große Trucks, Landstraßen und Countrymusik: das sind Begriffe, aus denen Kindheitsträume sind. Doch wie spannend ist das Ganze wirklich, gerade wenn es nicht in Form eines Action- oder Rennspiels, sondern eher einer Simulation verpackt wird? Mit "18 Wheels Of Steel – Haulin’" erscheint nun der fünfte Teil der Truckerserie – eine echte Monopolstellung, da es sonst auf dem Markt keine andere Truck-Simulation dieser Art gibt.

Pädagogische Beurteilung:
Das Spiel kommt auf einen ersten Blick spärlich daher. Eine Anleitung, welche nur kurz und knapp die Steuerung erläutert, liegt nicht in gedruckter sondern nur digitaler Form als PDF-Datei vor. Dies wäre nicht weiter schlimm, würde es ein Tutorial geben. Doch nachdem der Spieler sich für einen von drei Schwierigkeitsgraden entschieden und sich einen Truck ausgesucht hat, wird er direkt ins kalte Wasser geworfen. Zwar informiert direkt zu Beginn ein kleiner Infokasten über die Möglichkeit die Garage zu betreten, doch ist jene erst im weiteren Spielverlauf von Nutzen. Daher fuhren viele der Testspieler anfänglich ratlos durch die digitalen Städte, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen. Nur durch schlichtes erkunden des Terrains kamen die Jugendlichen hinter den eigentlichen Sinn des Spiels. Dieser besteht darin, einzelne Firmen aufzusuchen und dort einfache Transportaufträge anzunehmen, wofür es natürlich Geld gibt. Im weiteren Verlauf des Spiels besteht noch die Möglichkeit, eigene Anhänger zu kaufen, wodurch die Firmen mehr Gehalt bezahlen. Außerdem kann eine ganze Flotte von Trucks gekauft und computergesteuerte Fahrer angeheuert werden.

Doch so weit kamen die Testspieler leider nicht, da Start- und Zielpunkte nicht selten sehr weit auseinander liegen und sich der Spielverlauf aus diesem Grund "relativ langatmig" (Spieler, 14) gestaltet. Das Spiel ist eine Art Simulation und somit sind andauernde Fahrten auf amerikanischen Highways Programm. Realitätsgetreu bewegen sich die Könige der Landstraßen behäbig mit maximal 120 Km/h von der Stelle, so dass alles Andere als ein "Geschwindigkeitsrausch" (Spieler, 14) aufkommt.

Viele kleine Details machen Truckerfreunden dieses Spiel jedoch auf seine Weise interessant. Die Programmierer integrierten einen flüssigen Tag-/Nachtwechsel und sich veränderndes Wetter. Außerdem wird der Fahrer nach einiger Zeit müde – ganz wie beim echten Trucker eben. Trifft dies ein, so muss dieser sich ein Hotel suchen, da sonst ein gefährlicher Sekundenschlaf droht. Zudem wurden auch Ordnungshüter in das Spiel integriert, die nach einer überfahrenen roten Ampel oder sonstigen Verkehrsverstößen Bußgeld einfordern. Dies leitet aber direkt zu den vielen Fehlern über, die dieses Spiel beinhaltet und die bisher auch nicht durch einen sogenannten Patch von den Entwicklern behoben wurden. So wird der Fahrer von der Polizei auch für Verstöße zur Kasse gebeten, bei denen der Arm des Gesetzes gar nicht vor Ort war und die eventuell schon einige Zeit zurückliegen. Oder der Truck trotzt allen physikalischen Gesetzen und legt sich bei Kollision im Schritttempo auf die Seite. Sichtbare Schäden an dem Vehikel sucht man allerdings vergebens. Dies sind Merkmale, die bei einem Simulationsspiel nicht sein dürfen, weil sie realitätsfern sind und das Gefühl des "echten" Truckfahrens erheblich stören.

Die Grafik empfanden die Testspieler als zufriedenstellend und lobten die detailgetreuen, jedoch stark geschrumpften Städte. Das Beschränken auf reine Motorengeräusche wurde dagegen als "eintönig und langweilig" (Spieler, 13) beschrieben. So gibt es zwar Funkverkehr zwischen den Truckern, der aber im Prinzip keinen wirklichen Sinn erfüllt. Sonstige Musik, wie zum Beispiel eine Radiosender, fehlt völlig.

Steuerungstechnisch wurde bei diesem Spiel eigentlich fast alles richtig gemacht. Mit der Maus lässt sich die Blickrichtung des Fahrers verändern und mit der Tastatur der Truck lenken. Die Tasten für sonstige Besonderheiten, wie z. B. das Licht, die Hupe oder der Scheibenwischer, müssen im Menü des Spiels nachgeschaut werden. Spätestens an dieser Stelle wäre "ein gedrucktes Handbuch schon sehr praktisch." (Spieler, 14).

Fazit:
Für Spieler, die Interesse an Trucks und am Fernfahrerleben haben, ein recht ordentliches Spiel. Alle Anderen langweilen sich schnell und jüngere Kinder werfen aufgrund der fehlenden Einleitung und dem zähen Spielverlauf schnell das Handtuch.

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Spieletester
OT St. Anna Ehrenfeld
Köln
Bewertung Spielspass